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Übergabe des Förderbescheids auf dem Wendelstein-Gipfel.

Förderbescheid für Leader-Projekt übergeben

Auf vier Wanderwegen auf den Wendelstein-Gipfel

Bayrischzell - Im Rahmen des EU-Förderprogramms Leader werden die vier Gemeinden am Fuße des Wendelsteins zumindest im wirtschaftlichen Sinne vereint.

Bekanntermaßen planen die vier Gemeinden am Wendelstein jeweils Wanderpfade, die die Motive Familie, Religion, Wasser und Kunst thematisieren und sich am Gipfel vereinen. Der Projektleiter, die Wendelsteinseilbahn GmbH, beabsichtigt in diesem Zusammenhang, den Panoramaweg aufzufrischen. Für den ersten Planungsphasenschritt überreichte nun Sebastian Wittmoser, Leader-Koordinator vom Landwirtschaftsamt Rosenheim und zuständig für die Leader-Region Oberbayern-Süd – an Wendelstein-Betriebsleiter Florian Vogt einen Scheck über 20 000 Euro.

Die Aktion ist das erste Kooperationsprojekt der beiden Leader-Arbeitsgruppen (LAG) Mangfalltal-Inntal und der Kreisentwicklung Miesbacher Land. Dafür trafen sich die beiden Vorsitzenden Felix Schwaller (Mangfalltal-Inntal) und Michael Pelzer (Miesbacher Land) mit Leader-Vertretern und Touristikern aus den Talgemeinden zum gemeinsamen Gipfeltreffen auf der Wendelstein-Panoramaterrasse. Sozusagen auf neutralem Boden, genau auf der Landkreisgrenze zwischen Rosenheim und Miesbach. Dabei zeigt sich auf der Grenzlinie zwischen den Gemeinden eines deutlich – der weitläufige Blick in beide Täler mit ihren jeweiligen touristischen Attraktivitäten.

„Es ist der Mittelpunkt, der uns verbindet“, sagte Wittmoser. Und dies sei gerade mit Blick auf das Leader-Projekt ein Paradebeispiel. „Leader fördert die Zusammenarbeit, Naturerhaltung und Innovation“, sagte er. „Das schaffen wir durch die gemeinsamen Themenwege rund um den Wendelstein herum.“ Zudem begegne das Projekt dem demografischen Wandel. Für Wittmoser bedeute dies, den Lebensraum für junge Menschen attraktiver zu gestalten: „Dadurch erhalten wir Arbeitskräfte.“ Darüber hinaus lobte der Leader-Koordinator auch die Wendelsteinbahn GmbH, die im Themenwanderkonzept keine Konkurrenz zu ihren beiden Transportmitteln – der Zahnrad- und Seilbahn – sehe.

Seilbahn streikt beim Pressetermin

Ironischerweise streikte Letztere beim Pressetermin, somit mussten die geladenen Gäste aus dem Landkreis Miesbach einen Umweg über den Zahnradbahn-Zubringer in Brannenburg in Kauf nehmen. Schuld sei eine defekte Seilbahnsteuerung gewesen, erklärte Vogt, der den Seilbahnbetrieb daraufhin für einen Tag einstellen musste. Vielleicht demonstrierte der Wendelstein damit auf seine Art, dass die Leute wieder mehr zu Fuß seinen Gipfel erklimmen sollten, um die natürliche Schönheit beim Wandern zu erleben.

Mit den neuen Wanderwegen wird das vielleicht noch besser möglich. Vogt plant, den Wendelstein durch interaktive und haptische Schaustationen aktueller zu gestalten. Zum Beispiel mit einem dreidimensionalen Modell, an dem Kinder verschiedene Gesteinsschichten zusammenbasteln können. Das Herzstück sei jedoch das gemeinsame Aufeinandertreffen der einzelnen Pfade am Gipfel, erklärte er. Sein Lieblingspfad: der geplante Meditations-Weg von Birkenstein zum Wendelsteinkirchlein hoch.

Pelzer sah das ähnlich. „Wir leben in einer hektischen Zeit von Konsum und Smartphones“, sagte er. „Viele Menschen brauchen wieder eine Auszeit.“ Viele Fremdenverkehrsregionen würden eine Rückbesinnung zur Spiritualität bemerken. Zusammen mit der Kombination des Wasser- (Bad Feilnbach) und Kunstwegs (Brannenburg) könnte dies gelingen.

Der kürzeste Pfad von Bayrischzell aus (Wendelstein-Männlein-Weg) eigne sich dagegen für Familien mit Kindern. Bis Ende des Jahres sollen nun die Wegekonzepte von den Gemeinden und deren Bürgern ausgearbeitet werden. Im zweiten Schritt beginnt die bauliche Umsetzung, die laut Wittmoser für das Jahr 2017 geplant sei. Der Leader-Koordinator: „Es ist ein tolles Gemeinschaftsprojekt – und das Bindeglied dafür ist der Wendelstein.“

Daniel Wegscheider

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