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Frauen- und Mädchennotruf

Anlaufstelle für Opfer häuslicher Gewalt

Landkreis - Die Opfer von häuslicher Gewalt brauchen Hilfe. Nun gibt es in speziellen Fällen auch im Landkreis die Möglichkeit einer Beratung. Der Frauen- und Mädchennotruf Rosenheim wird sich darum kümmern. Aber fehlende finanzielle Mittel grenzen das Angebot ein.

„Das Thema wird oft verdrängt.“ Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) weiß, dass Miesbach unterversorgt ist, wenn es um Beratung bei häuslicher Gewalt geht. Er ist deshalb froh über eine Zusammenarbeit, die nun mit dem Frauen- und Mädchennotruf in Rosenheim entsteht. Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden und diesbezüglich mit der Polizei in Kontakt kamen, können sich nun an eine Beratungsstelle wenden.

Gudrun Gallin, die Leiterin der Rosenheimer Beratungsstelle, berichtete über das Prozedere im Sozialbeirat des Landkreises. Werden Polizisten zu einer häuslichen Gewalt gerufen – beispielsweise durch Nachbarn –, weisen sie die betroffene Frau darauf hin, dass es das Angebot in Rosenheim gibt. Willigt das Opfer schriftlich ein, werden die Daten an den Notruf vermittelt, und eine Beraterin meldet sich. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Frauen. Für die Täter gibt es eine andere Form der Hilfe, die Männerberatungsstelle (wir berichteten).

Dass Opfer von häuslicher Gewalt in dieser Form im Landkreis unterstützt werden, ist neu. Zwar gibt es ein Frauenforum in Miesbach und eine Arbeitsgruppe Frauenhilfe. Eine tatsächliche Beratungsstelle hat der Landkreis aber nicht. „Drei Jahre lang – von 1992 bis 1995 – hatten wir einmal einen Frauennotruf“, erzählte Christine Negele (SPD). Aufgrund fehlender Fördermittel sei dieser wieder eingestellt worden.

Finanziell steht es auch um den Rosenheimer Notruf nicht sonderlich gut. Der Verein wird vor allem durch Zuschüsse am Leben gehalten. Hinzu kommen Spenden sowie die Beiträge der rund 200 Mitglieder. Deshalb wird die Kooperation zwischen Miesbach und Rosenheim nicht alle Bereiche abdecken können.

Einmal pro Woche wird die Beratungsstelle für fünf Stunden die Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes am Miesbacher Stadtplatz nutzen können, um vor Ort zu sein. „Diese proaktive Arbeit ist aber an ein Fax von der Polizei gekoppelt“, erklärte Gallin. Meldet die Polizei der Stelle also keinen konkreten Fall, gibt es auch keine Beratung. „In einem anderen Rahmen können wir nicht tätig werden“, stellte Gallin klar.

Persönliche Gespräche auf Initiative der Frau selbst hin sind deshalb nur möglich, wenn die Betroffene nach Rosenheim fährt. Doch auch das ist nur in einem bestimmten Maße möglich. „Sind es zu viele, gibt es mit unseren Zuschussgebern Probleme“, erklärte Gallin.

Dass der Bedarf da ist, hat sich schon vor einigen Jahren gezeigt. Seit 2010 ist Gallin in der Beratungsstelle in Rosenheim tätig. Schon damals habe es die Anfrage aus dem Landkreis Miesbach gegeben, ob auch dort eine Beratung möglich sei. „Es ist an der Finanzierung gescheitert“, berichtete sie. Damit das nicht wieder passiert, soll in einem Jahr überprüft werden, wie das Angebot angenommen wurde. „Es ist ein erster Schritt“, sagte der Landrat. „Wir sollten uns aber überlegen, ob wir nicht Geld in die Hand nehmen und das Ganze ausbauen.“

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