+
Vermisst: Golden Retriever Linus aus Irschenberg. Links: So sieht er schmutzig aus.

Familie sucht immer noch verzweifelt

Schlimmer Verdacht: Wer hat Hund Linus gekidnappt?

Irschenberg - Seit einer Woche sucht Marion Münchmeyer verzweifelt nach ihrem Golden Retriever Linus (8) - mit Flyern, Suchhunden und Belohnung. Inzwischen hegt sie einen schrecklichen Verdacht.

Der Schwiegervater fütterte die beiden Hunde noch, bevor er in den Stall ging. Ein Ritual, Alltag, alles ganz normal. So auch am vergangenen Dienstagmorgen. Nach dem Essen schlenderten Linus und Marion Münchmeyers Zweithund Beck's über die Wiese hinter dem Gasthof zum Moar in Wilparting bei Irschenberg. Auch das ist ganz normal im Alltag der Gastwirte und Hundebesitzer.

Rund um den Gasthof gibt's keine Straßen, nur Wiesen, Wald, Wanderwege. Linus ist ein Hofhund, hängt an keiner Leine und dreht auch mal alleine seine Runden ums Haus. Kein Grund zur Besorgnis also. Dann verschwanden beide Hunde am nächsten Waldrand.

Die Hofkamera zeichnete ihren Abgang auf. "Die haben wir sofort überprüft, als Linus nicht mir aufgetaucht ist", sagt seine Besitzerin Münchmeyer. Besonders sonderbar: Münchmeyers Weimaraner Beck's (5) kam gegen 12 Uhr wieder. Linus blieb fort. Die beiden Hunde kennen sich, sind zusammen aufgewachsen - warum also würden sie sich trennen?

Dann begann die große Suche. Die Wirtin telefonierte mit Nachbarn, auch benachbarten Betrieben wie Dinzler und McDonald's an der Autobahn. "Alle dort kennen Linus." Doch keiner hatte ihn gesehen. 

Oft wird in solchen Fällen der Verdacht geäußert, Jäger könnten einen freilaufenden Hund erschießen und ihn dann einfach irgendwo verscharren. Münchmeyer kennt die meisten Jäger im Umkreis, versteht sich mit ihnen und hat sie auch gefragt. Aber auch ihnen ist nichts aufgefallen. 

Unsere Zeitung berichtete am selben Abend über den vermissten Linus. Unser Facebookpost erreichte über 25.000 Personen. 

Münchmeyer selbst schaltete sogar eine Anzeige auf Facebook, die über 6000 Mal geteilt wurde.

Hundesuche ist keine Polizeiaufgabe

Die Irschenbergerin wendete sich an die Polizei Miesbach. Doch die ist für vermisste Hunde eigentlich nicht zuständig. "Wir behandeln das wie einen verlorenen Gegenstand", sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern. Eine Miesbacher Beamtin ergänzt: "Wir sind Anlaufpunkt und Schnittstelle. Den Service bieten wir. Aber wir senden jetzt keine Suchstaffeln aus." Sieben vermisste Hunde verzeichnete die Polizei Miesbach allein von Anfang April bis 10. Mai. Einer wurde als wieder gefunden gemeldet. "Aber normalerweise melden sich die Leute nicht, wenn sie ihren Hund wieder gefunden haben."

Suchhund war schon auf Linus' Fährte

Auch Linus blieb verschollen. Schließlich engagierte Münchmeyer einen Spürhund der K-9-Suchhunde, eine Gruppe ehrenamtlicher Spürhundehalter und solcher, die es noch werden wollen. Sie haben Ausbildungszentren in ganz Deutschland, auch im Münchner Raum.

Und tatsächlich: Der Suchhund nahm sofort die Fährte auf, folgte ihr vier Kilometer quer durch den Wald, durchs Gestrüpp, steile Hänge hinauf und wieder hinunter. "Nach vier Kilometern mussten wir die Suche einstellen", erklärt Sabine Schmidthöfer, Einsatzkoordinatorin der K9-Suchundestaffel. Der Suchhund konnte nicht mehr. "So eine Suche ist die Höchstbelastung für den Hund und seine Nase." 

Münchmeyer fuhr die Straße ein paar Kilometer weiter ab, suchte im Umkreis - zwecklos.

"Jeden Moment denke ich, er kommt gleich wieder um die Ecke gelaufen."

So geht die Suche seit einer Woche. Münchmeyer, junge Mutter und berufstätig, schleppt sich von Tag zu Tag, will die Hoffnung nicht aufgeben. "Wie ferngesteuert", sagt sie. Und: "Er ist ein Teil meiner Familie. Natürlich ist mir bewusst, dass wir die Stecknadel im Heuboden suchen, und das zerreißt mir das Herz. Jeden Moment denke ich, er kommt gleich wieder um die Ecke gelaufen, aber nichts passiert. Jedes Mal, wenn unser Baby weint, wundere ich mich, warum kein Linus mehr vorläuft, weil er schauen will, ob alles in Ordnung ist."

Expertin: "Ein sehr merkwürdiger Fall"

Schmidthöfer von der Hundestaffel K9 steht beratend zur Seite. "Das ist ein sehr merkwürdiger Fall", sagt die Expertin. "Gerade mit dieser Vorgeschichte." Natürlich verschwinden Hunde manchmal auf Nimmerwiedersehen. Aber das hat immer seinen Grund. Zum Beispiel, wenn die Hunde frisch aus dem Tierheim kommen, sich noch nicht an den Besitzer gewöhnt haben. Bei aggressiven Jägern, typischen Streunern, die jeder läufigen Hündin nachjagen, oder Tieren, die Zuhause schlecht behandelt werden. Aber all das trifft auf Linus nicht zu. Linus ist kein Jäger, er ist Hofhund und schon von der Rasse her wahnsinnig menschenfreundlich. 

Ein schrecklicher Verdacht: Hat jemand Linus einfach mitgenommen?

So freundlich, sagt seine Besitzerin, dass er auch zu jedem ins Auto steigen würde. Ein schlimmer Verdacht, den auch Expertin Schmidthöfer nicht leichtfertig abtun will: "Das Risiko ist sehr hoch. Und am Irschenberg ist man ganz schnell irgendwo." Mehr noch. Hätte sich Linus irgendwo verletzt, wäre er angefahren worden und verendet. Jäger, deren Hunde, der Spürhund, "irgendjemand hätte ihn längst gefunden", sagt auch Münchmeyer. Deshalb ist sie sich fast sicher: "Irgendjemand hat ihn mitgenommen." Vielleicht ja aus guter Absicht, vielleicht aber auch, weil es gerade einfach gepasst hat.

Doch so schnell gibt die Moar-Wirtin nicht auf. Sie verteilt Flyer, telefoniert, sucht weiter und hat sogar eine Belohnung von 350 Euro ausgesetzt. In der ganzen Region und darüber hinaus. Spannend, das sagt auch die Hundeexpertin, wären Sichtungen rund um Irschenberg, um herauszufinden, welche Route Linus eingeschlagen hat, und wo er letztendlich aufgesammelt hätte werden können. 

Wer also ab Dienstag, 3. Mai, in und um Irschenberg, aber auch im Umkreis von rund 40 Kilometern etwas bemerkt hat, kann sich bei Marion Münchmeyer melden: info@wilparting.de

Linus ist acht Jahre alt, sieht aber jünger aus. Ein typischer Golden Retriever mit kürzer geschorenen Haaren, weil er vor Kurzem beim Friseur war.

"Diese Ungewissheit ist ein Albtraum", sagt Münchmeyer. Aber sollte jemand Linus wirklich zu Hause haben, solle der sich auf keinen Fall sicher sein, "dass wir ihn niemals finden." 

kmm

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Wollte nur Datteln kaufen: Mutmaßlicher Schleuser erwischt

Irschenberg – Die Bundespolizei hat Samstagnacht einen mutmaßlichen Schleuser an der A8 bei Irschenberg gestoppt. Er soll eine irakische Familie unerlaubt nach …
Wollte nur Datteln kaufen: Mutmaßlicher Schleuser erwischt

Auf der A8: Lkw verursacht Auffahrunfall

Irschenberg - Ein Auffahrunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen hat sich am Samstag gegen 16 Uhr auf der A 8 am Irschenberg ereignet. Schuld war ein Lkw.
Auf der A8: Lkw verursacht Auffahrunfall

Kommentare