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Ranklotzen, damit es nicht noch länger dauert: Die Bauarbeiten am Bahnhofsareal in Bayrischzell sind aktuell sechs Monate im Verzug. Jetzt hat die Gemeinde Druck gemacht, damit das Projekt bis Ende Juli endlich fertig wird. 

Dauerbaustelle geht ins Geld - und auf die Nerven 

Bahnhofsareal: So lange müssen Anwohner noch leiden

Bayrischzell - Ein halbes Jahr sind die Bauarbeiten am Bahnhofsareal in Bayrischzell über der Zeit. Das kostet die Gemeinde nicht nur Nerven, sondern auch Geld. 

Das Bahnhofsareal in Bayrischzell gerät langsam aber sicher zur Dauerbaustelle. Auch in den vergangenen Tagen rumpelten Bagger über das Gelände, um die restlichen Straßen- und Parkflächen fertigzustellen. Eigentlich hätten die Bauarbeiten bis Ende 2015 abgeschlossen sein sollen. Doch das Projekt verzögerte sich wegen einiger unangenehmer Überraschungen, die die Schaufeln der Baumaschinen zutage gefördert hatten. Wie berichtet, hoben die Bauarbeiter rund 150 Tonnen mit Schadstoffen belastetes Teermaterial aus dem Untergrund. Die Entsorgung der Altlasten aus den 1970er-Jahren übernahm eine extra dafür angeforderte Fachfirma.

Bürgermeister Georg Kittenrainer schüttelte verärgert den Kopf, als er nun den Gemeinderat über die Folgen des Verzugs der Baustelle informierte. Zum einen habe die Altlastenproblematik die Fertigstellung der sogenannten Park- und Ride-Flächen am Bahnhof verhindert. „Das hat uns auch finanziell stark geschwächt“, sagte Kittenrainer. Er sprach von einer fünfstelligen Summe, die die Gemeinde zusätzlich für das Bauprojekt berappen müsse. Zum anderen wäre auch die beauftragte Baufirma überfordert gewesen. Es habe an Personal gefehlt, zumal auch noch der zuständige Bauleiter erkrankt sei. „Dadurch hat sich das festgelegte Zeitfenster verlängert“, erklärte der Rathaus-Chef.

Neuer Fertigstellungstermin der restlichen Bauarbeiten soll Ende Juli sein. „Wir haben jetzt massiv bei der Baustellenbesprechung darauf eingewirkt, die Zeiten einzuhalten“, betonte der Bürgermeister. Ratsmitglied Karl Acher, der die Bauarbeiten beobachtet hatte, sprach dagegen Klartext. „Arbeiten wurden teilweise doppelt gemacht“, schimpfte Acher. So seien Grenzsteine für das Pflaster gesetzt und hinterher wieder herausgerissen worden, weil sie nicht gepasst hätten. „Da verwundert es nicht, dass die Zeit nicht eingehalten wurde.“ Anderorts würden Bauherrn dafür eine Verzugsstrafe einfordern.

Kittenrainer versuchte, zu beschwichtigen. Von Pfusch am Bau könne keine Rede sein, betonte er. „Sie machen trotz der Verzögerung eine gute Arbeit.“ Das habe auch das zuständige Ingenieurbüro bestätigt. Was die Einhaltung des Zeitplans angeht, seien die rechtlichen Möglichkeiten der Gemeinde jedoch beschränkt. Den Fund von Altlasten hätte niemand vorhersagen können. Verständnis zeigte der Bürgermeister für den Unmut der Anwohner. Er entschuldigte sich für den baulichen Mehraufwand und versicherte, dass „trotz der ärgerlichen Verzögerung die Qualität der Arbeiten völlig in Ordnung ist“.

Daniel Wegscheider

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