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Fährt vielleicht doch irgendwann alle halbe Stunde: BOB.

Ist das der Durchbruch?

Nach Geheimgespräch: 30-Minuten-Takt für BOB plötzlich gut möglich

Landkreis – In die zuletzt verworrene Diskussion um die Elektrifizierung und 30-Minuten-Takt für die BOB scheint Klarheit zu kommen. Es gibt sogar eine Art Zeitplan.

Auch wenn bis zur nächsten Ausschreibung der Zugstrecken im Oberland noch ein paar Jahre ins Land ziehen. Die Politik muss sich recht bald darüber im Klaren sein, wie der Zugverkehr von München in den Kreis Miesbach und insbesondere nach Bayrischzell Mitte der 2020er-Jahre aussehen soll. Denn ein 30-Minuten-Takt zu Hauptverkehrszeiten über Schliersee hinaus erfordert Umbaumaßnahmen am Gleiskörper. Zwischen Schliersee und Bayrischzell müssen die Züge irgendwo aneinander vorbeifahren können, was gegenwärtig nicht der Fall ist – nur eine der erforderlichen Maßnahmen.

Lechner: „Das ist schon ein Durchbruch“

Nun haben Politik und maßgebliche Beteiligte wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die den Zugverkehr bestellt, und die DB Netz AG, der die Infrastruktur gehört, in einer großen Runde ein paar Pflöcke eingeschlagen, wie es weitergehen kann. Allem voran steht allerdings der politische Wille, den 30-Minuten-Takt anzustreben. „Das ist schon ein Durchbruch“, sagt Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner, dessen Gemeinde mit am meisten von der Neuerung profitieren würde.

DB Netz soll Plan vorlegen

Hinsichtlich der Taktverdichtung soll – so heißt es aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium – die DB Netz „bis Mitte Januar einen weitergehenden Plan als Ergänzung zur bisherigen Grobschätzung der Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro“ vorlegen. Die Kosten für den Ausbau der Haltestelle Fisch in einen Kreuzungsbahnhof kämen hier noch hinzu. Bei Folgegesprächen sollen dann „konkrete Lösungsansätze gefunden werden“, heißt es weiter.

Und die Elektrifizierung...? Steht auf einem ganz anderen Blatt

Vom 30-Minuten-Takt zunächst abzutrennen ist das Thema Elektrifizierung. Bekanntlich ist die Bayerische Oberlandbahn, die die Strecken derzeit betreibt, mit Dieselloks unterwegs, was zum Beispiel ein Einfahren auf die bestehende Stammstrecke in München (Tunnel) unmöglich macht. Die geplante zweite Stammstrecke kommt wegen der derzeitigen Anbindung über die Donnersberger Brücke nicht in Frage. 

Über alternative Antriebsmöglichkeiten sollen zwei Machbarkeitsstudien Aufschluss geben: Ein hat das bayerische Wirtschaftsministerium bereits in Auftrag gegeben, sie befasst sich mit dem Thema Wasserstoff-Loks. Ferner soll die BEG in einer eigenen Studie untersuchen, welche Antriebsmöglichkeiten südlich von Holzkirchen infrage kommen. Nördlich gibt es bekanntlich Oberleitungen, die auch die S-Bahn nutzt.

Innenministerium hatte eigentlich Absage erteilt

Vor einigen Jahren war für die Elektrifizierung von Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro die Rede gewesen. Dieser Betrag – und auch die 20 Millionen für den Halbstundentakt plus die zusätzlichen Kosten für den Betrieb – war es wohl auch, der die Absage für einen besseren Bahnverkehr im Oberland aus dem bayerischen Innenministerium zur Folge hatte. Der Brief hattehohe Wellen in der Kommunalpolitik geschlagen und zu Wortgefechten zwischen dem Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) und der örtlichen CSU geführt.

Nun scheinen die Wogen etwas geglättet. Rzehak war neben dem Tölzer Landrat Josef Niedermaier, Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis sowie Bundestagsangeordneten Alexander Radwan (alle CSU) bei dem Gespräch. Er sei jetzt „vorsichtig optimistisch“, sagt er. Löwis spricht von einem „zuversichtlichem Ergebnis“.

Sogar aus dem Innenministerium kommen jetzt andere Töne. Staatsekretär Gerhard Eck: „Ausgehend von den bisherigen Gesprächen soll gemeinsam in der kommenden Zeit ein Konzept für die Region erarbeitet werden“. Kling nicht mehr nach Stillstand in der Sache.

Daniel Krehl

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