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Klein, aber fein: Das Mausloch diente seit 1964 als einzige kreuzungsfreie Verbindung zwischen Oberwarngau-Ost und Oberwarngau-West. Am kommenden Montag hat der „Wellstahldurchlass“ ausgedient.

Tieferlegung der B 318 zündet nächste Phase 

Abschied vom Mausloch

Warngau - Der Bypass ist gelegt, bald startet die Operation: Die Tieferlegung der B 318 tritt in ihre nächste Phase. Ab Montag wird der Verkehr auf die Behelfsfahrbahn umgelegt, auf der angestammten Trasse geht es langsam in die Tiefe. Fußgänger, Radler und Autofahrer müssen in den sauren Apfel beißen und Umwege in Kauf nehmen. Und es heißt Abschied nehmen von einem Warngauer Wahrzeichen.

Experten sprechen von einem „Wellstahldurchlass“, für die Warngauer war es immer ihr „Mausloch“. Vor 52 Jahren entstand der kleine Durchstich unter der damals schon viel befahrenen B 318, als Bypass für die den Ort in West-Ost-Richtung querende Kreisstraße MB 19 – vor allem um landwirtschaftlichen Gespannen eine sichere Querung zu ermöglichen und eine Unfallgefahr zu bannen. Eine Miniatur-Lösung, die immer wieder mal unter Wasser stand, aber doch die einzige kreuzungsfreie Verbindung in dem von der B 318 zerschnittenen Oberwarngau blieb. 

Jetzt endlich hat das „Mausloch“ ausgedient. Wenn am kommenden Montag, 17. Oktober, die Behelfsfahrbahn westlich der B 318 in Betrieb geht, schließt der Durchlass für immer. Ein wenig sentimental dürfe man da natürlich schon werden, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Ein Bürger habe sich mal im Rathaus gemeldet und angeboten, die Konstruktion als Denkmal auf eine gut einsehbare Wiese zu stellen, „quasi als Denkmal dafür, dass es viele Jahre nur diesen Durchlass gab“, sagt der Bürgermeister. „Mal schauen, vielleicht wird’s ja was.“ 

Die Nostalgie dürfen sich die Warngauer gönnen, weil jetzt die große Lösung anrollt. Nach jahrelangen Verhandlungen begann Mitte August die Tieferlegung der B 318 im Ortsbereich (900 Meter), mit einer kreuzungsfreien Kreisstraßenanbindung oben drüber und Schleifenrampen, bezahlt vom Bund. Die Gemeinde entschloss sich zu einem „Upgrade“ und investiert 1,8 Millionen Euro in eine längere Einhausung statt einer vom Bund vorgesehenen Grünbrücke. Die Gesamtkosten des Projekts summieren sich auf 6,4 Millionen Euro. 

Am Montag zündet die nächste Phase. „Die Behelfsumfahrung soll in dieser Woche noch fertig werden“, sagt Matthias Geitz vom Straßenbauamt Rosenheim, „am 17. Oktober wollen wir den Verkehr darauf umlegen.“ Für Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer wird weiter nördlich zwischen Angerweg und Kaiserbichl eine Drückampel eingerichtet, die eine sichere Querung über Behelfsstraße und Baustelle ermöglicht. 

Thurnhuber hatte ursprünglich an eine provisorische Brücke gedacht, um einen kreuzungsfreien Übergang zu bekommen und den Verkehr nicht zusätzlich durch eine Ampel zu behindern. „Aber die Fachleute sagen, dass so eine Brücke nicht angenommen wird“, sagt der Bürgermeister, „auch die Verkehrsbehinderung durch die Ampel ist offenbar nicht so wild.“ Autofahrer können noch bis Ende Oktober den alten MB 19-Übergang nutzen, freilich ohne Mausloch. Dann wird laut Geitz der östliche Ast abgehängt, weil in dem Bereich der "Tunnelbau" startet. Der innerörtliche Verkehr, etwa zum Bahnhof, muss dann auf Umleitungen ausweichen. „Am besten dürfte es über die Ahornallee funktionieren“, glaubt Thurnhuber.

Im September 2017, so der Plan, soll die Tieferlegung fertig sein. Dann will die Gemeinde auf komplett eigene Rechnung ein weiteres Projekt dranhängen: Die Hauserbauernbrücke im Norden, die zumindest einspurig auch von Autos befahren werden kann.

Als der Planer jüngst die konkreten Kosten vorlegte, stockte Thurnhuber der Atem: Statt der angedachten 350 000 sind fast 700 000 Euro fällig. „Da habe ich schwer geschluckt“, gesteht der Bürgermeister. Er hofft, dafür nicht vom Gemeinderat gegrillt zu werden. „Ich hatte nie andere Zahlen“, betont der Rathauschef, „diese Kostenexplosion hat mich völlig überrascht.“ Ins Geld geht insbesondere die große Spannweite (17,50 Meter). Insgesamt bleibe das Budget Hauserbauernbrücke aber im gesteckten Rahmen, glaubt Thurnhuber. Denn es gab auch eine positive Überraschung: Die Kosten für die Anschlüsse der Brücke an die Straßen, ursprünglich zu Lasten der Gemeinde gerechnet, trägt jetzt doch der Bund. (avh)

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