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Am Klosteranger in Weyarn entsteht ein großes Neubaugebiet. 

„Keine Mickey-Maus-Wüste“

Klosteranger: Gemeinderat entscheidet über Außenanlagen

Weyarn - Der Gemeinderat hat über die Gestaltung der Außenanlagen am Klosteranger in Weyarn entschieden. Ein Bürgerworkshop am Mittwoch dient dem "Feintuning". 

Wie die Außenflächen am Weyarner Klosteranger einmal aussehen sollen, damit beschäftigte sich heuer im Juli ein Bürgerworkshop. Bürger brüteten über den Plänen, brachten Vorschläge ein. Eine zweite Veranstaltung im August, eine Planerwerkstatt, diente dazu, erste Entwürfe vorzustellen und zu prüfen, ob die Ideen der Weyarner richtig umgesetzt wurden. Ferner ermittelte die Gemeinde Trends über die gewünschten Spielgeräte und hielt Ausschau nach „Kümmerern“ für einzelne Bereiche (wir berichteten). Dann erarbeiteten die Planer ein Vorkonzept.

Über dieses hatte der Gemeinderat nun in seiner Sitzung zu entscheiden. Er verstehe sich als „Filter“ für die Ideen der Bürger, erklärte Landschaftsarchitekt Uwe Schmidt, bevor er die Pläne präsentierte. Um feine Nuancen werde noch gerungen. Im Grundsatz stehe der Plan. Und dieser gefällt den Gemeinderäten offenbar. Das Gremium nickte ihn mehrheitlich ab – nur die WIGW-Fraktion stimmte dagegen.

Damit seien „Zonierung und Materialität“ der Außenflächen festgelegt, verkündete Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Vom Klosterweg bis hoch zu Kreuzung und Supermarkt entstehe ein „für alle perfekt begehbarer Weg“. 2,50 Meter breit wird er, inklusive Bankett. Seine Asphaltdecke entspräche „allen Ansprüche an die Nutzbarkeit“. Räumpflicht bestehe in dem Areal keine. Die Feuerwehr habe signalisiert, dass sie „im Notfall durchkäme“. Barrierefrei soll das Gelände sowieso sein. Der Planer habe ursprünglich Pflaster bevorzugt. Doch Kinder hätten ihn schon bei der Planung der Grundschulanlage überstimmt. Skaten habe Priorität.

Das stieß Georg Huber (CSU) sauer auf. Er legt Wert auf Durchlässigkeit, „sonst reißt man Asphalt gerade überall weg“. Kinder könnten auch auf Pflaster skaten. Franz Demmelmeier (SPD) stellte klar: Es bleibt beim Asphalt. Zu diesem Schluss seien Projekt- und Bauausschuss nach längerer Diskussion gelangt. Der Asphalt sei grob strukturiert und werde grau mit der Zeit, „optisch kein Problem“. Im Übrigen trage die Gemeinde die Kosten, und Asphalt sei billiger.

Ob die Hochbeete verpachtet würden, fragte Kornelia Schlickenrieder (WIGW). Nein, das wolle der Projektausschuss nicht, sagte Wöhr. „Wir wollen keinen Schrebergarten.“ Der Klosteranger soll Allgemeingut sein. „Wir wollen am Klosteranger Gemeinschaft schaffen“. Selbst wenn jemand aus einem anderen Gemeindeteil sich „berufen fühle“, jeder könne mitmachen. Selbst bauen und selbst gestalten. Dann sei das Engagement verbindlicher, hofft Demmelmeier. Als Organisationsform kann sich Wöhr einen Arbeitskreis vorstellen, „wenn der eine Gießkanne braucht, bekommt er ein paar Euro von uns“. Gemeinsamkeit fördern gibt die Marschrichtung vor. Gemeinschaft über die Generationen hinweg. „Einzelbewegungsgeräte“ würden deswegen gemieden. Nestschaukeln seien aus Schmidts Erfahrung „absolut der Brüller“ beim Nachwuchs. 40 Kataloge mit Spielgeräten stapelten sich in seinem Büro, so Schmidt. Sein Grundsatz: „Wir müssen schauen, dass der Anger Anger bleibt“ und „keine Mickey-Maus Wüste“ wird. Kletterfelsen. Holz vor Metall. Geradliniges Design. Das ist das Motto. „Extrem langlebiges“ Eichenholz werde verarbeitet. Mit Metallschuhen, zum Schutz vorm Verfaulen. Obwohl die Haltbarkeit für Metall spreche – Holz füge sich besser ins Gesamtkonzept, findet Schmidt. Auch Sitzgelegenheiten sollen aus Holz sein. Betty Mehrer (SPD) gefällt das variable Modulsystem. Sie mahnte an, an Rückenlehnen zu denken. „Darauf wird es hinauslaufen“, erwiderte Schmidt. Bänke in unterschiedlichen Höhen kommen, großzügige Sitzflächen, auf denen man „auch mal ein Baby ablegen“ kann. Nicken im Saal.

Das durch den Gemeinderat durchgewunkene Grobkonzept bekommt in einem weiteren und letzten Bürgerworkshop sein „Feintuning“, so Wöhr.

Von Johanna Wieshammer 

Der Bürgerworkshop

„Gestaltung und Nutzung des Klosterangers in Weyarn“ findet am Mittwoch, 19. Oktober,  um 18 Uhr im Bürgergewölbe in Weyarn statt. Alle interessierte Bürger sind dazu eingeladen.

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