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Beliebte Ausweichstrecke: Bei Stau auf der B 307 in Agatharied nutzen ortskundige Autofahrer die Tiefenbachstraße als Umfahrung. Nicht jeder hält sich dabei an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Polizei lehnt Verkehrsberuhigung aber ab

Anwohner sauer über Raser in der Tiefenbachstraße

Agatharied - Eigentlich gilt in der Tiefenbachstraße Tempo 30. Doch die Anwohner klagen über Raser. Die Polizei rät jedoch von einer Verkehrsberuhigung ab.

Die Anwohner der Tiefenbachstraße in Agatharied leiden zurzeit gleich doppelt unter der Sperrung der Schlierachbrücke. Als wäre es nicht schon Belastung genug, dass sie quasi direkt vor ihrer Haustür in den Stau auf der B 307 einfädeln müssen, ist ihre Straße offenbar gerade für Ortskundige eine beliebte Umfahrung des Verkehrschaos. Zu allem Überfluss steigen diese dabei noch ordentlich aufs Gas, wie die Anwohner in einem Schreiben an die Gemeinde Hausham berichten.

„Das dort geltende Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde wird immer wieder massiv überschritten, wodurch eine besondere Gefährdung für spielende Kinder und Fußgänger entsteht“, zitierte Bauamtsleiterin Petra Sperl nun im Bauausschuss aus dem Brief. Deshalb würden die Anwohner um Bodenschwellen oder Pflanztröge zur Verkehrsberuhigung bitten.

Schon in ihrem Sachvortrag ließ Sperl durchblicken, dass die Umsetzungschancen solcher Maßnahmen eher gering sind. Die gesamte Tiefenbachstraße sei verhältnismäßig schmal, weshalb Autofahrer bei Gegenverkehr automatisch vom Gas gehen müssten. „Mehr als 50 km/h kann man da eh nicht fahren“, bestätigte Georg Eham (CSU). „Da wird ja auch geparkt.“ Auch die Polizeiinspektion Miesbach teile diese Einschätzung, erklärte Sperl. Blumenkübel seien gemäß Straßenverkehrsordnung als Hindernisse einzustufen und demnach selbst in einer Zone 30 nicht erlaubt.

Für nicht sinnvoll halte die Polizei hingegen die Fahrbahnschwellen. Neben einer erhöhten Unfallgefahr für Radfahrer sei durch das ständige Bremsen und Beschleunigen der Autofahrer mit mehr Lärm zu rechnen. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) hat dazu einige Erfahrungen gesammelt. „An der Schule hat es viele Beschwerden gegeben“, sagte er. Die Tiefenbachstraße ist laut Polizei hingegen kein Unfallschwerpunkt. Seit Anfang 2013 sei hier kein einziger Zusammenstoß passiert, berichtete Sperl. Demnach lehne die Polizei auch die Ausweisung einer Anliegerstraße ab. Dies sei kaum überwachbar und nicht mit den im hinteren Bereich der Straße befindlichen Gewerbebetrieben vereinbar.

Verbesserungsbedarf sieht die Polizei dafür bei der Beschilderung der Tempolimits. Hier sei nach heutiger Rechtslage statt einem normalen 30 km/h-Schild die Anbringung einer Zone 30-Tafel erforderlich – genauso wie eine explizite Aufhebung der Beschränkung in Richtung der Wörnsmühler Straße. „Das sollten wir auf jeden Fall machen“, sagte Zangenfeind. Die Aussage der Polizei, wonach die Nutzung der Tiefenbachstraße als Durchgangsstraße anzuzweifeln sei, wies der Bürgermeister schmunzelnd zurück. „Ich fahre da bei Stau auch durch“, gab er zu. „Aber immer langsam.“

Einstimmig brachte das Gremium die Neubeschilderung auf den Weg. Er hoffe, dass sich das Verkehrsaufkommen nach dem Ende der Arbeiten an der Schlierachbrücke im Oktober wieder etwas beruhige, betonte Zangenfeind. Eine allumfassende Lösung gebe es aber nicht: „Ein paar Raser gibt es leider immer.“

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