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Diese Nagelfallen hatte ein bislang Unbekannter am Taubenberg aufgestellt. 

Die Polizei ermittelt

Taubenberg: Moutainbiker tappen in Nagelfallen

Warngau - Plötzlich ging ihnen die Luft aus: In Nagelfallen, die jemand am Taubenberg in Wurzeln geschlagen hatte, ist am Donnerstag eine Gruppe Mountainbiker getappt.

Pierrick Ethoin, Trainer bei der Équipe Vélo, kann es kaum fassen: „Wir sind geschockt“, sagt er. „Wie können die Leute so was machen?“ Am Donnerstagabend war er mit neun Nachwuchsmountainbikern und vier Erwachsenen am Taubenberg unterwegs. Laut Ethoin handelte sich dabei um das Kaderverbandstraining, quasi als Vorbereitung für die Bayerischen Meisterschaften. 

"Fast alle Räder hatten einen Platten"

Plötzlich ging der Gruppe wortwörtlich die Luft aus: „Fast alle Räder hatten einen Platten“, berichtet der Trainer. Weil es etwas dunkel im Wald war, bemerkten die Biker die Ursache erst bei genauerem Hinsehen. „Jemand hatte circa vier Zentimeter hohe Nägel in mehrere Wurzeln geschlagen.“ Zum Glück sei niemand verletzt worden. Damit keine anderen zu Schaden kommen, hat die Gruppe die Nägel gleich entfernt – aber zuvor fotografiert. 

"So was ist gemeingefährlich"

Mit diesen Beweisfotos von den Nagelfallen ist Ethoin am Freitag zur Gemeinde Warngau und zur Polizei Holzkirchen marschiert. Laut einem Sprecher der Polizei wird wohl wegen versuchter Sachbeschädigung gegen Unbekannt ermittelt. Die Stelle sei kein offizieller Biketrail, der Grund sei in Privatbesitz, was nicht automatisch heiße, dass der Eigentümer der Verursacher war. Die Beamten beseitigten die restlichen Nägel. Alles weitere müsse die Polizei noch ermitteln, sie hofft auf Zeugenhinweise  (08024/ 90740). Rathaus-Mitarbeiter Anton Kaunzner sagt: „So was ist gemeingefährlich.“ 

Biker sind empört: "Hirnlose Menschen, die so etwas machen"

Auch die Facebook-Gemeinde ist empört: Eine Nutzerin beschwert sich über die „Nagelfallen“. Von insgesamt „13 Platten“ ist dort die Rede. Die Deutsche Initiative Mountain Bike (DIMB) rät daraufhin, den Vorfall zur Anzeige zu bringen. Ein anderer Nutzer meint: „Gerade am Taubenberg gibt es Wild und Leute, die mit Kindern und Hunden unterwegs sind. Alle sind mindestens genauso gefährdet“, schreibt er. Und: „Hirnlose Menschen, die so etwas machen.“ Ein weiterer postet: „Gemeine Fallensteller nehmen bewusst den Sturz eines Sportlers in Kauf.“ Von anderer Seite heißt es: „Die Waldbesitzer mögen uns nicht.“ 

Auch Ethoin weiß, dass die Biker nicht überall beliebt sind: „Wir haben da regelmäßig Probleme.“ Wie berichtet, träumen die Vereine RSLC und Équipe Vélo von einem Bikepark am Taubenberg. Doch hier gibt es viel Widerstand, bald soll es Gespräche dazu geben. Einstweilen dürfen die Biker am Holzkirchner Moarhölzl einen kleinen Humus-Kurs einrichten. 

Biker waren auf nicht-offiziellem Weg unterwegs

Wer die Nagelfallen aufgestellt haben könnte, weiß Ethoin nicht. Trotzdem räumt er ein, dass die Gruppe auf einem nicht-offiziellen Singletrack unterwegs war. Er versteht auch, dass nicht jeder Besitzer Biker auf seinem Grundstück sehen möchte, aber: Das mit den Nägeln gehe gar nicht. „Der Besitzer könnte das Gebiet absperren.“ 

Ähnlich sieht das Tobias Krause, der lokale Sprecher der DIMB. Das Nagelaufstellen sei eine „Straftat“, die Nutzung der inoffiziellen Strecken höchstens eine „Ordnungswidrigkeit“. Es sei in Bayern die erste Nagelfalle, von der er gehört hat. Aber auch andernorts brodle es immer wieder zwischen Bikern und Besitzern: „Einmal wurden Biker mit Steinen beschmissen“, sagt Krause. Auch gespannte Drahtseile auf Kopfhöhe oder quergelegte Bäume gebe es zuweilen. Für ihn ist klar, dass sich alle Beteiligten für eine Lösung an einen Tisch setzen sollten, denn. „Die Masse an Bikern ist da.“ Man sollte ihnen doch Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. 

RSLC-Präsident Georg Smolka, von dessen Verein laut Ethoin auch eine Person mit dabei gewesen ist, reagiert verhalten. Es ist eine schwierige Situation zur Zeit.“ 

Was Ethoin neben dem noch nicht bezifferten Sachschaden besonders wurmt ist, dass die Biker am Donnerstag nicht weitertrainieren konnten. „Das ist sehr ärgerlich.“

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