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Üppig und bunt: So liebt es Ulrike Rieder im Garten. Vor dem Bauernhof der Familie in Kleinseeham hat sie über die Jahre ein Paradies mit nostalgischen Details angelegt. 

Unsere Gartenserie - Heute: der Riederhof in Kleinseeham

Willkommen im blühenden Paradies von Ulrike Rieder

Weyarn - Der Garten rund um den Bauernhof von Ulrike Rieder durchzieht ein besonderer romantischer Charme, den die Besitzerin ihm mit nostalgischen Details einhaucht. 

Rund um den Bauernhof der Familie Rieder in Kleinseeham grünt und blüht es: Schon an der Zufahrt zum Hof klettert an jedem der sechs Obstbäume eine Kletterrose den Stamm hinauf.

Der Garten

Den Garten, der sich um die Ost- und Südseite des Wohntrakts eines alten Bauernhofs schmiegt, gibt es noch gar nicht so lang. Bis vor etwa 15 Jahren gab es nur den Gemüsegarten der Schwiegereltern, für die Ulrike Rieders Mann, ein Zimmerer, inzwischen bequemere Hochbeete angelegt hat. Als erstes zogen Rosen an der sonnigen Südseite ein. Freilich sind die samtig rote Ingrid Bergmann, das weiße Schneewittchen und die orange Tea Time inzwischen verblüht. Aber dafür haben nun andere Schönheiten Hochsaison. Vor der Stirnseite des Hofs blühen gerade die Stauden üppig und farbenprächtig: Rittersporn und Phlox, Sonnenhut und Hortensien, um nur einige zu nennen – irgendwas blüht im gut angelegten Garten immer. Am Rand zur Schafwiese, wo die Lüneburger Heidschnucken des Sohnes (16) grasen, bieten Büsche einen Sichtschutz: Flieder zum Beispiel und Rhododendren, eine Magnolie und Azaleen. Den Boden bedecken zum Beispiel Funkien in verschiedenen Grün-Schattierungen.

Was den Garten von Ulrike Rieder besonders macht, sind die unzähligen liebevollen Details, in denen man sich fast verlieren könnte. Je länger man bleibt, umso mehr entdeckt man. Den Baumgucker am alten Apfelbaum etwa, der auf die Bierbank schaut, an der die Familie so gern zusammensitzt. Der alte Holzschlitten, der zwischen den Blumen steht. Ein Bügeleisen. Ausgemusterte Schöpflöffel oder eine alte Gusspfanne, die im Blumenbeet einen zweiten Frühling erleben. Die Sachen bekommt sie von Verwandten und Bekannten. Hauswurz in allen erdenklichen Formen und Größen bevölkert einige der Utensilien – rund ums Haus: „Die Hauswurz soll das Böse vom Haus weghalten“, weiß Rieder, „früher nannte man sie auch Donnerwurz.“ Zwischen den Töpfen in verschiedenen Größen, die sich entlang der Hausmauer reihen, steht sogar eine ausrangierte Nähmaschine als nostalgischer Blickfang, im Rosenbeet stecken einige oxidierte Eisenfiguren. „Ich hab’ ein Faible für Rostiges“, erklärt Ulrike Rieder. Shabby Chic nennen Garten- und Dekofans das. Und tatsächlich wirkt das urgemütlich – ein Garten wie eine gute Stube.

Apropos Gemütlichkeit: Dafür gibt es nicht nur die Bierbank unter den zwei knorrigen Apfelbäumen, sondern auch noch einen Korbstuhl, der am Apfelbaumast hängt, eine geschwungene Schaukel-Liege, die Rieders Mann baute. Und die Hollywoodschaukel, die die Kinderschaukeln am alten Spielturm von Tochter (19) und Sohn inzwischen ersetzt haben. „Mein Mann hat die mit alten Federn aus einem Garagentor aufgehängt“, erzählt Rieder. Ganz schön findig, diese Gartler. Um den Spielturm selbst rankt seit drei Jahren Wein, der heuer üppig Reben trägt.

Die Gärtnerin

Früher konnte Ulrike Rieder dem Garteln eigentlich gar nichts abgewinnen. Erst vor ungefähr 15 Jahren hat die 44-Jährige damit angefangen – mit dem Rosenbeet. Gute Tipps gab’s vom Nachbarn: Gleich nebenan wohnt Benno Messerer, der langjährige Vorsitzende des Kreisverbands der Gartler. „Und dann hab’ ich mir jedes Jahr zum Geburtstag eine Ecke geschenkt“, erzählt Rieder. So wuchs der Garten nach und nach. Zu ihrem 44. heuer im April schenkte ihr Mann ihr ein halbes altes Whiskey-Fass, das nun als Gießwasserspeicher dient. Die Kleinseehamerin kann vom Garteln inzwischen nicht mehr lassen. Wenn sie eine Pflanze sieht, kann sie kaum widerstehen. „Beim Heimfahren überlege ich dann, wo ich die wieder hinsetzen könnte“, sagt sie und schmunzelt. Und damit der Spaß nicht zu teuer wird, werden fleißig Stauden geteilt oder Ableger und Samen mit Familie und Bekannten getauscht.

Rieder mag es, wenn es bunt ist und wuchert. Wenn sie von anderen Leuten hört, dass sie einen Blumenstock gleich wegschmeißen, nur weil er gerade mal ein paar braune Blätter bekommen hat, tut ihr das leid. So eine Pflanze ist schließlich auch ein Lebewesen. „Und wir Menschen werden ja auch mal krank.“ Geduld zahlt sich aus. Nur ein einziges Mal hat Rieder eine andere Erfahrung gemacht: Der alte Zwetschgenbaum, der immer so viele gute Früchte für Datschi und Marmelade getragen hatte, mochte schon drei Jahre lang keinen gescheiten Ertrag mehr liefern. „Da hab’ ich ihn geschimpft und gesagt: Wenn du heuer wieder nix trägst, dann schneid’ ich dich um.“ Der Baum trug in dem Jahr tatsächlich wieder reichlich Zwetschgen. Doch zur Ernte kam es nie: Er knickte in einem Sturm um.

Der besondere Tipp

Mit einem Tipp, wie man einen besonders schönen Garten hinbekommt, tut sich Ulrike Rieder schwer. Nicht, weil sie keine Ahnung vom Garteln hätte – ihr blühendes Reich beweist das Gegenteil. „Aber ein Garten ist immer Geschmackssache.“ Dem einen gefällt dies, dem anderen jenes. Der eine mag Ordnung und klare Strukturen, der andere mag es, wenn’s wild wuchert. Erlaubt ist, was gefällt. Der Tipp der 44-jährigen Hobby-Gärtnerin ist deshalb eher schon so etwas wie eine Philosophie: „Die Natur ist nicht perfekt.“ Und das muss mensch eben auch akzeptieren.

Katrin Hager

Zu dieser Serie

Sommerzeit ist Gartenzeit. Wer ein grünes Paradies sein Eigen nennt, braucht oft gar nicht in den Urlaub fahren. In unserer Serie schauen wir Hobby-Gärtnern im Landkreis über die Schulter.

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