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Hebfeier: Der Glockenturm auf dem Neuen Schloss in Valley ist saniert, die Uhr funktioniert wieder. In der goldenen Kugel an der Spitze deponierten Handwerker nach altem Brauch eine Zeitkapsel für die Nachwelt.

Im gräflichen Hause gibt's außerdem Nachwuchs

Hebfeier für Glockenturm am Neuen Schloss

Valley - Die Uhr tickt wieder: Der sanierte Glockenturm auf dem Neuen Schloss in Valley wurde nun bei einer Hebfeier gewürdigt. Bald laufen die Bauarbeiten weiter – für die Erlebnisbrauerei. Und zu guter Letzt gibt es eine Überraschung aus dem gräflichen Hause.

Jahrzehntelang hatte der Turm auf dem Neuen Schloss ein Schattendasein geführt. Selbst alteingesessene Valleyer wie Willi Schmotz können sich kaum an ihn erinnern. „Bräunlich, unauffällig, verrostet“, hat er ihn stets erlebt. Eine funktionierende Uhr sei da oben Zeit seines Lebens nicht gewesen. Und wenn, dann ging sie falsch. „Da schaute man nicht rauf“.

Ab sofort lohnt ein Blick nach oben. Denn der Glockenturm auf den historischen Gemäuern der Gräflichen Brauerei Arco-Valley wurde Anfang Juni abmontiert und saniert (wir berichteten). Zwar zogen sich die Arbeiten in die Länge – und aus zwei Wochen wurden zwei Monte. Nun aber enthüllte man das Türmchen in einer Zeremonie. Rund 150 Besucher waren gekommen. Laut Thomas Furtner von der Gräflichen Brauerei Arco-Valley lagen die Kosten für die Renovierung im fünfstelligen Bereich.

Die Turm-Sanierung ist Teil eines umfassenden Projektes. Eine Erlebnisbrauerei entsteht (wir berichteten). Teile der Fassade samt Vorplatz wurden bereits saniert. Im Zuge dessen inspizierten die Verantwortlichen den Turm, berichtete Betriebsleiter Furtner. Das Blechdach war durchgerostet, alle tragenden Balken faulig, „der Turm war einsturzgefährdet“.

Der frisch sanierte Turm kann sich sehen lassen. In der goldenen Kugel an der Spitze deponierten Handwerker nach altem Brauch eine Zeitkapsel. „Wenn in 200, 300 Jahren das Ding mal wieder runtergehoben wird, wissen Nachkommen wann die letzte Restaurierung war“, erklärte Furtner. Namen beteiligter Handwerker und „ein paar Anmerkungen zum Zeitgeschehen“ hatte er auf Pergament geschrieben. Und den aktuellen Bierpreis. Beim Richtfest verlas er nun das Pergament, ehe es in der Kupferröhre verschwand. Dann hob ein Kran Turmdach samt Zeitkapsel an ihren Bestimmungsort. Bis Kupferdach und Goldspitze in der Sonne um die Wette funkelten.

Den Korpus des Turmes ziert Lärchenholz. Darüber baumelt die Sturmglocke, die nur bei starkem Wind läutet. Zartes Läuten kommt von zwei weiteren Glocken, die hinter hölzernen Jalousiefenstern verborgen sind. Jede viertel Stunde läutet die kleine. Zur vollen Stunde die große. Auch nachts. Momentan sei man dabei, eine Lösung zu finden, um die Nachtruhe der Anwohner zu wahren. Gar nicht so einfach wegen des altmodischen Mechanismus der Uhr, ergänzte Furtner. Das Ziffernblatt sorgt bei vielen für Stirnrunzeln. Geht die Uhr überhaupt richtig? Ja, klärte Furtner auf. Zur Zeit der Konzeption der Uhr sei es Usus gewesen, den Stundenzeiger lang und den Minutenzeiger kurz zu gestalten. Dabei habe man es bei der Restaurierung belassen.

Während die Uhr tickt, läuft der Zeitplan für die Erlebnisbrauerei weiter. Übernächste Woche beginnen laut Furtner die Brecharbeiten im alten Sudhaus, auch die Fassade müsse hier noch gemacht werden. Wie berichtet, zieht eine offene kleine Brauerei mit einem Veranstaltungssaal für knapp 100 Leute inklusive Bühne ein. Eigentlich sollte die Biermanufaktur – die Graf Max Georg von Arco auf Valley, Chef der Familienbrauerei plant – im April 2016 zum 500. Jahrestag des Bayerischen Reinheitsgebots eröffnen, doch die Pläne verzögerten sich. Neuer Starttermin ist im April 2017. Dann wird der Brauereibetrieb, der 1994 eingestellt wurde aber fast 400 Jahre Tradition hat, wiederbelebt. Der Umbau wird mit Mitteln des EU-Programms LEADER gefördert.

Zur Hebfeier waren Bauherrin Gräfin Monica Arco auf Valley und ihr Sohn Graf Max Georg aus Adldorf angereist, um den Turm zu bewundern. Die beiden hatten gleich doppelten Grund zur Freude. Denn im Grafen-Hause gibt es den langersehnten Nachwuchs, die „Thronfolge“ ist gesichert. Laut Furtner kam vor Kurzem Max Georgs Sohn auf die Welt. Der kleine Bub hat einen langen Namen: Thabbeo Karl Otto Heinrich Christoph Maria Graf von Arco auf Valley. „Es besteht die Hoffnung, dass er später alles übernehmen wird“, so Furtner. Die Tradition lebt weiter.

Von Johanna Wieshammer 

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