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Schön anzuschauen, aber ohne Aufenthaltsqualität: Das Areal rund um den Reithamer Dorfweiher soll zu einem attraktiven Dorfmittelpunkt umgestaltet werden.

Gemeinde Warngau hofft auf Fördermittel

Treffpunkt Dorfweiher

Warngau – Der Dorfweiher ist tot – es lebe der Dorfweiher: Reitham soll eine lebendige Dorfmitte bekommen – mit einem Weiher mit echter Freizeitqualität.

Die Fische sind verendet, das Wasser ist total verschlammt: „Der Dorfweiher ist tot“, konstatierte der Reithamer Adolf Schwarzer (CSU) in der Sitzung des Warngauer Gemeinderats. Das soll aber nicht so bleiben: Im Zuge der ohnehin anstehenden Sanierung des Weihers will die Gemeinde diesen zu einem attraktiven Dorfmittelpunkt umgestalten, der zum Verweilen einlädt. Dafür bewirbt sich Warngau um Fördermittel aus dem Dorferneuerungs-Programm. 

„Momentan gibt es wenig bis gar keine Aufenthaltsqualität am Reithamer Dorfweiher“, stellte Cindy Scharein fest, die sich im Rathaus um die Planung kümmert. Doch die Vision hat schon ein Gesicht – mit Wiesen und einem flachen Sandufer, mit einem Spazierweg rund um den Weiher und Sitzgelegenheiten. Scharein, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Dorfgemeinschaft und das Architekturbüro Huber arbeiteten den Entwurf aus. 

Die Zukunftsvision: So könnte der Umgriff des Reithamer Weihers nach dem Dorferneuerungs-Projekt aussehen. 

Damit das kleine Paradies im Herzen des Dorfs ein echter Treffpunkt wird, sind Bankerl geplant. Ein kleiner Spazierweg führt rundherum um den ganzen Weiher, damit aus allen Richtungen des Dorfs Zugang besteht; der Weg soll auch den Schulkindern dienen, damit diese künftig nicht mehr direkt auf der Straße zur Bushaltestelle westlich des Weihers gehen müssen. Vor allem an der Nordseite sollen die Wiesen künftig auch zum Liegen einladen. Ein seichtes Sandufer an der Ostseite soll Zugang zum Teich bieten, direkt neben einem abgerundeten Holzsteg mit mehreren Stufen. Am bestehenden Weiherhäusl, in dem sich die Dorfgemeinschaft trifft, soll die Holzterrasse zum Weiher hin erweitert werden und ebenfalls Stufen bekommen, die ins Wasser führen. Der Zugang soll sich lohnen für die Dorfbewohner: Denn der Weiher selbst könnte nach der Gewässersanierung durchaus Badequalität erreichen. 

Mit der Dorfplatzgestaltung einhergehen soll eine Verkehrsberuhigung, die durch die optische Gestaltung erzielt werden soll, erklärte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG): „Wir wollen, dass ein Freizeitwert entsteht, gekoppelt mit mehr Sicherheit.“ 

Ganz billig wird der Spaß nicht: Die Kostenschätzung liegt bei 174 000 Euro netto, erklärte Thurnhuber. Diese Aussage mache ihn „schwindlig“, gestand Schwarzer. Wobei der Rathauschef die hohen Kosten relativierte: Allein um den Weiher grundlegend und mit dauerhafter Wirkung zu sanieren, ohne die Dorfplatzgestaltung in Angriff zu nehmen, wären auch schon rund 100 000 Euro nötig. 

Die Wasserqualität litt bisher vor allem daran, dass gerade bei Starkregen das Oberflächenwasser auch von den Straßen im Weiher landete; eine Kanalisation gibt es in Reitham nicht. Das Oberflächenwasser soll künftig nicht mehr direkt in den Weiher gelangen, sondern in geordneten Bahnen durch dicke Erdschichten versickert und dabei gereinigt werden. Auch der Zufluss für den Weiher, der bisher nur aus einer alten Trinkwasserleitung gespeist wird, soll verbessert werden. Die billige Lösung wäre es, den Weiher einfach nur zu entkrauten – an der Grundproblematik, die den Weiher zum dreckigen Schlammloch macht, würde das aber nichts ändern. 

Für die Sanierung inklusive Dorfplatzgestaltung rechnet sich die Gemeinde gute Chancen auf Zuschüsse aus: 40 bis 60 Prozent der Kosten sollen Fördergelder decken. Weil dieser Topf noch relativ neu sei, gebe es noch nicht so viele Anträge, erklärte Scharein: „Die Chancen stehen gut.“ Die Gemeinde hat die Projektplanung mit dem Amt für ländliche Entwicklung abgestimmt. Es könne allerdings passieren, dass die Gemeinde im aktuellen Förderschwung nicht mehr zum Zug komme, sondern erst im nächsten, erläuterte Scharein. Davon hängt ab, ob und wann die Umgestaltung tatsächlich angepackt werden kann. Thurnhuber schwebt 2017 vor. 

Der Gemeinderat segnete das Vorgehen einstimmig ab. „Wenn man einen Weiher hat, der nicht mal als Löschteich genutzt werden kann und keinem Zweck mehr dient außer dem Seefest“, sagte Leonhard Obermüller (CSU), „dann ist es richtig, das mit Maßnahmen zu verbinden, eine echte Dorfplatzqualität zu bekommen."

Katrin Hager

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