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Die erste Station steht: Die Gemeinde Irschenberg – hier Bürgermeister Hans Schönauer (2.v.l.) – wurde jetzt das erste Mitfahrbankerl aufgestellt.

Mobilität ohne Auto

Wer hier sitzt, will weg

Miesbach/Irschenberg - Das Mitfahrbankerl-Projekt startet in Irschenberg und Miesbach. Rentner Michael Grill (90) findet die Idee prima.

Die erste steht schon, und bald sind es zwei: Nach Irschenberg wird es auch in Miesbach eine Mitfahrbank geben. Die Kreisstadt macht bei dem von Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer mitinitiierten Projekt (wir berichteten) mit. Am heutigen Montagabend berichtet das Bayerische Fernsehen in der Abendschau abermals über den Stand der Dinge. 

Die Idee: Ein Bankerl, auf dem Menschen Platz nehmen können, die selbst kein Auto haben, aber zum Beispiel von Irschenberg nach Miesbach wollen. Vorbeikommende Autofahrer sehen an einem Schild über der Bank, wohin der dort Sitzende will, und können ihn mitnehmen. 

"Eie gute Idee“: Der Miesbacher Michael Grill (90) findet das Projekt prima, wie er dem BR erklärt.

„Eine gute Idee“, findet Michael Grill. Der Miesbacher ist bereits 90 Jahre alt – was man ihm nicht ansieht – und eigentlich auch noch selbstständig mobil. Seit 27 Jahren ist er stolzer Besitzer eines cremefarbenen Rollers Marke Piaggio, Baujahr 1986. Obwohl er seit 1950 in Miesbach lebt und seine drei Kinder hier aufgewachsen sind, hat die Familie nie ein Auto besessen. Für Menschen wie Grill und seine Frau ist das Mitfahrbankerl gedacht. Deshalb steht Grill am Freitagnachmittag am Miesbacher Stadtplatz vor der Kamera, um andere zu motivieren, das Projekt anzunehmen und zu nutzen. Zuvor ist er noch mit seinem Roller vorgefahren, hat ihn nach Anweisung von Kameramann Raimund Lesk abgestellt und ist zur Haltestelle für die RVO-Busse marschiert, wo das Mitfahrbankerl aufgestellt wird.

 „Für ältere Leute, die kein Auto haben, ist das eine gute Sache“, sagt Grill voller Überzeugung zu BR-Redakteurin Dalia Antar, die ihn nun interviewt. Und: Ja, freilich würde er das Mitfahrbankerl auch selbst nutzen. „Nicht immer, aber doch ab und zu.“ Die Menschen müssten es halt jetzt erstmal ausprobieren, dann würden sie schon Gefallen daran finden, meint er. „Wenn jemand einmal mitgemacht hat, dann tut er es immer wieder.“ Ganz klar ist für Grill, warum er selbst gerne mal mit seiner Frau einen Ausflug nach Irschenberg unternehmen will. „Die Landschaft dort ist herrlich. Man kann so schön in die Berg’ einischaun.“

 Ein bisschen müssen sich Grill und Gleichgesinnte aus Miesbach noch gedulden. Das grün-türkisfarbene Mitfahrbankerl steht noch im städtischen Bauhof, erklärt Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Auch sie wirbt heute in der Abendschau im Bayerischen Fernsehen für das Projekt. Die Ausstrahlung beginnt um 17.30 Uhr. 

Das Fernziel wäre ein Netz von Mitfahrbankerl im ländlichen Raum – vor allem in jenen Orten, die von Bus und Bahn wenig bis gar nicht angefahren werden, wie eben Irschenberg. Außer dieser Kommune und Miesbach sind bislang keine Teilnehmer in Sicht. Der Schlierseer Gemeinderat dies sogar per Votum abgelehnt.

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