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Sanierungsfall: Der rund 200 Jahre alte Bauernhof in Wilparting, in dem das Café zum Moar untergebracht ist, bedarf einiger baulicher Erneuerungen. Diese will die Gemeinde nun ermitteln und dann angehen. 

Neuer Glanz für Wilparting

Gemeinde will Gasthof zum Moar generalsanieren

Irschenberg - Zunächst war nur eine Dachsanierung für 150.000 Euro vorgesehen. Nun aber packt Irschenberg die große Lösung an. Der Gasthof in Wilparting soll generalsaniert werden.

Seit fast genau fünf Jahren gehört die Gaststätte in Wilparting der Gemeinde Irschenberg. Sie wurde damals mit dem Besitz quasi zwangsbeglückt. Sie hatte für den Pächter gebürgt, und bevor bei der folgenden Zwangsversteigerung „irgendeine Sekte“ – so sagt es Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) – zum Zuge kommt, schlug die Gemeinde lieber selbst zu. Das Wirtshaus, das zusammen mit der Wallfahrtskirche St. Marinus und Anian wohl eines der beliebtesten Fotomotive Bayerns darstellt, sollte in Irschenberger Hand bleiben. Dieses Eigentum nennt Schönauer auch „eine Verpflichtung“. Und dieser Verpflichtung kommt die Gemeinde nun nach, indem sie das rund 200 Jahre alten Bauernhaus saniert.

Das jedenfalls ist die Stoßrichtung, die Irschenberg nun eingeschlagen hat. Der Gemeinderat beschloss am Montagabend dafür eigens die Einrichtung eines kleinen Bauausschusses. Der soll sich nach Bedarf kurzfristig beraten. Die Entscheidungsgewalt bleibt aber einzig und allein beim Gemeinderat, bekräftigte Schönauer.

Den Anstoß gaben die Pächter und Voreigentümer selbst. Für heuer hatte die Gemeinde lediglich die Dachsanierung vorgesehen und dafür 150.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Doch es fehlt weiter an dem Gebäude. Wie Schönauer im Gemeinderat berichtete, sind die Fenster undicht und der Keller feucht. Aus energetischer Sicht ein katastrophaler Zustand. Der Bürgermeister spricht daher auch davon, dass die Gemeinde „energetisch in der Pflicht“ stehe. Und was die Optik anbelangt sowieso. Das historisch Kleinod soll nicht durch modern anmutende Erweiterungen beeinträchtigt werden. Das Gasthaus selbst steht zwar nicht unter Denkmalschutz, die nebenan gelegene Wallfahrtskirche nebst St.-Vitus-Kapelle aber sehr wohl. Zusammen ein Ensemble, ein Wahrzeichen von Irschenberg. „Wir werden das mit dem Kreisbaumeister und dem Denkmalschutz besprechen“, kündigt Schönauer an.

Denn unter Umständen nimmt die Gemeinde auch eine Änderung der Gebäude-Nutzung vor. So könnten laut Schönauer in der Schupf hinter dem Hauptgebäude Gästezimmer eingebaut werden. Allemal besser, als irgendwo ein neue Hotel hinzustellen, findet der Bürgermeister. Neben Gaststätte und Betreiberwohnung befinden sich auch zwei Ferienwohnungen im Hauptgebäude. Letztere werden laut Schönauer aber nicht vermietet. Ob sich eine Fremdenverkehrs-Nutzung für Wilparting eignet, soll gegebenenfalls mittels einer Wirtschaftlichkeitsanalyse geklärt werden.

Das Großprojekt steht unterdessen erst am Anfang. Zunächst soll Architekt Joachim Staudinger das Haus unter die Lupe nehmen, die Schäden ermitteln und die Kosten für eine Sanierung. Bei kurzfristigen Klärungsbedarf kann er sich an den Bauausschuss für Wilparting wenden. Dem gehören neben Schönauer seine Stellvertreter Klaus Meixner (CSU) und Hans Nirschl (FWG Irschenberg-Reichersdorf), ein noch zu benennender Vertreter von FDP/Freie aktive Bürger sowie Marinus Eyrainer (FWG Irschenberg) als Fachmann aus dem Finanzbereich an.

1,2 Millionen Euro hatte die Gemeinde das Anwesen in Wilparting mit „Café zum Moar“ darin sowie Stallgebäude und rund einem Hektar Grund einst gekostet. Finanziert hat dies Irschenberg auch mit einem Darlehen. Das stelle durchaus eine gewisse Belastung dar, räumt Schönauer ein. Aber eben auch eine Verpflichtung – eine, der die Gemeinde gerne gerecht werde.

dak/nip

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