+
Die Erweiterung der Kaffeerösterei Dinzler im Irschenberger Gewerbegebiet Wendling schreitet voran.

Bürgermeister: Kritik bitte in Zukunft in nicht öffentlicher Sitzung

Versiegte Quelle wegen Dinzler: Jetzt gab's richtig Zoff im Gemeinderat

Irschenberg - Die trockene Quelle wegen der Dinzler-Baustelle sorgt weiter für Ärger: Bürgermeister Schönauer  ganz schön unter Beschuss - und wehrte sich mit ungewöhnlichen Argumenten.

Die Genehmigung des Protokolls der vergangenen Sitzung ist normalerweise eine reine Formalie im Gemeinderat. Wortmeldungen gibt es selten, eine Diskussion eigentlich nie. Dafür aber meist einen einstimmigen Beschluss. Auch in Irschenberg war das bislang so. Entsprechend überrascht wirkte Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth), als Klaus Waldschütz jun. (CSU) in der jüngsten Sitzung bei genau diesem Punkt die Hand hob. Es ging einmal mehr um die Diskussion über die Erweiterung der Kaffeerösterei Dinzler.

Wie berichtet, hatten Waldschütz und sein Vater – beide sind Nachbarn des Betriebs im Gewerbegebiet Wendling – vor einem Versiegen ihrer Quelle durch die Ausschachtung des sieben Meter tiefen Kellers gewarnt. Sie sollten recht behalten. Ihre Klage gegen den Bebauungsplan haben die Waldschütz’ mittlerweile zwar zurückgezogen. Trotzdem kommt nach wie vor nur ein Bruchteil der sonst üblichen Wassermenge bei den 120 Kühen im Stall der Landwirtsfamilie an.

Es sei richtig, dass er bei der Gemeinderatssitzung im September nochmals seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht habe, sagte Waldschütz nun. Das Protokoll lese sich aber zu einseitig. „Was der Bürgermeister zu mir gesagt hat, steht nicht drin“, kritisierte er. So habe ihm Schönauer vorgehalten, dass es auch beim Bau der OMV-Tankstelle der Familie Waldschütz Schwierigkeiten gegeben habe.

Der Bürgermeister konnte den Ärger nicht recht nachvollziehen. Wenn ihn etwas am Protokoll störe, sagte er zu Waldschütz, hätte er sich auch in der nicht öffentlichen Sitzung melden können. „Ich stehe zur Öffentlichkeit“, konterte der CSU-Gemeinderat. Auch den von Schönauer geäußerten Hinweis, er müsse seine privaten Interessen von seinem Mandat trennen, hielt Waldschütz für überflüssig. Er habe nur gegen den ersten Beschluss votiert und dann bei allen weiteren Entscheidungen zum Thema Dinzler nicht mitgestimmt. „Mir wurde ja erst später klar, dass ich persönlich von dem Bauvorhaben betroffen bin“, erklärt Waldschütz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Mit dieser Meinung war der CSU-Mann am Ratstisch nicht allein. „Eine Gemeinderat darf auch nicht benachteiligt werden“, sagte Martin Eberhard (FDP/aktive Bürger). Er hätte sich bei diesem Punkt mehr Sensibilität im Gremium gewünscht. Schönauer hielt dagegen. „Das ist nun mal so gesagt worden, ob es Dir gefällt oder nicht“, gab er sichtlich verärgert zurück. „Das ist eine Sitzung und keine Märchenstunde.“

Als Privatperson sei Waldschütz natürlich dazu berechtigt, Klage gegen das Bauvorhaben einzureichen, meinte Schönauer. Sein Mandat als Gemeinderat hätte er während dieser Zeit aber ruhen lassen sollen. „Das wäre für die Außenwirkung besser gewesen“, betonte der Bürgermeister.

Gegen die Stimmen von Waldschütz, Eberhard, Hans Maier (FDP/aktive Bürger) und Regina Gruber (FWG Irschenberg-Reichersdorf) segnete das Gremium das Protokoll in der bestehenden Fassung ab. Viel wichtiger als diese Formalie ist Waldschütz, dass die Wendlinger Quelle bald wieder sprudelt. Aktuell bezieht er das meiste Brauchwasser – insgesamt sind es 15 bis 18 Kubikmeter pro Monat – aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Zwar habe ihm der Bürgermeister zugesichert, dass die Gemeinde diese Kosten übernehmen würde. „Aber dann“, sagt Waldschütz, „trifft es ja letztlich alle Bürger“.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin</center>

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin
<center>Fächer "Goldstück"</center>

Fächer "Goldstück"

Fächer "Goldstück"
<center>Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern</center>

Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern

Mahlzeit - Die besten Rezepte aus ganz Bayern
<center>Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016</center>

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016

Meistgelesene Artikel

Breitbandausbau auf der Kippe: „Die Telekom holt ihr Monopol zurück“

Irschenberg/Valley – Während der Breitbandausbau im Gemeindegebiet Irschenberg weitergeht, warten die Bürger in den Ortsteilen Niklasreuth und Buchbichl weiter auf ein …
Breitbandausbau auf der Kippe: „Die Telekom holt ihr Monopol zurück“

Kommentare