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Einmal volltanken, bitte: In Bayrischzell und Fischbachau können wohl ab April günstig Elektroautos gemietet werden.

Nur Fischbachau und Bayrischzell bekennen sich zum Interreg-Projekt

Gemeinden könnten an billiges E-Auto kommen - wollen aber wohl nicht

Schlierach-/Leitzachtal – Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner hat ein Förderprojekt an Land gezogen, mit dem sich jede Gemeinde ihr eigenes E-Auto für wenig Geld sichern könnte - das Interesse ist begrenzt.

Vielleicht gibt dieses Projekt der Thematik einen weiteren Schub: Mehrere Gemeinden erwägen, sich an einem grenzübergreifenden E-Mobilitäts-Projekt beteiligen, dass insgesamt rund 40 Gemeinden im Inntal anschieben. Über ein mietbares Elektrofahrzeug soll das Bewusstsein für das emissionsfreie Autofahren geweckt und gestärkt werden. Zum Donnerstag müssen sich die Teilnehmer eigentlich bekennen.

Am offensivsten geht Fischbachau das Thema E-Mobilität an – selbst, wenn man dort mit den eigenen Ankündigungen nicht immer Schritt halten kann. So war vor gut zwei Jahren geplant, mehrere Elektroautos anzuschaffen und zu vermieten. Daraus wurde bislang nichts, denn Fischbachau wechselte das Zugpferd. Statt über das europäische Leader-Programm eine Machbarkeitsstudie zu finanzieren, hängte sich die Gemeinde an ein Projekt im Inntal, das einen anderen Fördertopf im Visier hat: Interreg V – ein Programm, das speziell Projekte fördert, die Staatsgrenzen überwinden. Im vorliegenden Fall die deutsch-österreichische Grenze.

Drei Module stehen zur Auswahl. Das kleinste beinhaltet nur Marketing- und Info-Material, was zumindest für Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) wenig Sinn hat. Infos gibt es reichlich und PR macht zum Beispiel auch die Energiewende Oberland mit ihren bisher zwei E-Sternfahrten. Wichtiger erscheint, das E-Auto erlebbar zu machen.In Modul zwei können die am Interreg-Projekt teilnehmenden Gemeinden ein Auto leasen. 47.000 Euro kostet das für drei Jahre. Diese Kosten aber werden von der EU zu 75 Prozent gefördert. Ein viertes, eventuell auch fünftes Leasing-Jahr muss die Kommune selbst tragen. Im dritten Modul (59.000 Euro) ist zusätzlich noch eine Ladestation enthalten.

Fischbachau hat per Gemeinderats-Beschluss das Modul zwei gewählt, da es bereits zwei Ladesäulen im Gemeindegebiet gebe, so Lechner. Der Bürgermeister spricht davon, dass die Gemeinden bis zum heutigen Donnerstag Zeit haben, sich zu entscheiden. Interesse hatte es im Vorfeld auch in anderen Rathäusern gegeben. Einzig der Bayrischzeller Bürgermeister Georg Kittenrainer gibt klar grünes Licht. Seine Gemeinde werde mit dem vollen Programm dabei sein. Allerdings brauche er noch das Okay des Gemeinderat. Der werde sich am Montag, 21. November, mit dem Thema befassen.

In anderen Rathäusern ist man zurückhaltender. Schliersee hat nach Auskunft von Geschäftsleiter Jörn Alkofer einer Absichtserklärung abgeben. Seinen Informationen zufolge sei ein späterer Einstieg aber problemlos möglich. Aktuell denke Schliersee über eine Ladestation direkt am Rathaus nach. Im Sinne der Klimaneutralität würde es aber auch eine Photovoltaikanlage brauchen.

In anderen Rathäusern hat man das Thema im vergangenen Jahr offenbar nicht weiterverfolgt. Weyarn hat sich derweil gegen das Programm entschieden. Eine Ladesäule gebe es bereits, und wie Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) sagt, werde die auch „fleißig genutzt“. Selbst als Vermieter eines E-Autos aufzutreten, sei derzeit keine Option. Das bedeute schließlich einen gewissen Aufwand, und der Weyarner Arbeitskreis Energie habe wahrlich genug zu tun.

Lechner zufolge könnte das Projekt im April 2017 starten. Ein paar Fragen gilt es bis dahin noch zu beantworten. Etwa, welche Buchungsplattform – sie ist Bestandteil des Pakets ab Modul zwei – zur Anwendung kommt. Deutsche und österreichische Projektpartner haben diesbezüglich offenbar noch unterschiedliche Auffassungen.

Daniel Krehl

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