Mehr Badespaß in bayrischzell

Kraxlgaudi im Warmfreibad

Bayrischzell - Das Freibad in Bayrischzell hat schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Jetzt plant die Gemeinde plant eine echte Aufwertung: eine Kletterwand. 

Bayrischzell werkelt weiter daran, als Urlaubsort attraktiver zu werden. Gerade hatte Bürgermeister Georg Kittenrainer der Einweihung der Speedpoint-Messstrecke beigewohnt (wir berichteten), da verkündete er im Gemeinderat eine weitere Neuerung. eine Waterclimbing-Kletterwand. Diese soll wieder mehr Gäste ins Warmfreibad locken. Es handelt sich dabei um eine sechs Meter hohe Kletterwand, die direkt am Beckenrand aufgebaut wird und somit das Kraxeln über dem Wasser ermöglicht. Die Anlage besteht aus stabilem Edelstahl und einer transparenten Plexiglaswand. Sie nimmt also kaum Sonnenlicht weg, und die Badefreunde können Klettermaxen auch von vorne zuschauen.

Bis es soweit ist, müssen sich die Wasserratten aber noch gedulden. Er im nächsten Jahr soll die Kletterwand aufgestellt werden. „Für die Installation war es heuer zu spät“, sagte Geschäftsleiter Hubert Pöllinger. Denn für die Fundamente der Anlage seien noch einige spezielle Baumaßnahmen erforderlich. Darum werde der Bau in den Herbst verlegt. Kittenrainer freut sich aber schon jetzt auf das neue Angebot im Schwimmbad. Schon lange überlege die Gemeinde, wie sie wieder mehr Schwung in das in die Jahre gekommene Freibad bringen könne. „Das Schwimmbad erwirtschaftet jedes Jahr ein nicht unerhebliches Defizit“, beklagte der Bürgermeister. Pöllinger spricht auf Nachfrage von rund 150 000 Euro.

Das Warmfreibad und dessen Aufwertung sind im Hinblick auf ein Projekt nebenan von Bedeutung: nämlich der geplanten Entwicklung eines Familienhotels auf dem ehemaligen AOK-Gelände (wir berichteten). „Das ist auch ein Grund, das Warmfreibad wieder aufzuwerten“, sagte Kittenrainer. Zudem sei die Kletteranlage im Schwimmbad etwas Besonderes. „Es ist hat Alleinstellungsmerkmal, das im weiten Umkreis kein Schwimmbad zu bieten hat.“ Das sieht auch der Pöllinger so. „Es ist eine Attraktion, die gut in unsere Region passt.“ So wie das Thema Klettern überhaupt zu Bayrischzell mit seinen Bergen passe. 

Anders als in der Natur wird im Schwimmbad allerdings ohne Seil und Sicherungspartner gekraxelt. Wer stürzt, fällt schließlich nur ins Schwimmbecken. Darum ist im Bereich der Kletterwand eine Wassertiefe von mindestens 3,65 Metern erforderlich, erklärte Pöllinger. Eine Voraussetzung, die das Bayrischzeller Bad beim Sprungbrett erfüllt. Letzteres, betonte Kittenrainer, bleibt aber erhalten und abwechselnd mit der Kletterwand geöffnet. 

Das Geld für die Anschaffung – es dürfte sich um einen Betrag um die 60 000 Euro handeln, sagt Pöllinger auf Anfrage – sei für den Haushalt 2017 vorgesehen. 

In Sachen Schwimmbad hatte Bayrischzell zuletzt an einer anderen Front zu kämpfen. Mehrere Lecks im Rohrleitungssystem trieben den Wasserverbrauch in die Höhe. Der Kreislauf verlor eine Menge Wasser, das im Untergrund versickerte: „Die vergangenen zwei Jahre mussten wir täglich bis zu 70 Kubikmeter nachfüllen“, berichtete Kittenrainer. Das Wasser selbst ist für Bayrischzell zwar bis zur Schließung der Legerwaldquelle gratis, aber es muss im Bad erwärmt werden. Es fallen also Kosten für Energie an. Zudem konnte im Bad durch die ständige Kaltwasserzuspeisung die gewünschte Badetemperatur von 26 Grad nicht erreicht werden. Erst jetzt ist es gelungen, die Leitungen abzudichten. Was der Schaden die Gemeinde gekostet hat, wagt Pöllinger nicht zu beziffern. „Das hängt ja sehr von der Außentemperatur ab“, sagt er. 

Wenn das Wetter passt, soll das Freibad heuer am Pfingstwochenende in die Saison starten. Derzeit lässt die Gemeinde noch kleinere kosmetische Arbeiten im Bereich der Stellplätze erledigen.

Daniel Wegscheider

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