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„Ich kann da keinen hinsetzen“: Mangels Kontrollmöglichkeiten ließ Bürgermeister Leonhard Wöhr den maroden Mangfallsteg in Weyarn sperren. Offenbar hatten Ausflügler die Beschränkung auf eine Person missachtet.

Nach Beschwerde

Gemeinde sperrt Mangfallsteg komplett

Weyarn - Weil sich ein Wanderer beschwert hatte, ließ die Gemeinde den Mangfallsteg in Weyarn nun sperren. Ein Neubau ist in Sicht. 

Eine Kette auf beiden Seiten versperrt Ausflüglern seit Ende der Woche den Weg über den Mangfallsteg in Weyarn. „Ein Wanderer hat sich beschwert“, berichtete Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) nun im Gemeinderat. Bei ihm selbst sowie beim Landratsamt. Der Anrufer hatte beobachtet, dass die Beschränkung auf eine Person missachtet wird. Ihm zufolge waren dort mehrere Ausflügler auf einmal unterwegs, ja sogar Kinder. „Er hat gemeint, das wäre fahrlässig“, sagte Wöhr. Dieses Risiko wollte er nicht eingehen, immerhin gehört das Bauwerk der Gemeinde. Also ließ er die Brücke zumachen. „Ich kann da ja keinen hinsetzen, der das ständig überwacht.“

Wie berichtet, ist die über 100 Jahre alte Brücke eigentlich eine kleine Sensation. Sie gehört weltweit zu den ersten Modellen aus Stahlbeton, ist Teil des Kulturpfads und gut frequentiert. Doch inzwischen befindet sie sich in einem prekären Zustand. Der Beton bröckelt, der Stahl rostet. Deshalb ordnete die Gemeinde an, dass nur noch eine Person auf einmal den Steg betreten darf. „Ich hatte gehofft, dass das Schild für die Beschränkung reicht“, sagte Wöhr. „Aber offenbar war ich da zu optimistisch.“

Weil die Sanierungsfähigkeit zweifelhaft ist, entschied der Gemeinderat Anfang August, einen Neubau zu verfolgen. Im Finanzplan sind 2017 200 000 Euro reserviert. Die Naturschutzbehörde im Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt hätten grundsätzlich nichts an einem Neubau auszusetzen, berichtet Wöhr. Details dazu sowie die genaue Trasse seien noch unklar. „Dafür brauchen wir auch Grund.“ Man werde mit den Eigentümern sprechen und die Fühler nach Zuschüssen ausstrecken.

„Heuer wird das nichts mehr, so leid es mir tut“, sagte Wöhr. Die Brücke bleibt erst mal zu. Wanderer müssen derweil auf die Brücken im Mühlthal oder Thalham ausweichen, wenn sie die Mangfall überqueren wollen.

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