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Gegen die Herausnahme aus dem Landschaftsschutz gab es Protest. 

Drücken sich die anderen Gemeinden absichtlich?

Warum müssen alle Behinderteneinrichtungen nach Hausham?

Miesbach/Hausham – 31.000 Quadratmeter hat der Kreistag in Hausham aus dem Landschaftsschutz herausgenommen. Nicht alle Kreisräte waren glücklich mit der Entscheidung.

Immerhin 31.000 Quadratmeter freie Wiese in Hausham/Abwinkl hat der Kreistag mit einstimmigem Beschluss aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen. „In einer Einzelfallentscheidung“, wie Robert Wiechmann (Grüne) betonte. Und die sei nicht gefallen, weil der Zweck der Bebauung ein guter ist. Es gehe nicht darum, der Lebenshilfe zu einem Grundstück für ein neues Haus Bambi zu verhelfen und auch nicht um das Einheimischenprogramm, das die Gemeinde Hausham realisieren will. „Wir haben nur nach dem Landschaftsschutz entschieden. Und der ist nicht berührt.“

Das sieht Martin Walch (SPD) ein wenig anders. „Auch der Zweck ist wichtig.“ Die Lebenshilfe brauche einen angemessenen Raum für ihr Vorhaben. Und wieder sei es die Gemeinde Hausham, die es geschafft habe, ein Grundstück zu vermitteln, auf dem ein Heim für Kinder mit Behinderungen entstehen kann, merkte Christine Negele (SPD) an. Also dort, wo schon etliche Einrichtungen für Menschen mit Handicap angesiedelt sind. Eine Konzentration, die sie in Hinblick auf die Forderung nach Inklusion nicht gut finde, meinte Negele. Sie könne nur an alle Gemeinden appellieren, auf ihrer Flur nach Möglichkeiten zu suchen, Einrichtungen für behinderte Menschen zu schaffen.

Ein indirekter Vorwurf, den CSU-Fraktionschef Josef Bierschneider, Bürgermeister von Kreuth, nicht auf sich sitzen ließ. Seine Gemeinde habe eine Fläche angeboten. Die Lebenshilfe selbst habe entschieden, keine Verhandlungen aufzunehmen. „Weil der Schulweg für die Kinder zu lang geworden wäre.“ Auch Josef Lechner (CSU), Bürgermeister von Fischbachau, warf ein, man habe der Lebenshilfe zwei Grundstücke angeboten: „Es lag nicht an den Gemeinden.“

Ganz still blieb hingegen Peter Höß (FWG), Bürgermeister von Bad Wiessee. Dort hätte die Lebenshilfe gerne gebaut, auf einer grünen Wiese an der Söllbachstraße. Der dortige Gemeinderat hatte es jedoch im April 2015 abgelehnt, das Grün zu Bauland zu machen.

Allein Thomas Mandl (SPD) warf ein, die Entscheidung, das Okay für die Herausnahme der Fläche zu geben, falle ihm nicht leicht. „Es ist doch eine schöne Wiese.“ Eigentlich sei der Fall doch auch nicht anders gelagert als in Schliersee, schob Toni Engelhard (CSU) nach. Sein Zorn über die Abfuhr, die sich die Firma Sixtus nach langen Debatten und einem Bürgerentscheid geholt hat, ist noch längst nicht verraucht.

Im Fall Abwinkl haben allerdings auch alle Fachbehörden der Herausnahme aus dem Schutzgebiet zugestimmt. Zumal ein feuchter Hang mitsamt dem gesamten Fuß und einem Pufferstreifen weiter unter Schutz und frei von Bebauung bleibt. Nicht bebaut wird auch ein Uferstreifen an der Schlierach. Nicht nur, um der Natur dort Raum zu geben. Hier sollen auch Kinder spielen und Spaziergänger Erholung finden können. Um das zu gewährleisten, so Thomas Eichacker vom Landratsamt, sei die Planung angepasst worden. 

jm

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