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Beim Kaltblutfestival der Pferdefreunde Leitzachtal in Hundham standen spannende Wettbewerbe auf dem Programm. Hier laufen gerade die Prüfungen der Ein- und Zweispänner.

Pferdefreunde Leitzachtal lockten Hunderte Zuschauer an

Kaltblutfestival: Nervenkitzel mit Pferdestärken

Hundham - Für Pferdefreunde viel zu sehen gab‘s beim Kaltblut & Haflinger-Festival am Schwarzenberg bei Hundham. Freche Ponys, elegante Warmblüter und kraftstrotzende Kaltblüter zeigten ihr Können. 

Severin und seine Nachkommen machten den Anfang bei dem von den Pferdefreunden Leitzachtal, dem Bayerischen Landesverband und der Kaltblutzuchtgenossenschaft Miesbach-Tegernsee ausgerichteten Festival. Nicht nur der Süddeutsche Kaltbluthengst, ein dunkler Fuchs aus dem Stall von Klaus Vrech aus Hundham, war zu bewundern, sondern auch etwa 15 seiner schönsten Fohlen.

Viel fachkundiges Publikum hatte sich bei dem Festival eingefunden. Etliche Rossererfamilien waren mit dabei, von denen mehrere Generationen bei den Wettbewerben antraten. Aber auch dem übrigen Publikum wurde viel Sehenswertes geboten. Allein schon der Blick vom Zelt aus war herrlich: im Vordergrund der Dressurplatz, dahinter auf der ansteigenden Wiese die wartenden Gespanne und als Kulisse die blaugrauen Berge.

Samstagnachmittags standen die Vereinsmeisterschaften auf dem Programm (Ergebnisse folgen). Die Teilnehmer starteten in zwei Klassen. Erst absolvierte der Nachwuchs auf Shetland-Ponys einfache Dressur-Übungen. Die Älteren zeigten bei einer etwas schwierigeren Lektion, dass sie in harmonischer Einheit mit ihrem Tier alle drei Gangarten und die Bahnfiguren beherrschen.

Am Sonntag standen die Kutschen beim Ein-, Zwei- und Vierspännerfahren sowie das Holzrücken im Mittelpunkt. Wie viel Übung und Zusammenspiel von Pferden und Kutschern notwendig ist, damit die Gefährte einen Parcours bewältigen können, wurde auch Laien schnell klar. Durch 15 Pylonenpaare, einen Slalom und über eine Holzrampe mussten die Pferde ihre Kutschen ziehen – ohne anzustoßen und auf Zeit. Obwohl es um Sekunden ging, war höchste Präzision gefordert.

Der Abstand der Pylonen war knapp bemessen. In dieser Schwierigkeitsstufe standen die Kegel bei den Einspännern nur 35 Zentimeter und bei den Zweispännern 40 Zentimeter weiter auseinander als die Spurweite der Kutschenräder. Doch die Pferde waren gut vorbereitet. Kaum einmal, dass einer der gelben Bälle von den Spitzen der Pylonen herunterfiel.

Selbst innerhalb einer Rasse wurden die Charaktere der Pferde deutlich. Manche tänzelten nervös an der Leine, andere, die auch Festwagen bei Volksfesten ziehen, blieben ruhig. Im Parcours aber schienen die meisten zu spüren, worum es ging. Vor den Hindernissen mussten sie von ihren Fahrern gebremst werden, auf den letzten dreißig Metern vor dem Ziel gaben sie richtig Gas. Angefeuert vom „Heija“ und „Auf geht’s“ ihrer Fahrer galoppierten sie, dass die Mähnen wehten.

Auch zwischen den Buchen im Wald zeigten die Vierspänner-Fahrer ihre Kunst. Ein echter Nervenkitzel für die Zuschauer.

Da ging es beim Holzrücken schon ruhiger zu. Genauigkeit war aber auch hier gefragt. Die bis zu 700 Kilo schweren Kaltblüter zogen einen Holzstamm in Kurven zwischen Bäumen hindurch, blieben an einem Bergauf-Abschnitt drei Sekunden lang stehen und marschierten ruhig unter dem Arm eines Holzgreifers hindurch.

Von Christine Merk

Hier gibt's die schönsten Bilder vom Festival

Die schönsten Bilder von Kaltblütern und Haflingern

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