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Ein Ort unter Wasser: Die blau eingefärbten Flächen zeigen, welche Bereiche des Fischbachauer Ortsteils Hammer im Fall eines Jahrhunderthochwassers der Leitzach überflutet wären.

Behörde stellt Schutzmaßnahmen vor

So würde Hammer bei einem Jahrhunderthochwasser aussehen 

Fischbachau - Drei Jahre ist es her, dass die Leitzach weite Teile des Fischbachauer Ortsteils Hammer überflutet hat. Jetzt hat das Wasserwirtschaftsamt mögliche Schutzmaßnahmen präsentiert.

Solange es sich nur um blaue Flächen auf einer Karte handelt, erscheint ein Hochwasser als bloßes Modellspiel. Außer den direkten Anwohnern eines Flusses können sich wohl die Wenigsten vorstellen, dass sich die Fluten bis zur eigenen Haustür ausbreiten. Keine leichte Aufgabe für eine Behörde wie das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, den Bürgern da teure und baulich aufwendige Schutzmaßnahmen zu vermitteln. Im Fischbachauer Gemeinderat rannte Sachgebietsleiter Hans Heigenhauser dagegen nun offene Türen ein, als er den aktuellen Planungsstand für den Hochwasserschutz an der Leitzach im Ortsteil Hammer vorstellte. Kein Wunder, sitzt doch das verheerende Hochwasser vom Juni 2013 noch allen in den Knochen.

Wie berichtet, hatte sich die Gemeinde seitdem intensiv darum bemüht, in der Prioritätenliste der Behörde nach oben zu rutschen. „Da hat die Verwaltung richtig aufs Gas gedrückt“, lobte Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU). Das war nicht immer so. Bereits 2002 habe die Gemeinde eine Vorplanung zum Hochwasserschutz in Hammer angestoßen, berichtete Heigenhauser. Diese sei aber „aus diversen Gründen“ nicht weiterverfolgt worden.

Mittlerweile seien die Daten aber ohnehin überholt, erklärte Heigenhauser. Durch die im Jahr 2009 festgesetzte HQ 100-Richtlinie habe sich das Projektgebiet stark vergrößert. So wären bei einem Jahrhunderthochwasser nicht nur die Bereiche zwischen Bahnstrecke und Staatsstraße betroffen, sondern durch mögliche Ausuferungen der Leitzach auch weite Siedlungsteile südlich des Bahngleises.

Um Hammer künftig besser zu schützen, arbeitete das Wasserwirtschaftsamt drei Varianten aus. Im ersten Fall würde ein Pumpwerk an der Bahnhofstraße das Wasser aus dem Ort in die Leitzach schaffen. „Dafür bräuchte es dort aber hohe Mauern“, erklärte Heigenhauser. Auch eine großflächige Absenkung des Flussbetts vom Wasserkraftwerk der Stadtwerke bis zur Mühlau scheidet für den Experten aus. Die Eingriffe in die Natur wären zu groß.

Favorisiert wird dagegen die sogenannte Bypass-Lösung. Dabei würde ein Teil des überschüssigen Leitzachwassers am „Nadelöhr“ – der Einmündung des Krugalmwegs in die Staatsstraße 2077 – ausgeleitet und erst bei Mühlau wieder in den Fluss zurückgeführt. Damit sich die Wassermassen unter der Staatsstraße durchzwängen können, würden Flussbett und Krugalmweg abgesenkt. Der Vorteil: „Die Mauern müssen nicht ganz so hoch ausfallen“, sagte Heigenhauser. Ein Wildholzrechen im Bereich Uferweg soll zudem Äste herausfiltern und eine Verklausung an den flussabwärts gelegenen Brücken verhindern. In allen Varianten enthalten ist eine Ertüchtigung der Deiche im Abschnitt zwischen der Bundesstraße und dem südlichen Ortsrand von Hammer.

Auch wenn die Planung noch in einem frühen Stadium steckt: Bereits Mitte November will das Wasserwirtschaftsamt die von den Maßnahmen betroffenen Anwohner zu einer Infoveranstaltung einladen. „Wir werden auch die Naturschutzverbände frühzeitig ins Boot holen“, versprach Heigenhauser. Ziel sei es, Mitte kommenden Jahres in das Planfeststellungsverfahren am Landratsamt einzusteigen.

Georg Göttfrieds (FaB) Frage nach den Kosten konnte der Experte noch nicht beantworten. 70 Prozent würde aber ohnehin der Freistaat übernehmen, die restlichen 30 Prozent plus Grunderwerb müsse die Gemeinde tragen. Laut Wassergesetz sei auch eine Umlage auf die „Vorteilszieher“ – also die Bürger – möglich. „Das muss aber die Gemeinde entscheiden“, sagte Heigenhauser.

Zweiter Bürgermeister Auracher versicherte, dass die Summe rechtzeitig in den Haushalt eingestellt werde. Und er bedankte sich bereits jetzt bei den von den Maßnahmen betroffenen Grundeigentümern: „Die bisher geführten Gespräche sind allesamt positiv verlaufen.“

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