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Pläne für die grüne Wiese: 2017 will die Neuhauser Firma Vantex auf dieser freien Fläche südlich der Sixtus-Werke in Hausham ein erstes Produktionsgebäude errichten. 

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Textilfabrik könnte Sixtus beerben

Hausham – Ein wirtschaftliches Tauschspiel bahnt sich zwischen Hausham und Schliersee an. Die Neuhauser Firma Vantex könnte Sixtus an der Industriestraße ablösen. Bereits 2017 will der Maschinenbauer hier hochwertiges Garn anfertigen – auch wenn Sixtus da wohl noch nicht weg ist.

Jens Zangenfeind macht keinen Hehl daraus, dass er Sixtus gerne in seiner Gemeinde halten würde. „Wir hätten schon einen neuen Standort im Auge“, sagt Haushams Bürgermeister. Doch Zangenfeind sieht seine Chancen schwinden. Denn bekanntlich will der Schlierseer Gemeinderat den Hersteller von Körperpflegeprodukten zurück in die Marktgemeinde locken.

Wie berichtet, will das Gremium dafür ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück an der Seestraße an Sixtus verkaufen. Es handelt sich dabei kurioserweise um genau jenes Areal, auf dem von 2011 bis 2014 der Maschinenentwickler Vantex Technologies seine Werkstatt hatte. Die ist mittlerweile mit ihren drei Mitarbeitern nach Neuhaus umgezogen – und soll ab 2017 Sixtus in Hausham beerben. Noch sei das aber alles spekulativ, betont Inhaber und Geschäftsführer Stefano Micheletti auf Anfrage unserer Zeitung. Zangenfeind könnte mit dem Firmentausch jedoch gut leben, wie er jetzt im Gemeinderat bekanntgab.

Läuft alles nach Wunsch, könnte Vantex schon im kommenden Jahr auf der noch unbebauten Wiese im südlichen Teil des insgesamt gut 13 000 Quadratmeter großen Grundstücks einen Gebäudekomplex mit 1800 Quadratmetern Fläche und einer Höhe von 10,70 Metern errichten. Und damit erheblich früher, als Sixtus möglicherweise an den Schliersee umziehen wird. „Vantex will bereits 2017 produzieren“, erklärt Zangenfeind. Eine gute Nachricht für die Gemeinde, die – genauso wie die Grundstückseigentümer- und Sixtus-Gründerfamilie Becker – an einer möglichst baldigen gewerblichen Nachnutzung interessiert sei.

Die Firma Vantex will hier nach Auskunft von Micheletti eine Musterwerkstatt für ihre Spinnereimaschinen einrichten – und später selbst hochwertiges Garn anfertigen. Um sich von Billigherstellern in Asien abzuheben, soll die Produktion dank moderner Technik verhältnismäßig kostengünstig ablaufen. Bis zu 300 Mitarbeiter könnten laut Zangenfeind binnen vier Jahren einen Job in dem neuen Industriebetrieb finden. In einem zweiten Bauabschnitt 2018/19 will Vantex dann die Sixtus-Werke abreißen und dafür zwei neue Hallen mit 2000 und 2275 Quadratmetern Fläche errichten. Die beiden 10,70 Meter hohen Gebäude werden mit einem 450 Quadratmeter großen und 9,70 Meter hohen Zwischenbau verbunden.

Die verkehrstechnische Erschließung erfolgt laut Zangenfeind über die bestehende Sixtus-Zufahrt von der Industriestraße aus und über einen neuen Weg über die Brentenstraße. Der Eigentümer des 18 800 Quadratmeter großen Nachbargrundstücks habe sich diesbezüglich bereits gesprächsbereit gezeigt. Belastungen durch intensiven Schwerverkehr müsse aber niemand fürchten. „Da fahren pro Tag maximal drei bis fünf Lkw nach hinten“, betont Zangenfeind. Für ein Gewerbegebiet, wie das Grundstück im Flächennutzungsplan ausgewiesen wird, sei das minimal.

Die Gemeinderäte sahen das genauso und brachten die Aufstellung eines Bebauungsplans einstimmig auf den Weg. „Damit haben wir mehr Einfluss auf die Gestaltung des Vorhabens“, erklärte Zangenfeind. Weil es sich dabei um eine Entwicklung im Innenbereich handle, könne der Plan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden – ohne Ausweisung von Ausgleichsflächen.

Ein gelungener Tauschhandel also – wenn alles wie geplant abläuft. Zangenfeind hegt dabei noch einen – nicht ganz ernst gemeinten – persönlichen Wunsch: „Schön wäre es, wenn Vantex auch den See mitbringt.“ Gegen ein Haushamer Seefest hätte er als Bürgermeister mit Sicherheit nichts einzuwenden.

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