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Ein Bayrischzeller wurde wegen  Fahrerflucht verurteilt.

Obwohl er Pralinen und Blumen mitbrachte

Bayrischzeller (20) wegen Fahrerflucht verurteilt

Bayrischzell - Der junge Bayrischzeller rammte ein Auto, entschuldigte sich und flüchtete dann. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht Miesbach jetzt zu einer überraschend hohen Strafe.

Es war im November des vergangenen Jahres, als ein 20-jähriger Mann aus Bayrischzell seinen ersten Unfall baute. Er fuhr in Schliersee gegen einen geparkten Opel Corsa – der Sachschaden war mit 5500 Euro sehr hoch.

Zunächst verhielt sich der junge Mann vollkommen richtig. Er wendete, fuhr zur Unfallstelle zurück und erkundigte sich bei der Fahrerin, die sich in dem Opel befunden hatte, nach ihrem Befinden. „Sie hat gesagt, dass sich keiner weh getan hat“, erklärte der Angeklagte vor dem Miesbacher Amtsgericht. Dort stand der junge Mann nun nämlich aufgrund seines späteren Verhaltens.

Nachdem er sich den Schaden angesehen hatte, stieg der Bayrischzeller ins Auto und fuhr davon – ohne der Geschädigten seine Kontaktdaten zu hinterlassen. „Ich war einfach total fertig und habe nicht mehr daran gedacht, eine Karte abzugeben“, erzählte er im Gerichtssaal. In den Tagen nach dem Unfall entschuldigte er sich aber persönlich bei der Opelfahrerin und brachte ihr Blumen und Pralinen mit. Der Schaden an dem Fahrzeug wurde von seiner Versicherung übernommen.

Er habe die Flucht ergriffen, was zwar menschlich verständlich sein mag, räumte Staatsanwalt Daniel Hinz ein. „Dennoch ist das eine Straftat.“ Der Staatsanwalt forderte deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 43 Euro und zusätzlich ein Fahrverbot von sieben Monaten. Die Jugendgerichtshilfe hielt dagegen Sozialstunden für ausreichend. „Die Tat ist eher jugendtypisch“, erklärte Christiane Lintner. Außerdem sei der Angeklagte bisher unauffällig gewesen.

Aufgrund seines positiven Verhaltens in den Tagen nach dem Unfall plädierte Rechtsanwalt Ulrich Hieronimi für ein lediglich einmonatiges Fahrverbot. „Das würde ihn sicher ausreichend beeindrucken“, sagte er. Beeindruckt war aber auch Richter Walter Leitner von der Höhe des verursachten Sachschadens. Er verhängte 32 Sozialstunden und ein Fahrverbot von sechs Monaten. Geknickt nahm der junge Mann das Urteil zur Kenntnis und erklärte, aus seinem Fehler gelernt zu haben.

hph

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