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Beeindruckende Kulisse: Die meisten Szenen für den Abenteuerfilm „König Laurin“ drehte der Haushamer Produzent Felix von Poser am Sella-Joch in den Dolomiten (Bild oben). Nur für einen echten Rosengarten war es dort zu kalt.

"König Laurin" ab September zu sehen

Haushamer produziert Kinofilm und räumt Preis ab

Hausham - Der Haushamer Felix von Poser hat den Sprung auf die Leinwand geschafft. Mit dem Abenteuerstreifen „König Laurin“ hat er seinen ersten Kinofilm produziert.

Ausgerechnet die Rosen waren schuld, dass König Laurins Reich umziehen musste. Weg vom Rosengarten, jenen schroffen Felstürmen in den Dolomiten, mit denen die Sage eigentlich untrennbar verbunden ist. Der Originalschauplatz in Südtirol, der perfekt für die Dreharbeiten zu Felix von Posers erstem Kinofilm gepasst hätte. Pflanzenleer, verlassen, magisch. Eben bis auf den Garten des Zwergenkönigs. „Wir haben versucht, dort Rosen anzupflanzen“, berichtet der 33-Jährige, der in Hausham aufgewachsen ist. Doch in den frostigen Bergnächten ließen diese die Köpfe hängen. Poser und seine Crew mussten umziehen – und das eine Woche vor Drehschluss. Die zündende Idee hatte die Szenenbildnerin. Sie schlug vor, den Rosengarten in einer halb offenen Höhle in Franken zu pflanzen. Genauso felsig, aber eben bei weitem nicht so kalt. Poser und Regisseur Matthias Lang waren einverstanden – das Zwergenreich siedelte um.

Es sind Entscheidungen wie diese, die Posers Leben als Produzent bestimmen. Er ist es, der den Film anschiebt, das Team zusammenbringt, Schauspieler und Drehorte vorschlägt. „Sonst passiert nichts“, sagt er. Als Egoist tritt er dabei aber nicht auf. „Ich spreche immer alles mit dem Regisseur ab“, sagt Poser. Das Budget blendet er so lange wie möglich aus. Die Ideen sollen sprießen, die Geschichte sich entwickeln. Das ist der Grund, warum Poser überhaupt zum Film gekommen ist. „Ich möchte die Leute unterhalten“, sagt er.

Beim Filmfest in München durfte von Poser mit seiner Schwester und Schauspielerin Stefanie den Kinder-Medienpreis „Weisser Elefant“ entgegennehmen. Mutter Harda von Poser gratulierte den beiden.

Nach dem Abitur lieh er sich eine Kamera von seinem Bekannten Markus H. Rosenmüller aus und drehte einen Kurzfilm. Irgendwas mit Science-Fiction und Action. „Nur so zum Spaß“, sagt Poser schmunzelnd. „Und auch ziemlich schlecht.“ Doch das Experiment reichte aus, um den Haushamer mit dem Film-Virus zu infizieren. Rosenmüller riet ihm zur renommierten Hochschule für Film und Fernsehen in München. Poser bewarb sich – und wurde aufgenommen.

Seitdem sprudelt sein Gehirn nur so vor Ideen. Um diesen ein Auffangbecken und einen Nährboden zu verschaffen, gründete der Haushamer 2013 die Produktionsfirma Sparkling Pictures. Bereits 2017 will er sein zweites Werk auf die Leinwand bringen – den Psychothriller „Replace“. Viele weitere – darunter eine Zombie-Komödie und eine Romanze – sollen folgen. An bestimmte Genres will sich Poser dabei nicht klammern. Hauptsache gute Unterhaltung.

Überstürzen will er aber nichts. Denn nach den fast fünf Jahre dauernden Arbeiten an „König Laurin“ hat er vor allem eines gelernt: Dass Theorie und Praxis nicht so wahnsinnig viel miteinander zu tun haben. Und doch wäre der Abenteuerfilm ohne die Münchner Hochschule nie entstanden. Über das Studium hat Poser seinen jetzigen Regisseur Lang kennengelernt. Als dieser ihm von seiner Idee zu „König Laurin“ erzählte, war der Haushamer sofort begeistert. Eine sagenhafte Geschichte mit Pferden, Rittern und Zwergen – genau nach seinem Geschmack.

In der leicht abgewandelten Form der Sage verirrt sich der schmächtige, aber dafür schlaue Theo (Florian Burgkart), Sohn des gefürchteten König Dietrich (Rufus Beck), in das Reich des Zwergenkönigs Laurin (Volker Zack). Dieser lebt mit seinem Volk im Exil, weil ihn Dietrich für den Tod seiner Frau verantwortlich macht. Diese ist an einer Tollkirschenvergiftung gestorben, und der König ließ fortan alle Pflanzen aus seinem Reich verbannen. Laurin rettet Theo – unter einer Bedingung: Der Königssohn muss in seinem verfluchten Rosengarten arbeiten.

Auch Poser ist der Rosengarten während der insgesamt zweimonatigen Dreharbeiten manchmal wie verflucht vorgekommen. Doch die Höhle in Franken erwies sich als Glücksgriff, und der Film wurde rechtzeitig fertig. Bereits vor dem offiziellen Kinostart am 1. September hat „König Laurin“ einiges an Lorbeeren geerntet, darunter dreimal den „Goldenen Spatz“ beim Deutschen Kinder-Medien-Festival in Erfurt. Die persönlich größte Ehre wurde Poser dann beim Filmfest in München zuteil. Die Jury zeichnete ihn mit dem Kinder-Medienpreis „Weisser Elefant“ aus.

Dass die Preisverleihung zum Familienfest geriet, hat der Haushamer nicht nur dem Besuch seiner stolzen Mutter Harda zu verdanken, sondern auch seiner Schwester Stefanie (37). Die nämlich kam nicht nur zum Gratulieren, sondern auch als Kollegin. Sie spielt in einer Rückblende die Rolle von Theos gestorbener Mutter, Königin Dorothea. Eine unfreiwillige Parallele zu Rosenmüllers Kultfilm „Wer früher stirbt, ist länger tot“, wie Poser schmunzelnd verrät. „Da war sie auch die tote Mutter der Hauptfigur."

Der Film "König Laurin"

startet am Donnerstag, 1. September, in Kinos in ganz Deutschland. Auf Felix von Posers ausdrücklichen Wunsch läuft sein Werk auch im Oberland Kinocenter in Hausham. Poser kann sich dort auch eine Preview-Veranstaltung vorstellen.

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