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Ein Feld mit Photovoltaik-Anlagen, wie hier in Nordrhein-Westfalen, könnte sich der Energieexperte in Hausham auch vorstellen.

Verbotene Straßenleuchten

Energieverbrauch in Hausham durchleuchtet

Hausham - Ein Experte hat in Hausham den Energieverbrauch analysiert. Besonderen Handlungsbedarf sieht er bei Sporthallen und der Feuerwehr.

Hausham – Wo steht die Gemeinde Hausham in Sachen Energie? Andreas Huber von der Coplan AG hat seit April 2015 den Ist-Zustand analysiert. Im Gemeinderat stellte er nun die Ergebnisse seiner Analyse vor und gab Tipps, was Hausham besser machen kann. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) sagte: „Wir haben viel getan, aber da ist noch Luft nach oben.“

Um ein gutes Energie-Coaching zu betreiben, müssen regelmäßig Daten gesammelt werden. Nun kommt es darauf an, das Thema in Hausham weiterzuentwickeln. „Es bräuchte jemanden in der Gemeinde, der sich darum kümmert“, gab Huber den Ratsmitgliedern mit auf den Weg. Eine Möglichkeit wäre, sich mit anderen Gemeinden zusammenzuschließen, um bei den Stellen Kosten zu sparen.

Stromerzeugung

Huber rät, Photovoltaik-Anlagen mit hohem Eigenverbrauch zu fördern. In der Gemeinde gibt es rund 100 Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung, 30 Anlagen bis 30 Kilowatt und nur etwa zehn Anlagen über 100 Kilowatt. Nicht nur für Privathäuser, auch für gemeindeeigene Gebäude empfiehlt er eine eigene Stromerzeugung. Huber nimmt das Feuerwehrhaus als Beispiel. Das verbraucht im Jahr knapp 30 000 Kilowattstunden. „Eine Photovoltaik-Anlage würde sich in acht bis neun Jahren amortisieren.“

Eine weitere Möglichkeit sind Photovoltaik-Freiflächen. Huber hat dafür die ehemaligen Deponieflächen im Blick. „Das ist sozusagen verlorene Fläche mit einer super Süd-Ausrichtung“, sagte er. Allerdings gebe es in diesem Bereich keine Förderung mehr. Die Gemeinde müsste das finanziell selbst stemmen.

Wärmeversorgung

Das Haushamer Schulzentrum ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen

Die größte Stellschraube gibt es Huber zufolge im Wärmebereich. „Beispielsweise bei der Heiztechnik hat man selbst alle Hebel in der Hand“, sagte der Energie-Experte. Als er mit seiner Analyse in Hausham begann, gab es bereits eine Planung zur zentralen Wärmeversorgung im Schulzentrum. Besonderen Bedarf sieht Huber noch bei den Sporthallen, die einen relativ hohen Verbrauch haben.

Straßenbeleuchtung

In zwei Straßen sind in der Gemeinde noch Leuchten installiert, die 2015 verboten wurden. „Die müssen unbedingt ausgetauscht werden“, sagte Huber. Allerdings würden sich in diesem Fall keine LED-Leuchten rentieren. „Die Amortisationszeit läge bei 27 Jahren, bei anderen Leuchten liegt sie nur bei fünf Jahren“, erklärte er. Der Experte stellte zudem ein Bundesförderprogramm vor, das den Austausch von Leuchten unterstützt, wenn die CO2-Einsparung bei über 70 Prozent liegt.

Bewusstseinsbildung

Huber will das Thema Energie stärker in die Schulen bringen. Er schlägt vor, in den Klassen einen Energiedienst einzuführen. Der kontrolliert etwa, ob die Heizung nach dem Unterricht abgedreht ist. Huber: „Die Kinder nehmen das Gelernte mit nach Hause.“ Zangenfeind begrüßte diesen Vorschlag: „Lieber machen wir ein kleineres Projekt, aber wir machen etwas.“ Er könne sich außerdem vorstellen, im Infoblatt der Gemeinde regelmäßig Energiespartipps zu veröffentlichen.

Allgemein soll die Bevölkerung stärker aktiviert werden. „Die Energiesprechstunde wurde nicht gut angenommen“, bedauerte Huber. Mangelndes Interesse bestätigte auch Dritte Bürgermeisterin Ria Röpfl (FW) als Leiterin des Arbeitskreises Energie: „Beim vergangenen Treffen waren wir nur zu viert.“

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