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Veraltete Triebwagen: Geht es nach Bürgermeister Lechner, fährt die BOB bald mit Akku-Antrieb.

Elektrifizierung und Halbstundentakt

Bahnverkehr: Gemeinde lässt nicht locker

Fischbachau - Die Gemeinde Fischbachau will Elektrifizierung und Halbstundentakt im Landkreis in den Bundesverkehrswegeplan 2030 einbringen. Klappt das nicht, sieht der Bürgermeister vorerst keine Chance mehr.

Der Bürgermeister von Fischbachau war nicht begeistert, als er den Bundesverkehrswegeplan 2030 das erste Mal sah. „Da ist null Komma nichts dringestanden“, beschwerte sich Josef Lechner (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Rede ist von der Bahnstrecke südlich von Holzkirchen, genauer den Strecken nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee. Seit Jahren setzt sich unter anderem Lechner für eine Elektrifizierung und die Einführung eines Halbstundentakts ein (wir berichteten).

Dass das Thema in dem Plan bis 2030 so gar nicht zur Sprache kommt, damit ist er nicht einverstanden. Deshalb will er nun von einem Angebot Gebrauch machen: Der Bundesverkehrswegeplan 2030 kann bis Montag, 2. Mai, von der Öffentlichkeit kommentiert werden. Im Namen der Gemeinde will Lechner dazu nun Stellung beziehen. Was er möchte, ist klar: weg von diesel- hin zu strombetriebenen Schienenfahrzeugen und einen Halbstundentakt. „Der heutige Standard ist mit den weniger leistungsfähigen Dieseltriebwagen nicht mehr aufrechtzuerhalten“, erklärte er. Denn die Integrale der BOB würden in dieser Form gar nicht mehr gebaut.

Die Gemeinde sei auch bereit, etwas dafür zu tun, damit die Neuerung kommt: In Aurach könnte ein Kreuzungsbahnhof entstehen, um den Halbstundentakt zu ermöglichen, und die neun Bahnübergänge der Gemeinde würden geschlossen oder technisch gesichert werden. Diese gehören allerdings der Bahn, und die müsste dann für die Kosten aufkommen.

Elektrifizierung und Halbstundentakt: Ministerium mit negativer Antwort

Den Wunsch nach Elektrifizierung und Halbstundentakt hat die Gemeinde auch schon im einem Brief an den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kundgetan, in Absprache mit Schliersee und Bayrischzell. Das war im Mai vergangenen Jahres. „Die Antwort war nicht gerade berauschend“, machte Lechner deutlich. Hermann hatte andere Strecken in Bayern als wichtiger erachtet und sah die Umsetzung als nicht finanzierbar an. Auch eine Resolution des Landkreises an das Verkehrsministerium im Oktober half da nicht. Die Forderung darin war ähnlich: Elektrifizierung der Strecken im Oberland, ein 30-Minuten Takt und neue Bahnhaltepunkte. Auch hier war die Antwort negativ.

Doch Fischbachau lässt nicht locker. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses hatte Lechner bereits angekündigt, den Weg über den Bundesverkehrswegeplan zu suchen. Lechner will ernst genommen werden. Er wisse, dass es in Bayern wichtigere Bahnprojekte gebe, als einen Halbstundentakt in Fischbachau und Bayrischzell. Aber wenigstens eine Notiz hätte er gern in dem aktuellen Plan. „Wenn nicht jetzt, dann haben wir bis 2030 keine Chance“, sagte Lechner. So drastisch sieht Heino Seeger, ehemaliger BOB-Chef und jetziger Tegernsee-Bahn-Geschäftsführer, die Situation nicht. Er hatte bereits mit Lechner gemeinsam nach Lösungen gesucht. „Man muss einfach immer den Druck auf diesen Themen halten“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Eine Chance werde es immer geben, so lange sich die Leute an das Problem erinnern.

Wird aus der Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan nichts, gibt es immer noch das Pilotprojekt „Akku-Lok“, an dem Seeger und Lechner arbeiten. Auch dieses dient dazu, die Diesellok und zudem die Oberleitungen loszuwerden. Ein E-Tender, ein Vorstellwagen mit Batterien, treibt die Bahn dabei an. Derzeit laufen Gespräche mit Fahrzeugherstellern, erklärte Seeger. Erst wenn es einen Plan mitsamt Kostenaufstellung gibt, kann ein Förderantrag nach Berlin geschickt werden. „Wir wollen dabei ein Fahrzeug entwickeln, das dem Umweltgedanken gerecht wird“, betonte Seeger. Die Kostenplanung sei schwierig. Das Projekt müsse auf jeden Fall wirtschaftlich vertretbar sein. Wann es weitergeht, kann der Tegernsee-Bahn-Chef nicht sagen.

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