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Ohne Instrumente und teils noch nicht einmal elektrisch verstärkt: Die Wise Guys beim Irschenberg-Festival.

Wise Guys beim Irschenberg-Festival

Abschluss: Generationsübergreifendes Ausflippen

Irschenberg - Beim letzten Abend des Irschenberg-Festivals bringt das A-capella-Quintett Wise Guys das Publikum im voll besetzten Zelt zum Toben. Die Bilanz der Organisatoren fällt trotz niedriger Temperaturen positiv aus.

Wann kommen sie endlich? Ungeduldig klatschen und pfeifen die Zuhörer im abgedunkelten Zirkuszelt. Bis wie von Geisterhand in blauem Nebel fünf Schatten auftauchen. Es ist Tag fünf des Irschenberg-Festivals; und die Wise Guys sind da. Das Zelt ist bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt. Aus gutem Grund: Einen Echo und fünf Goldene Schallplatten hat die ehemalige Kölner Schülerband bereits abgesahnt. Und im Sommer 2017 werden sich die Wise Guys auflösen. Nach 25 Jahren.

Zuhörer springen auf und wiegen die Hüften, als das Quintett singt, „du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf Baa-byy“ – unterfüttert von impulsivem Beat. Kinder zappeln wie wild auf den Rängen, bis die Bretter der Zirkus-Tribünen bedrohlich knarzen. Ein kurzer Blick ins Publikum zeigt: Die Wise Guys überzeugen generationsübergreifend. Textsicher sind sowohl die Dame im gesetzten Alter, zehnjährige Buben und 20-Jährige, auf deren Pulli „Metal ist Religion“ gedruckt steht.

Zuschauer erklatschen eine Zugabe nach der anderen

So vielfältig wie ihr Publikum ist das Repertoire der Wise Guys. Wellen von dumpfem Gelächter wandern durch die Ränge, als sie singen „Denn Du hast mir gezeigt, wie toll Heimwerken ist“ und „Ich lebe, um zu bohren“. Vorlage ist „Geboren, um zu leben“ von Unheilig, „geringfügig aber entscheidend verändert“, sagen sie.

Beeindruckend, welche Klangkulisse allein mit Gesangsstimmen erzeugt werden kann. Wer es nicht weiß: Die Wise Guys singen a capella. Ohne jegliches Instrument, aber mit elektrischer Verstärkung – oder auch mal nicht. Bei einem Auftritt in Saarbrücken sei einmal nach dem zweiten Song der Ton ausgefallen, erzählen sie. Kurzerhand sangen sie ohne Verstärkung, weiter, und dies wurde zu einem besonderen Erlebnis. Warum das nicht in Städten wiederholen, in denen Stromversorgung klappt, fragen sie. Allmählich werden die Lautsprecher heruntergefahren. Direkt unter der Kuppel, von der Mitte des Zeltes aus, singen die fünf „You’ve gotta get up and try try try“. Es ist mucksmäuschenstill im Zelt. Eine Wohltat für die Ohren, nachdem reichlich Dezibel sensiblem Gehör zuvor einiges abverlangt hatten. Ein paar Zuhörer sind schon auf dem Weg Richtung Ausgang. Da drehen sie sich wieder um – die Wise Guys spielen noch eine dritte Zugabe: „Jetzt ist Sommer“, ihr Hit aus dem Jahr 2001. „Egal ob man schwitzt oder friert, Sommer ist was in deinem Kopf passiert“, pocht es durch das Zelt. Die Zuhörer toben. Und erklatschen sich gleich die nächste Zugabe.

Festival-Bilanz: „Wunderbar“ – trotz fröstelnder Gäste

Für eine kleine Gemeinde wie Irschenberg sei ein Festival mit „supertollen Künstlern“ schon etwas Besonderes, sagt Kathrin Weimar. Die Organisatorin und ihr Kollege Tom Janko ziehen Bilanz. Erfreulich hoch waren die Gästezahlen. Bei der Premiere 2014 dauerte das Festival drei Tage; „wir wollten testen, wie es angenommen wird“, sagt Janko. Der Test fiel eindeutig aus. Voriges Jahr und heuer gab es fünf Tage Programm. 2760 Zuhörer strömten auf die Wiese hinter der Kaffeerösterei Dinzler. Zwei Abende – Herbert Pixner und die Wise Guys – waren weit im Voraus ausverkauft. Einziger Wermutstropfen: Der Temperatursturz am Mittwoch und Donnerstag. Einige Besucher hätten gefroren und sich beschwert, räumt Janko ein. Dass es bei Außentemperaturen von fünf Grad und einer frischen Brise „immer irgendwo ein bisschen reinbläst“, sei bei einem Zelt unvermeidbar. Ohne passende Kleidung würde da freilich mancher frösteln, trotz funktionierender Heizung. Allerdings habe Dinzler Decken und am Mittwoch sogar kostenlos Tee ausgegeben. Jankos Gesamtfazit: „Wunderbar.“ Es soll nicht das letzte Irschenberg-Festival gewesen sein.

Johanna Wieshammer

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