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Auf dass die Quelle nie versiegt: (hinten v.l.) Pfarrerin Melanie Striebeck, Pfarrer Josef Spitzhirn, Bürgermeister Josef Lechner, Energieministerin Ilse Aigner und Landrat Wolfgang Rzehak beim Festakt vor dem Turbinenhaus in Birkenstein.

Turbine in Birkenstein feierlich eingeweiht

Wasserkraft: Ministerin lobt Lechners "Dickschädel"

Birkenstein - Strom erzeugt es bereits seit Mitte August, jetzt wurde das Wasserkraftwerk in Birkenstein offiziell eingeweiht. Das ließ sich Energieministerin Ilse Aigner nicht entgehen.

Eine passendere Bibelstelle hätte Pfarrer Josef Spitzhirn kaum auswählen können: „Dann schlag’ an den Felsen. Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken“, las Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner bei der Einweihung des neuen Wasserkraftwerks in Birkenstein vor. Gut: Ganz so einfach wie für Moses im Buch Exodus war es mit dem Anzapfen des Breitensteinwassers nicht. Wie das Volk Israel mussten auch die Fischbachauer einen langen Marsch durch die Wüste zurücklegen, bis sie ihren Traum von der sauberen Stromerzeugung verwirklichen konnten. „Wer an die Quelle kommen will, muss flussaufwärts schwimmen“, sagte Spitzhirn. „Gegen den Strom.“

Dass sich die Gemeinde davon nicht abhalten ließ, stellte der Bürgermeister bei seiner Ansprache vor dem Turbinenhaus gleich mehrfach heraus. Da verstand er es durchaus als Kompliment, als ihn die zur Eröffnung angereiste Energieministerin Ilse Aigner schmunzelnd einen „Dickschädel“ nannte. Diese Sturheit sei aber nicht der einzige Erfolgsfaktor gewesen, meinte Lechner. Ohne seine Gemeinderäte, die beteiligten Firmen sowie das Wasserwirtschafts- und das Landratsamt würde die Turbine bis heute nicht „schnurren“.

Umso schöner sei es, dass das Kraftwerk bereits im ersten Monat gut 75 000 Kilowattstunden Strom erzeugt habe. In sieben Jahren werde sich die Investition von 450 000 Euro amortisiert haben, verkündete Lechner stolz. „Das ist ein Bürgerkraftwerk“, sagte er – und gab der Ministerin zu verstehen, dass er sich auch an anderen Stellen in seiner Gemeinde eine solche Anlage wünschen würde. Der Leitspruch „Menschen etwas Gutes tun, ohne der Natur zu schaden“ sei die Erfolgsformel für die Wasserkraft im Leitzachtal.

Aigner ruderte nicht zurück, sondern nannte sich selbst einen „Fan der Wasserkraft“. 40 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen würden in Bayern durch die Kraft des nassen Elements erzeugt. „Das wollen wir weiter steigern“, versprach Aigner. Mit einer kleinen Einschränkung: „Dort, wo die Fischverträglichkeit gegeben ist.“ Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) sprach sich für einen „naturverträglichen Ausbau“ aus – und warnte die Ministerin noch in einer anderen Sache vor. Nicht nur bei der Energie-, sondern auch bei der „Verkehrswende“ werde der Landkreis beharrlich bleiben. „Da kann auch ich stur sein“, sagte Rzehak im Hinblick auf die vorläufige Absage des Verkehrsministers zum Halbstundentakt im Bahnverkehr.

Bewusst zurückhaltend sprengte Spitzhirn dann das Weihwasser in Richtung Turbine. Nicht aus Angst vor einem Kurzschluss im Schaltkasten, sondern aus Sorge vor Lechners Ideenreichtum, wie der Pfarrer schmunzelnd erklärte: „Am Ende macht unser findiger Bürgermeister noch eine Heilquelle draus.“

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