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Einbruchs-Opfer: Bistro-Chef Thomas Bendel (45) mit den Resten seines Tresors. 

Schon wieder ein Tresor - ist das der Beginn einer Serie?

Alles in einer Nacht: Safe-Knacker verwüsten Freibad

Fischbachau - Sie durchkämmten das Schwimmbad, knackten mehrere Wandsafes, Geldkassetten und einen Tresor. Dann verschanden sie mit einem vierstelligen Betrag als Beute - spurlos.

Im Leitzachtal, da ist die Welt doch noch in Ordnung, da kann man doch auch mal die Tür offen stehen lassen, oder? Mit dem jüngsten Akt einer schweren Einbruchsserie, die den Landkreis aktuell erschüttert, scheint diese Wahrheit endgültig vom Tisch. 

Diesmal schlugen unbekannte Täter in Fischbachau zu. Das im Ort etwas abseits gelegene Freibad war in der Nacht auf Montag ihr Ziel. Durch eine Hintertür verschafften sie sich laut Polizei Zutritt zum Gebäude. Im Bistro stießen die Einbrecher auf einen gut gesicherten Tresor. Doch auch der hielt die Täter - wieder einmal - nicht auf.

Wieder ein Tresor aus Verankerung gerissen und geknackt

Sie rissen das schätzungsweise 70 bis 80 Kilo schwere Gerät aus seiner Verankerung im Boden unter der Kasse am Eingang, schleiften den Tresor durchs Gebäude ins Büro des Bademeisters und flexten ihn dort mit schwerem Gerät auf.

"Im ganzen Bad riecht es noch nach Schlosserei"

"Im ganzen Bad riecht es wie in einer Schlosserei", berichtet Bistro-Chef Thomas Brendel (45), merklich beeindruckt von dem profihaften Vorgehen der Einbrecher. "Das war nicht irgendein Safe von Ebay. Das war ein massiver Stahlschrank." 

Bargeld-Beute: rund 1500 Euro

Glück im Unglück: Brendel bringt die Tageseinnahmen jeden Abend zur Bank, sagt er. "Sonst hätte die Beute ganz anders ausgesehen." In dem Tresor befand sich lediglich das Wechselgeld für den Folgetag - allerdings immer noch rund 1500 Euro, schätzt der Bistro-Chef. Außerdem fanden die Täter eine Geldkassette im Bistro und brachen auch die auf. 

10-Cent und 20-Cent-Rollen interessierten die Einbrecher gar nicht

Nichts blieb verschont: Auch über die Außenschließfächer machten sich die Einbrecher her.

Überhaupt hatten es die Täter wohl nur auf Bargeld abgesehen. "Und selbst da wahren sie wählerisch", sagt Brendel. Die 10-Cent und 20-Cent-Rollen des kleinen Wechselgelds ließen sie komplett liegen. Erst ab 50-Cent-Stücken wurde alles eingeräumt.

Und das Bistro war erst der Anfang. Auch Tennisheim und Minigolfanlage nahmen die Unbekannten ins Visier. Beides liegt in direkter Nachbarschaft. Beim Tennisheim wurden mehrere Außensafes geknackt und ein Geräteschuppen aufgebrochen. Aber auch hier hielt sich die Beute der mutmaßlichen Profis in Grenzen.

Das Kassenhäuschen der Minigolfanlage brachen die Täter zwar auf, nahmen aber nichts mit. So bleibt neben dem Bargeldbetrag ein beträchtlicher Sachschaden, den die Täter während ihres Bruchs verursachten. "Allein der Safe ist gut 500 Euro wert", sagt Bistro-Chef Brendel. 

Was bleibt: Großer Sachschaden - und ein mulmiges Gefühl

Insgesamt schätzt die Polizei den Sachschaden auf rund 5000 Euro. Ein Bademeister entdeckte am Montagmorgen die Spur der Verwüstung. Der Bistro-Chef reagiert einigermaßen gelassen. Er ist Betreiber mehrerer Lokale und hat schon Einbrüche wie diesen erlebt. „Bei der geringen Beute kommen die sowieso nicht wieder“, vermutet er. Doch bei den Fischbachauern selbst wird ein mulmiges Gefühl bleiben. Das Tegernseer Tal ist Einbrüche gewohnt. Doch inzwischen, so scheint es, machen die Profi-Banden auch vor dem Leitzachtal nicht mehr halt.

Die Polizei grenzt die Tatzeit auf irgendwann zwischen 0 und 5.20 Uhr ein - und sucht jetzt Zeugen. Wer etwas bemerkt hat, soll sich bei der Kriminalpolizei Miesbach unter 08025 / 299 299 melden.

Goldgräber-Stimmung für Tresor-Knacker im Landkreis?

Die Tat reiht sich in eine Vielzahl von ähnlichen Einbrüchen ein. Erst vor Kurzem wurde der Tresor der Rottacher Esso-Tankstelle aus der Wand gerissen und wenig s p äter bei Glashütte aufgebrochen, wo die Polizei die Überreste jüngst entdeckt hat. Die Tankstellen-Betreiber hatten nicht so viel Glück wie Bendel. In ihrem Safe befanden sich die Tageseinnahmen - eine beträchtliche Summe Bargeld. Auch in die Naturkäserei in Kreuth und das Warmbad in Rottach-Egern wurden schon Opfer von Tresor-Knackern.

"Wir liegen für Einbrecher sehr verkehrsgünstig", sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd in Rosenheim. Die Täter könnten kommen, den Betrieb in Ruhe ausspähen - und dann bei Nacht zuschlagen und unbemerkt wieder verschwinden.

Auch eine Verbindung zwischen den einzelnen Taten schließt Sonntag nicht aus. "Man vermutet Zusammenhänge." Bei Supermarkt-Einbrüchen lasse sich in ganz Süd-Oberbayern eine regelrechte Serie ausmachen. Gerade bei der Marke Edeka. Auch der Auracher Supermarkt wurde bereits Opfer eines Einbruchs.

Überhaupt scheinen entlegene, aber gut erreichbare Betriebe ganz oben auf der Wunschliste der Banden zu stehen. Der Einbruch bei der Kaffeerösterei Dinzler direkt an der A8 ist dafür ein Paradebeispiel. Von einer Serie möchte Sonntag aber noch nicht sprechen. Genauso wenig von einer Zunahme von Einbrüchen. "Das ist eher gefühlt. Bei den Wohnungseinbrüchen geht der Trend im Vergleich zum Vorjahr sogar zurück." Dafür lasse sich eine Tendenz zur Professionalisierung erkennen. "Meist handelt es sich dabei um süd-osteuropäische Gruppen, die gezielt vorgehen."

kmm

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