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Die nächste Generation: Sebastian Snela vor dem Meditationszentrum, das seine Eltern aufgebaut haben, und das er als Erster Vorsitzender des Vereins Stiftung Domicilium weiterführt.

„Eine Perle der Reflexion“

Verein Stiftung Domicilium feiert 30-Jähriges

Weyarn - Meditieren, zu sich selbst finden, Abschied vom Leben und den Angehörigen nehmen – für all das bietet das Meditations- und Hospizzentrum Domicilium in Weyarn Raum. Nun feiert der Trägerverein sein 30-jähriges Bestehen.

Das alte Bauernhaus am Hochufer der Mangfall in Weyarn ist kaum noch zu erkennen. Vor mehr als 30 Jahren stand es alleine am Hang unterhalb der Holzkirchner Straße Richtung Mühltal. Etwas in die Jahre gekommen war es, als Helena und Bogdan Snela das Kleinod in der oberbayerischen Idylle entdeckten und es zu ihrem Kraftort, dem Domicilium Weyarn machten. 

Wo einst Stroh und Pferde untergebracht waren, öffnen sich dem Besucher heute zwei großzügige Meditationsräume. Schlicht mit weißen Wänden, ohne aufdringliche Symbole, die auf eine Religion hindeuten. Auf schwarzen Meditationskissen sitzen Kursteilnehmer in gedeckter Kleidung und aller Stille, auf der Suche zu sich selbst. 

Gänge und Treppen verbinden das alte Anwesen mit dem neuen Anbau, in dem die Übernachtungszimmer der Kursteilnehmer untergebracht sind. Der Blick aus den Zimmern fällt auf den sorgfältig angelegten Garten mit Seerosenteich. Links schließt sich der Hospizbereich an. Vor ihm liegt ein dunkles, kreisrundes Steinlabyrinth. 

Aus dem Kraftort der Snelas hat sich in den vergangenen Jahren ein Meditations- und Hospizzentrum entwickelt. „Eine Perle der Reflexion“, wie Sebastian Snela, Sohn der Gründer und heutige Vorsitzender des Vereins Stiftung Domicilium, die Einrichtung in Anlehnung an eine Beschreibung des ehemaligen Weyarner Bürgermeisters Michael Pelzer nennt. Es sei Teil einer Perlenkette, die sich durch den Ort zieht und die Angebote vom Beginn des Lebens bis zum Ende symbolisiere. „Wir sind mitten drin in der Gesellschaft angekommen“, sagt Snela. Der Verein feiert heuer schon sein 30-jähriges Bestehen und ist Träger des Zentrums. 

Damals, als seine Eltern angefangen hatten, Meditations- und Yoga-Kurse anzubieten, da gehörte das noch in die esoterische Ecke. Jetzt ist es Lifestyle. Genauso wie die Buddha-Statue, die überall dort zu finden ist, wo Ruhe und Wohlfühlen im Vordergrund stehen. Damals sei das alles noch neu und schwer einzuordnen gewesen, sagt der 36-Jährige. Doch gerade die Gemeinde sei dem neuen Zentrum aufgeschlossen und neugierig gegenüber gewesen. 

Für seine Eltern Helena und Bogdan Snela war das alte Bauernhaus zunächst auch ein Ort, an dem sie als Familie zusammenkommen konnten. Neben den drei eigenen hatten die Psychologin und der Theologe drei Pflegekinder aufgenommen. Da brauchte es eine Begegnungsstätte, um die Familien zusammenzuführen, ergänzt durch Zen-Meditation als Kraftquelle, die sie selbst beim Jesuiten-Pater Hugo Lassalle kennen gelernt hatten. Gleichzeitig sollte es ein Forum zum Austausch von Pflege- und Adoptiveltern sein, die sich damals noch an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlten. 

Mittlerweile hat sich der Verein geöffnet: für Menschen, die sich sozial ausgegrenzt fühlen und nach Auswegen aus der Isolation suchen. Für Menschen, die mit Hilfe der Meditation Ängste und Selbstzweifel überwinden, Stress abbauen und Widrigkeiten bewältigen wollen. Das spiegelt sich auch im Kursangebot wider. Es reicht von Meditation und Kontemplation, über Prozess- und Körperarbeit wie Feldenkrais bis zu Achtsamkeit und Mitgefühl. Ein Bereich, den gerade Unternehmen für ihre Mitarbeiter entdeckt haben, wie Snela weiß. 

Hinzugekommen sind zudem die Hospizgemeinschaft und die Palliativ-Spirituelle Akademie. Sie bietet einmal im Jahr ein Symposium zu Sterben und Tod an, um dazu beizutragen, das Thema zu enttabuisieren. Gleichzeitig bietet sie eine Plattform, die Erfahrungen in der Hospizarbeit in einem theoretisch-wissenschaftlichen Umfeld weiterzugeben, wie Snela sagt, beispielsweise an Mediziner. „Damit haben wir einen Nerv getroffen.“ In der Hospizarbeit verfolgt der Trägerverein eine „klare und einfache Vision“, so der 36-Jährige: Kranke und sterbende Menschen individuell und in Würde begleiten, einen Ort der Geborgenheit und Fürsorge bieten. Genau wie bei der Meditation gehe es hier auch um die existenziellen Fragen „wer bin ich, und woher komme ich?“. Fragen, die die beiden Säulen des Vereins verbinden und eine Verbindung in die Gründungszeit sind. Denn schon bei seinen Pflegegeschwistern war die Frage nach der Identität lebensbestimmend, sagt Snela.

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