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Der Brunnen Thalham-Nord der Stadtwerke befindet sich südlich des gemeindlichen Brunnens.

Vorschlag eingereicht

Weyarn muss eigenes Wasserschutzgebiet ausweisen

Weyarn - Tritt die neue Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing in Kraft, muss die Gemeinde  Weyarn  ein eigenes Wasserschutzgebiet ausweisen. Jetzt hat die Gemeinde einen Vorschlag beim Landratsamt eingereicht. 

Noch ist vieles offen, doch wenn es ernst wird, könnte es der Gemeinde Weyarn nass reingehen. Fakt ist: Tritt die neue, erweiterte Wasserschutzzone Thalham- Reisach-Gotzing in Kraft, muss die Gemeinde ein separates Wasserschutzgebiet für ihre eigene Trinkwasserversorgung ausweisen. „Ein Handlungszwang tritt aber erst ein, sobald sich bei der Stadt München etwas ändert“, erklärt Bürgermeister Leonhard Wöhr. Es handle sich um einen längeren Prozess, trotzdem möchte die Gemeinde gewappnet sein.

Deshalb hat Weyarn jetzt einen entsprechenden Schutzzonen-Vorschlag im Landratsamt eingereicht. „Wir hatten den behördlichen Auftrag bekommen, das zu tun.“

Der Hintergrund: „Bislang sind wir im Schutzgebiet der Stadt München drin und geschützt“, sagt Wöhr. Der gemeindliche Brunnen versorgt fast die gesamte Gemeinde, nur Sonderdilching, Kleinhöhenkirchen sowie einige Einöden helfen sich selbst.

Wie berichtet, wird der Bereich, in dem der Brunnen für die gemeindliche Wasserversorgung liegt, in den neuen Plänen der Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing ausgespart. Zwischen alter und neuer Zone tut sich eine Lücke auf. Da das große Wasserschutzgebiet eher südlich des SWM-Brunnens Thalham-Nord – für dessen Weiternutzung die Münchner Ende 2015 die wasserrechtliche Bewilligung bekamen – erweitert werde, falle der gemeindliche Brunnen, der sich im Norden davon befindet, raus.

Gegenüber unserer Zeitung erklärte damals ein Sprecher der SWM, warum die Weyarner rausfliegen. „Die SWM können nur für ihre Wassergewinnungsanlagen Wasserschutzzonen bemessen.“ Und: „Die Bemessung darf ausschließlich aufgrund der hydrogeologischen Situation entsprechend der geltenden fachlichen Vorgaben und Regelwerke erfolgen.“ Für eine Einbeziehung fehle den SWM „die fachliche und die rechtliche Grundlage.“ Wöhr zeigt mittlerweile Verständnis dafür. „Wenn der Bereich für die Stadtwerke nicht notwendig ist, können sie ihn auch nicht ausweisen oder beantragen“, sagt er. Das sei rechtlich gar nicht zulässig. Heutzutage habe man wohl genauere Messmethoden als zu der Zeit, als die alte Wasserschutzzone entstand.

Trotzdem: „Jede Ausweisung kostet etwas.“ Das Kommunalunternehmen müsse die Ausgaben tragen. „Aber die halten sich in einem überschaubaren Rahmen“, sagt Wöhr, sie bewegen sich im fünfstelligen Bereich. Denn es gebe bereits brauchbare Voruntersuchungen für den städtischen Brunnen. Weitere Gutachten ließ die Gemeinde auf eigen Faust erstellen. Auf den Gebührenzahler werde sich das nicht wesentlich auswirken, sagt Wöhr.

Die Ausweisung treffe nur einen Grundstücksbesitzer. Wöhr rechnet mit einer einvernehmlichen Lösung. „Das Verhältnis ist gut.“ Ausgleichszahlungen müsse man genauer besprechen. „Uns pressiert’s nicht.“

Wie Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt, erklärt, sei der Schutzgebietsvorschlag der Gemeinde Weyarn beim Landratsamt eingegangen. Er befinde sich zur Begutachtung beim Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. „Ein Ergebnis liegt noch nicht vor“, sagt Nemitz. Das weitere Verfahren werde erst fortgeführt, wenn klar ist, dass die Neuausweisung des Wasserschutzgebiets für München wie geplant kommt. Und wenn, infolgedessen, ein Teil im Bereich der Weyarner Wassergewinnung aus dem Münchner Schutzgebiet herausfällt.

Im Schutzgebietsverfahren für München werden derzeit noch die Punkte geprüft, die das Umweltministerium dem Landratsamt aufgegeben hatte (wir berichteten). Erst dann kann das reguläre Verfahren weiterlaufen. Zu diesen Punkten gehören: Der Status der Altrechte, ein Brunnenmanagementplan, die Schützbarkeit der Gewinnungsanlage Reisachs sowie die Prüfung des geplanten Gewerbegebiets Miesbach im Hinblick auf eine Machbarkeit unter Auflagen und Bedingungen. Auch die Tragweite des Beweidungsverbots in der engeren Schutzzone steht auf dem Prüfstand. Davon abgesehen nimmt man den derzeit vorgeschlagenen Schutzgebietskatalog unter die Lupe, mit dem Ziel einer bestmöglichen Umsetzung von Vorschlägen des Runden Tisches 2007. „Das Landratsamt hofft, noch heuer ein Ergebnis vorstellen zu können“, sagt Nemitz.

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