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Das alte AOK-Heim will Investor Anton Pletzer aus Tirol zu einem Familienhotel umbauen und erweitern. Der Gemeinderat befasste sich nun mit den Bedenken von Anwohnern.

Gemeinde wiegelt ab - Baubeginn 2017 geplant

Familienhotel: Nachbarn fürchten Lärm spielender Kinder

Bayrischzell – Die Gemeinde freut sich auf das neue Vier-Sterne-Hotel. Die Nachbarn fürchten sich - vor allem vor lärmenden Kindern, die am Bach spielen könnten - und Schlimmerem.

dessen Baubeginn für 2017 geplant ist: In der vorvergangenen Gemeinderatssitzung hatte das Gremium dem Planungsentwurf für ein Familienhotel auf dem ehemaligen AOK-Gelände einhellig zugestimmt (wir berichteten). Nun meldeten sich im Rahmen des Beteiligungsverfahrens Anwohner zu Wort. Nicht alle teilen die Vorfreude auf den neuen Hotel- und Gastronomiebetrieb. Anwohner sehen ihre Ruhe durch spielende Kinder und Lieferanten gefährdet. Der Gemeinderat nahm die Problematik nun detailliert unter die Lupe und nahm Vorkehrungen in den Bebauungsplan auf.

Georg Kittenrainer schnaufte einmal mehr tief durch, als er im Gemeinderat wieder die Geschichte des AOK-Heims skizzierte. „Es ist ein weiter und steiniger Weg“, seufzte der Bürgermeister. Bereits der Gemeinderat um den ehemaligen Rathaus-Chef Helmut Limbrunner hatte sich für den Verkauf des ehemaligen AOK-Heims eingesetzt, das seit fast zwei Jahrzehnten ungenutzt vor sich hinschlummert. Mittlerweile zur Freude der Flora und Fauna, die das 1,3 Hektar große Gelände im Wildwuchs zurückerobert hat. Durch den Verkauf der Immobilie von der Gemeinde an den Tiroler Investor Anton Pletzer und dessen Plan, darauf ein Hotel für Familien zu errichten, kam im vergangenen Jahr der lang ersehnte Befreiungsschlag. Mit den eingegangenen Stellungnahmen der Anwohner poltern nun neue Hürden auf den Weg zur geplanten Hotelanlage.

So geht die Angst vor zunehmendem Straßenverkehr auf der Kranzerstraße um. Natürlich werde mehr Verkehr zum Hoteleingang entstehen, dieser halte sich aber in Grenzen, beruhigte Kittenrainer. „Eine Straßenverbreiterung ist aus fachlicher Sicht nicht notwendig“, da Gäste nur zur An- und Abreise die gesamte Strecke von der Einfahrt an der Schlierseer Straße in die Kranzerstraße und zum Hotel fahren werden. Sonst stünden ihnen die Parkflächen am Bahnhofsareal zur Verfügung, rund 60 Meter südlich vom Hoteleingang entfernt. Die Lieferantenzeiten werden auf 6 bis 22 Uhr beschränkt. Allerdings sei auch im Interesse des Hotelbetreibers, „nicht um 6 Uhr morgens Paletten vorm Hotel krachend abladen zu lassen“, meinte Kittenrainer.

Zwei weitere Anwohner der Michael-Meindl-Straße auf der Ostseite des Areals befürchten indes eine Lärmquelle im Wendelsteinbach, der durch das Hotelareal fließt: Da der Bach nach Auffassung der beiden Anwohnern attraktiv für Kinder ist, befürchten sie täglichen Spielbetrieb am Gewässer, auch abends und sogar nachts. Für solche Bedenken gibt es laut Bauamtsleiter Josef Acher aber keine Grundlage. Zum einen sei der Bereich als Wellnessareal vorgesehen und nicht als Kinderspielplatz. Zum anderen sei das Gewässer im Rahmen des Hochwasserschutzes durch Bepflanzung am Ufer und eine rund 1,50 Meter hohe Böschung nicht aufs Planschen ausgelegt, erklärt Acher. Für Kinder stehe vielmehr ein Aufenthaltsbereich mit Schlechtwetteranlage weiter südlich beim ehemaligen AOK-Hausmeisterhaus bereit. Eine natürliche Wegeunterbrechung zu den östlichen Nachbarn hin werde beim Neubau zusätzlich geschaffen: Zurzeit führen auf dem Gelände zwei Brücken über den Wendelsteinbach. Lediglich die nördliche wird laut Bebauungsplan erhalten bleiben, da sie vom Haupteingang einen direkten Zubringer zum örtlichen Warmbad bilde, so Acher.

Eine andere Lärmquelle sehen Anwohner der Michael-Meindl-Straße im Freibereich der Terrasse durch etwaige Grillabende und Barbetrieb unter freiem Himmel. Diese Außenveranstaltungen seien von der Imissionsschutzbehörde durch festgelegte Zeiten bis maximal 22 Uhr reguliert; danach müssen Fenster und Türen bei Feiern im Hotel geschlossen werden, hieß es im Gemeinderat.

Daniel Wegscheider

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