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Notorische Engstelle: Die Sperrung der Schlierachbrücke in Hausham hat die ohnehin angespannte Verkehrssituation in Agatharied weiter verschärft. Lange Staus stellen die Geduld der Autofahrer auf eine harte Probe.

Ampeln sind nicht akzeptabel

Verkehrsbrennpunkte: Agatharieder Kreisel wird geprüft

Agatharied - Bürgermeister Jens Zangenfeind gibt den Planungsstand zur Verkehrssituation in Agatharied bekannt. Entschieden ist in dieser Sache aber noch nichts.

Wer derzeit mit dem Auto durch Agatharied fährt, braucht Geduld und gute Nerven. Nicht wenige Bürger dürften sich im Berufs- oder Feierabendstau schon mal die Frage gestellt haben, wie es weitergeht mit dem Verkehr im Ort. Auch wenn es – anders als auf den Straßen – zwischenzeitlich scheinbar ruhig geworden ist um das Thema, wird hinter den Kulissen fleißig gewerkelt. Im Gemeinderat gab Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) nun einen Sachstandsbericht ab. Das Fazit in Kürze: Vieles wird geprüft, Weniges ist machbar – und was sinnvoll ist, muss diskutiert werden. „Es wird nichts über den Kopf von Gemeinderat oder Bürgerschaft hinweg entschieden“, versicherte Zangenfeind.

Die Brennpunkte sind bekannt: die Einmündung der Oberen Tiefenbachstraße auf die B 307 sowie ein paar Meter Richtung Norden die Abzweigung der Fehnbachstraße. Letztere ist momentan durch die Sperrung der Schlierachbrücke ein heißes Nadelöhr, die Situation an der Oberen Tiefenbachstraße ist hingegen noch entspannt. Das wird sich ändern, wenn 2017 der neue Edeka und Lidl anstelle des früheren Alpengroßmarktes eröffnen.

Hier will Zangenfeind weiter für einen Kreisverkehr kämpfen – auch wenn das Staatliche Bauamt Rosenheim zuletzt einen Umbau der Einmündung als nicht notwendig bezeichnet hat (wir berichteten). Auch der Landkreis hatte sich daraufhin aus Kostengründen von dieser Lösung distanziert. Dies dürfe jedoch nicht das einzige Argument sein, betonte Zangenfeind. Mit dem Alternativvorschlag einer intelligenten Ampel will er sich nicht zufrieden geben. Eine Ampel unterbreche immer den Verkehrsfluss. Die Folgen seien aktuell spürbar.

Untertunnelung statt Rückstau

Auch in Bezug auf die immer wieder diskutierte Brückenlösung hält Zangenfeind an seiner ablehnenden Haltung fest. Im Gespräch war hierbei eine direkte Verbindung von der B 307 auf Höhe der Oberen Tiefenbachstraße bis zur Fehnbachstraße – wahlweise mit einer Überbrückung des Bahnübergangs oder einer Einmündung beim Ortsausgang Richtung Ostin. „In meinen Augen ist beides utopisch“, sagte Zangenfeind. Ein solches Bauwerk würde nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Anwohner erheblich beeinträchtigen. Dass das Straßenbauamt die Varianten dennoch prüfen lasse, liege lediglich an einem späteren Antrag auf Fördermittel. „Da ist es Voraussetzung, dass wir vorher alle Möglichkeiten durchgespielt haben“, erklärte er.

Deutlich besser gefällt ihm die Idee eines Kreisels an der Abzweigung in die Fehnbachstraße. Laut Straßenbauamt sei dieser auch als Brückenbauwerk anstelle der ohnehin baufälligen Schlierachbrücke möglich. Um Rückstaus durch den beschrankten Bahnübergang zu vermeiden, könnte dieser untertunnelt werden. „Da würde der Verkehr in den allermeisten Fällen fließen“, erklärte der Bürgermeister. In diesem Zuge könnte man auch die fehlenden Fuß- und Radwege anlegen. Zunächst gelte es aber, den Platzbedarf zu prüfen sowie Gespräche mit der Bahn und den Anwohnern zu führen.

In zwei bis drei Monaten werde das beauftragte Ingenieurbüro Infra ein erstes Konzept vorlegen. Es könne also keine Rede davon sein, dass die Planungen ins Stocken geraten seien, betonte der Bürgermeister. Um auch die Wünsche der Bürger zu hören, werde er zu gegebener Zeit eine Versammlung einberufen. Bis es soweit ist, fordert er alle vom Verkehrschaos Geplagten zum Mitmachen auf: „Alles, was wir in den Topf werfen, wird auch geprüft.“

Für Edeka und Lidl ist Zeit für den Satzungsbeschluss

Dass die Gemeinde in Sachen Verkehr aufs Tempo drückt, liegt maßgeblich am zügig voranschreitenden Bebauungsplanverfahren für den neuen Edeka- und Lidl-Markt an der Oberen Tiefenbachstraße. Im Gemeinderat gab Bauamtsleiterin Petra Sperl nun die Stellungnahmen aus der Auslegungsphase bekannt. Was die Träger öffentlicher Belange betrifft, habe es keine wesentlichen Einwände gegeben, berichtete Sperl. Dank der von der Gemeinde frühzeitig in Auftrag gegebenen Schallschutz- und Bodengrundgutachten seien die Hinweise bereits in den Bebauungsplan eingearbeitet oder an den Bauherrn weitergeleitet worden.

Darauf verwies Sperl auch in ihrer Antwort auf die Schreiben von mehreren Anwohnern, die ihre Sorgen vor Müll und Lärm durch Mitarbeiter und Zulieferer des neuen Einkaufszentrums sowie vor Hangrutschungen und Verkehrsbeeinträchtigungen zum Ausdruck gebracht hatten. So werde etwa die bestehende Lärmschutzwand bis zur Hauskante des Lidl-Marktes nach Nordwesten verlängert, wodurch der Zutritt zum künftig begrünten nördlichen Grundstücksbereich verhindert werde. Die Warenanlieferung für den Edeka-Markt erfolge hingegen in der Regel nur einmal am Tag und nach Angaben des Unternehmens früh morgens, wodurch sich zu Spitzenzeiten keine zusätzlichen Verkehrsbelastungen ergeben sollten. Um Fußgängern das Überqueren der Oberen Tiefenbachstraße im Bereich der neuen Märkte zu erleichtern, habe der Investor ein Fachbüro mit der Planung einer Querungshilfe beauftragt.

Abriss soll wie geplant im November beginnen

Zu den Bedenken der Handwerkskammer für München und Oberbayern, wonach die „Revitalisierung des Sondergebietes für Handel zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen“ mit entsprechenden Folgen für das kleinstrukturierte Lebensmittelhandwerk führen könnte, äußerte sich Sperl wie folgt: „Eine Beeinträchtigung der Kaufkraft im innerörtlichen Ortszentrum ist nicht zu befürchten.“ Dies würden auch die im Vorfeld eingeholten Einzelhandelsgutachten belegen. Es würden lediglich die durch den Leerstand zwischenzeitlich ausgebliebenen Kaufkraftströme wieder zurückgeholt.

Den notwendigen Satzungsbeschluss fällte der Gemeinderat trotzdem noch nicht. Laut Bürgermeister Jens Zangenfeind sei der Durchführungsvertrag mit der Küblböck Unternehmensgruppe noch nicht fertig verhandelt. Es gehe dabei aber nur um Kleinigkeiten, sodass die finale Entscheidung am heutigen Montag (18 Uhr, Rathaus) getroffen werden könnte. Der Abriss soll wie geplant im November beginnen, der Neubau im Frühjahr 2017. „Das wird alles dem neuesten Stand der Technik entsprechen“, versprach Zangenfeind. Die Belastungen für die Anwohner seien deshalb so gering wie in einem Gewerbegebiet nur möglich.

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