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Schall-Mauer: Bei Wöllkam im Gemeindegebiet Irschenberg steht bereits eine Kombination aus Wall und Wand als Bollwerk gegen den Verkehrslärm der Autobahn. Die Weyarner müssen noch warten.

Anwohner fürchten dagegen den "Monsterbau"

Bollwerk an A8: Gemeinde will noch mehr Lärmschutz

Weyarn – Der Gemeinderat fordert noch mehr Lärmschutz weit über die geplanten Maßnahmen hinaus. Dabei sehen viele Anwohner den geplanten "Monsterbau" längst nicht so positiv.

Viele Anwohner leiden unter dem Lärm, der von der A 8 ausgeht. Die Autobahndirektion Südbayern plant daher einen Lärmschutz auf der Südseite, für den Hauptort Weyarn und Großseeham (wir berichteten). Dass andere Anrainer leer ausgehen, will Gemeinderat Ernst Weidl (UWG) so nicht hinnehmen. „Auf der einen Seite kommt der Wall, und auf der anderen Seite gibt es die Befürchtung, dass der Lärm dann noch mehr wird“. Zum Beispiel in Holzolling. „Die Gemeinde sollte die Bürger unterstützen.“ Georg Grabichler (CSU), der in Standkirchen wohnt, sieht das ähnlich. „Die Gemeinde sollte schreiben, dass auf der anderen Seite auch ein Lärmschutz hinmüsste.“

Diese Diskussion entbrannte nun in der Gemeinderatssitzung, in der das Gremium angehalten war, eine Stellungnahme zum Lärmaktionsplan abzugeben. „Wir haben uns damit schon mehrfach beschäftigt“, schickte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) voraus. „Im Moment stehen da keine Maßnahmen drin, bei denen die Gemeinde kostenmäßig gefordert wäre.“

Wie berichtet, veröffentlichte die Regierung von Oberbayern Anfang August den Entwurf zum Lärmaktionsplan, damit sich Bürger äußern können. Ziel ist es, den Lärm zu erfassen und zu mindern. „Durch die Nähe der Bundesautobahn A 8 München – Salzburg ist im Gebiet der Gemeinde Weyarn eine relevante Anzahl von Menschen durch einen erheblichen Lärmpegel belastet“, heißt es im Entwurf. Laut einer Messung aus dem Jahr 2010 würden im Schnitt täglich 86 230 Fahrzeuge zwischen den Anschlussstellen Holzkirchen und Weyarn vorbei brettern. Zwischen Weyarn und Irschenberg wurden 78 400 Fahrzeuge gezählt. Der Gemeinderat hatte es vorab abgelehnt, der Regierung „ruhige Zonen“ zu nennen. Weil es diese im Gemeindegebiet nicht gebe.

Im Lärmaktionsplan ist der geplante Lärmschutz aufgeführt. 2015 genehmigte das Bundesverkehrsministerium den Vorentwurf, Ende 2016 sollte der Planfeststellungsantrag folgen. „Jetzt hat es sich wieder verzögert“, bedauerte Wöhr. Neuer Termin sei im ersten Quartal 2017. Die Autobahndirektion arbeite an der Geländemodellierung.

Im Zuge des Lärmaktionsplans haben sich Bürger an Wöhr gewandt, „die auch gerne einen Lärmschutz hätten“. Doch diese sind nicht anspruchsberechtigt. Das Bollwerk für Weyarn und Großseeham ist Folge eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts. Der Bund muss nachjustieren, weil die Prognosen für den Ausbau vor rund 30 Jahren von weniger Verkehr und Lärm ausgingen. Für damals schon bestehende Anwesen wird der Schutz nun verbessert. Kostenschätzung: 8,94 Millionen Euro.

Der Rathauschef geht davon aus, dass langfristig durch den geplanten achtspurigen Ausbau der A 8 zwischen dem Autobahnkreuz München Süd und dem Inntaldreieck mehr Anwesen anspruchsberechtigt werden.

Davon abgesehen seien nicht alle von einem Lärmschutz begeistert. Wöhr hat eine „Unruhe unter den Eigentümern“ ausgemacht. Diese fürchten, für die Anlagen Grund abtreten zu müssen. „Es gibt Gerüchte, was da für ein Monsterbau entsteht.“

Entgegen der Meinung von Weidl und Grabichler vertrat Wöhr zwar die Ansicht, dass ein weiterer Lärmschutz und der Lärmaktionsplan zwei verschiedene Paar Schuhe seien. Trotzdem schlug er vor, den Wunsch nach einem weiteren Ausbau in der Stellungnahme niederzuschreiben. Da es unter den Gemeinderäten Diskussionen darüber gab, wo genau ein Bollwerk wünschenswert sei, einigte man sich auf die Formulierung „für bislang nicht berücksichtigte Anwesen“.

Außerdem wollte Wöhr zum Ausdruck bringen, dass das in einer weiteren Ausbaustufe geschehen soll, um das laufende Verfahren nicht zu verzögern. Ansonsten machte die Gemeinde in ihrer Stellungnahme nun deutlich, dass sie im Prinzip keine Einwände gegen den Lärmaktionsplan hat.

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