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"Harry die Ehre": Komiker Harry G. bei der Premiere seines neuen Programms in der Gotzinger Trommel. 

"Harry die Ehre"-Premiere in der Gotzinger Trommel - Hier gibt's die besten Zitate

Weltpremiere: Das taugt Harry G.s neues Bühnenprogramm

Gotzing – Harry G. ist für seine genialen Web-Videos bekannt. Dabei kann er viel mehr: Wir waren bei der Premiere seines zweiten Bühnen-Programms „Harry die Ehre". Das kann es, das sind die besten Sprüche.

Er grantelt sich durch die Kuriositäten unserer Zeit, von Pokémon und Pocket Calls über What’sApp-Pannen und Facebook-Nervensägen bis hin zu Smoothies und Veganern – garniert mit ein bisserl Mia-san-mia und De-san-de. Der Mann ist ein Phänomen. Harry G. alias Markus Stoll – der zum Teil am Schliersee aufwuchs – mischt es auf, das gute alte Kabarett. 

Das sieht man schon am Publikum bei der Premiere seines zweiten Programms am Dienstagabend im Wirtshaus Gotzinger Trommel in Gotzing: deutlich jünger als sonst bei Kleinkunst-Abenden. Trotzdem drängt sich auf den Bierbänken im kleinen Salettl eine ziemlich bunte Mischung: Super Dry neben Landhausmode, Herrenhandtasche neben Espadrilles. Fans bis aus München, Bayerisch-Schwaben oder Tirol, die schnell genug waren, sich für den ersten Auftritt mit neuem Programm Karten zu sichern; binnen zwei Tagen waren die 140 Plätze schon voriges Jahr weg. Mittendrin: das Phänomen selbst mit Hut und Sneakers. 

Er kann übrigens auch Kino:

Harry G. steigt einfach durchs angelehnte Fenster neben der ersten Zuschauerreihe ein und rauf auf die Bühne. Aber auch ein schlagfertiger Komiker muss kurz den Rand halten, wenn der Chef kommt: Wirt Hans Triebel, spätestens seit seiner „Tschüss-freien Zone“ in dem kleinen Gasthaus am Taubenberg bekannt als Mundart-Bewahrer, lässt es sich nie nehmen, das Publikum seiner gut sortierten und weltoffenen kleinen Kulturbühne selbst zu begrüßen; er hatte den Komiker angeschrieben, nachdem immer wieder Gäste von weit her kamen, weil sie bei Harry G. von seinem Wirtshaus gehört hatten – und da kam der Harry G. halt einfach. Ein paar Fans zücken bei Triebels Anblick das Smartphone und machen Fotos: So ein gestandener Bayer mit echter Tracht und beeindruckendem Bart ist halt auch schon eine Attraktion. Das Foto vom Triebel Hans teilt man in der Programmpause gleich auf Facebook. Womit wir mittendrin wären. 

Voller Körpereinsatz auf der Bühne.

Da erzählt Harry G. von denen, die einem bei Facebook mit ihren Katzenvideos und Urlaubsfotos auf den Zeiger gehen. Von denen, die unsichtbaren Pokémon-Monstern unter realen Bäumen hinterherschleichen. Von den Freeletics-Hampelmännern am Isarufer. Und von peinlichen What’sApp-Pannen, wenn richtige Informationen in der falschen Gruppe landen. Ein Wiedersehen gibt’s auch mit seinem Kettenraucher-Spezl Alfons – oder besser gesagt: ein Wiederhören mit dessen knarziger Reibeisenstimme, die der Komiker nebst verschiedenen Dialekten einsetzt. 

Freilich kommt auch das Mia-san-Mia nicht zu kurz – schließlich machte das Harry G.s witzige Videoansprachen zum Hit im Netz und den Grantler bekannt: Fast 50 000 Personen haben seinen Youtube-Kanal abonniert. Berlin und Duisburg („Da hat die Evolution an Hupfer gmacht“): für Harry G. Entwicklungsland. Zur bayerischen Landeshauptstadt und dem Isarpreiß pflegt er bekanntlich ein ambivalentes Verhältnis, hin- und hergerissen zwischen Stolz und Stirnrunzeln.  

Zehnmal Harry G. im Wortlaut 

„Griabig – der Higher State of Gemütlichkeit." Über sprachliche Feinheiten im Bairischen.

"Bierglas, Bierglas, Bierglas, Faust, Polizeiauto." Sein Spezl Alfons schildert mit Emoticons seinen Abend.

"Frauen schauen des Foto an wia ein Kunstkritiker an. Die sehen jedes Detail, wie ein Profiler von CSI." Über den Umgang mit der Dating-App Tinder.

"Für Zirkeltraining zahlt ma zehn Euro im Jahr beim Turnverein. Für Crossfit zahlt ma 100 Euro im Monat im Fitnessstudio." Über vermeintlich neue Trends, die es längst gibt

"I glaab, manche Leut holen beim Tengelmann den Biomüll, um sich an Smoothie z’macha." Über den Trend, überfälliges Obst und Gemüse zu Saft zu mixen.

"Die sollten sich was Lustigeres überlegen – ,Zum Kerndlfresser' vielleicht." Über Namen veganer Restaurants.

"An der Hansastraß’ hoaßns na wahrscheinlich Orgasmusmanufaktur." Über Münchner Geschäfte, die sich Manufaktur nennen.

"Bei Männern is ein Brunch ein Frühschoppen - und da trinkt ma Bier." Über sonntägliche Brunch-Termine. 

"Auf so eine Idee kann ma doch nur kommen, wenn einem de Skinny-Jeans jahrelang as Bluat abschneidt." Über Fixie-Räder ohne Bremsen.

Katrin Hager

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