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Kamera in der Küche: Der Schanuk (l.), der berühmte Wirt aus dem Gasthof Lindl in Fentbach, kocht eine Kartoffelsuppe. TV-Koch Mike Süsser assistiert und bewertet anschließend das Gericht.

Schanuk im TV: Wer kocht die beste Kartoffelsuppe?

Fentbacher stellt sich bei Kabel-1-Serie "Mein Lokal, Dein Lokal"

Fentbach - Der Schanuk, der Wirt aus dem Gasthof Lindl, tritt in einer Spezialausgabe der Kabel 1-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal" an. Es geht um die beste Kartoffelsuppe. 

Dass das Fernsehen bei ihm anrief, schmeckte dem Schanuk zuerst schlecht: „Wir sind von einem Gast empfohlen worden“, erzählt er. Er kannte davor weder die Sendung, noch den Sender Kabel 1. „Ich habe nie Zeit zum Fernsehen.“ Der Schanuk zierte sich anfangs also gehörig. Und die Anruferin legte sich ins Zeug. „Was meinen Sie, wie bekannt Sie danach sein werden?“, umsäuselte sie ihn. Doch der Schanuk konterte: „Ich bin seit fast 20 Jahren hier. Dahoam kennen mich alle.“ Außerdem sei es in der Wirtsstubn schon jetzt knalleng. „Da ist der bestimmt der Hörer aus der Hand gefallen.“ Schließlich mischte sich seine Freundin ein: „Beim Fernsehen musst du doch mitmachen“, riet sie ihm. Und der Schanuk gehorchte.

Und so macht der Schanuk, der schrullige Wirt mit dem Dreitagebart und den langen blonden Haaren aus dem Gasthof Lindl in Fentbach, jetzt bei der TV-Show auf Kabel 1 „Mein Lokal, Dein Lokal – Spezial“ mit.

Das Prinzip der Sendung, die es seit gut eineinhalb Jahren gibt, erklärt Isabell Rein, Aufnahmeleiterin bei der Good-Times Fernsehproduktions GmbH: „Wir suchen das beste Rezept in einer Stadt.“ Dieses Mal war München dran, und Fentbach liege ja quasi „vor den Toren“ der Landeshauptstadt. Eine Gourmet-Jury mit den TV-Köchen Martin Baudrexel, Andreas C. Studer und Mike Süsser an der Spitze sowie weiteren Food-Experten nimmt pro Sendung jeweils drei Köche aus drei verschiedenen Restaurants unter die Lupe. Diese müssen dasselbe Gericht kochen. Am Ende küren die Juroren einen Sieger. Dieser darf dann einen goldenen Siegerteller bei sich im Lokal aufhängen. Ein Kochwettbewerb.

Nachname ist ein Geheimnis

Dieses Mal stattete Süsser den drei Lokalen einen Besuch ab. Die Wirte mussten alle Kartoffelsuppe kochen. Welche anderen beiden Wirtshäusern sich mit dem Gasthof Lindl messen, wird noch nicht verraten. Die 45-minütige Vorabendsendung wird im Februar ausgestrahlt, der genaue Termin steht noch nicht fest. Erst dann erfährt die Öffentlichkeit, welcher Koch gewonnen hat. Die Teilnehmer wissen es zwar schon früher. „Aber sie haben eine Schweigepflicht“, erklärt Rein. Damit es spannend bleibt. Rein hat den Schanuk als „Koch mit Leidenschaft und Gefühl“ erlebt. „Er ist ein Typ Mensch, den man erleben muss.“ Einer, der ins Fernsehen passt.

Der Schanuk heißt eigentlich Thomas, seinen Nachnamen hütet er wie ein Geheimnis, den Spitznamen verliehen ihm einst Aborigines in Australien. Von dem TV-Koch Süsser hatte der Wirt aus Fentbach davor noch nie gehört. „Aber er war ein netter Kerl, mit dem ich super ausgekommen bin“, sagt er. Vor den Aufnahmen gab es einen Probelauf. „Dann wurde von 9 bis 19 Uhr gedreht.“ So viel Arbeit für 15 Minuten im Fernsehen. Denn so viel Sendezeit bekommt jeder der drei Köche. Der Schanuk kochte, Süsser schaute zu. „Mike hat gesagt, dass er mein Handlanger ist“, scherzt er.

Mit i-Tüpfelchen

„Die Kartoffelsuppe ist nicht unbedingt meine Spezialität“, gesteht der Schanuk. Richtig berühmt sei seine Wirtschaft eigentlich für die Knoblauchsuppe. „Aber die Kartoffelsuppe geht auch ganz gut bei den Gästen.“ Er kocht sie „frei Schnauze“, wie er sagt. „Mit scharfen Debrezinern drin.“ Ansonsten kommen knusprige Speckwürfel, Sauerrahm, Crème fraîche, frischer Majoran und Petersilie, Sellerie und mehlige Kartoffeln rein. Das I-Tüpfelchen: getrocknete Steinpilze. Das teuerste Produkt in seiner Kartoffelsuppe. „Aber ich tue die nur für den Geschmack rein, nicht, um den Preis zu steigern“, beteuert er. Der Beweis: „Das steht nicht mal auf der Karte drauf.“

Der Mike habe gleich zwei Teller weggelöffelt. „Es hat ihm gut geschmeckt.“ Hinterher probierte das ganze Filmteam. „Eine meinte, es schmeckt wie bei ihrer Mama.“ Ein großes Kompliment. „Ein anderer fand es einen Schmarrn, dass getrocknete Steinpilze reinkommen“, erzählt der Schanuk. „Aber das hat der nur gesagt, um die Sendung spannender zu machen“, glaubt er. Falls er den Wettbewerb verliert, würde es der Schanuk mit Fassung tragen. „Wenn ein anderer eine bessere Kartoffelsuppe als ich macht, hoffe ich, dass er mir sein Rezept verrät“, sagt er. „Ich bin ein ewiger Lehrling.“ Man lernt nie aus. Auch ein Schanuk nicht.

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