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Anbau: Noch heuer soll es losgehen

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Schliersee - Es tut sich doch etwas in Sachen Ortsmitte-Entwicklung in Schliersee. Am besten noch heuer möchte die Gemeinde mit dem Anbau an das Heimatmuseum beginnen. Jetzt gab’s einen ersten Entwurf.

Es ist ein besonderes Gebäude, dessen sich Schliersee da annimmt. Es ist „eines der ältesten, wenn nicht das älteste Gebäude in Schliersee“, sagte Architekt Johannes Wegmann im Gemeinderat. Gemeint ist das Heimatmuseum. Noch älter – nämlich aus dem 14. Jahrhundert – ist der hintere Teil des Gebäudes, der den Waldeckersaal beheimatet, in dem sich einst die Chorherren trafen. Gemauert ist er aus nicht behauenen Feldsteinen, und viel ist im ursprünglichen Zustand erhalten, etwa die gotische Decke oder auch die Rauchküche im angebauten Bauernhaus aus dem 15. Jahrhundert. In der Summe „von überregionaler Bedeutung“, sagte Wegmann.

Ein solches Kleinod fasst man auch als Architekt nur mit äußerster Vorsicht an. Im Anbau-Entwurf von Wegmann ist diese Vorsicht als „Fuge“ zwischen bestehenden und neuem Teil erkennbar. Der etwa 12,50 lange und 18,50 Meter breite Anbau hält respektvollen Abstand zum Bestand. Keine Lücke, vielmehr soll der Zwischenraum als großer Eingangsbereich des Museums dienen, der Obergeschoss als Galerie vor einem Saal (rund 150 Quadratmeter), in dem beispielsweise Konzerte stattfinden könnten. Darunter: eine weitere Ausstellungfläche. „Ich finde, das hat ein solches Museum verdient.“ Schließlich könne Schliersee so manches herzeigen – aus dem Bauerntheater etwa oder Material über die Bockerlbahn in Neuhaus beispielsweise.

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Durch die Fuge bleibt das alte Gebäude von allen Seiten „erlebbar“, wie es Wegmann bezeichnet. „Maßgeblich ist, dass man eine Zäsur spürt. Es sind drei Baukörper, die unter einem Dach vereint sind.“

Im Untergeschoss hat Wegmann Toiletten, Räume für das Gemeindearchiv, die Heimatfreunde und den Alt-Schlierseer Trachtenverein eingeplant sowie einen Proberaum, etwa für die Blaskapelle. Freilich betonte auch der Architekt, dass es sich um einen Entwurf handelt, und tatsächlich kamen aus dem Kreis der Gemeinderäte Vorschläge für weitere Nutzungsmöglickeiten. Ernst Höltschl (SPD) brachte etwa einen Gymnastikraum ins Spiel, und Jürgen Höltschl (CSU) fände die Gäste-Info in dem Anbau gut aufgehoben.

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) will derweil erst die Vereine an einen Tisch holen, ehe über das genaue Raumprogramm entschieden wird – „am besten noch vor der Sommerpause.“ Denn im September sollen Nägel mit Köpfen gemacht und nach Möglichkeit noch heuer der Keller gebaut werden. „Für die Gestaltung und auch die Nutzung bleibt noch Spielraum.“

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Das Heimatmuseum vor dem Abriss des Wirtschaftstrakts.

Im Haushalt 2015 sind für das Heimatmuseum 100 000 Euro eingeplant. Kosten wird das vorgestellte Gebäude auf jeden Fall ein Vielfaches. Wegmann wollte sich auf Anfrage von Michael Dürr (PWG) bezüglich einer Summe nicht festlegen. Ein denkmalgeschütztes Haus berge zu viele Unwägbarkeiten, als dass sich gegenwärtig eine seriöse Aussage treffen ließe. Die Finanzierung wurde nicht weiter thematisiert, und auch Schnitzenbaumer will über die Kosten nicht spekulieren.

Erforderliche Stellplätze könnte man im Norden des Gebäudes anlegen, erläuterte Wegmannn, „wenn nicht im Gesamtzusammenhang mit dem Bereich Schule“. Er spielte damit darauf an, was auch Schnitzenbaumer zu Beginn thematisiert hatte. Nämlich dass der Heimatmuseums-Anbau einen ersten Schritt bei der Neugestaltung der Ortsmitte darstellt. „Irgendwo muss man ja anfangen“, sagte der Bürgermeister.

Neu zu alt: Das Heimatmuseum soll einen Anbau bekommen. Skizze und Foto zeigen die Südansicht, in der 3D-Grafik ist das Innenleben des Gebäudes zu erkennen: hinten der älteste Teil mit nicht behauenen Feldsteinen, davor der angebaute Bauernhof, links der Neubau und dazwischen die sogenannte Fuge. foto: THomas Plettenberg / Skizze/Grafik: Architekturbüro wegmann
Das Innenleben des Gebäudes: hinten der älteste Teil mit nicht behauenen Feldsteinen, davor der angebaute Bauernhof, links der Neubau und dazwischen die sogenannte Fuge. © Grafik: Architekturbüro Wegmann

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