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Auf diesem Gelände Am Gschwendt gegenüber vom Friedhof in Miesbach will der Freistaat sechs Wohnhäuser für anerkannte Asylbewerber errichten.

Sofortprogramm

Sechs Wohnhäuser: Freistaat baut für Asylberechtigte

Miesbach - Anerkannte Asylbewerber haben kaum Chancen auf eine günstige Wohnung. In Miesbach plant daher das Staatliche Bauamt Rosenheim sechs Wohnhäuser für asylberechtigte Familien.

Asylbewerber müssen ihre Unterkunft verlassen, sobald sie behördlich anerkannt sind und ein Bleiberecht bekommen haben. Doch Ausziehen geht erst, wenn sie eine Wohnung gefunden haben. Im Landkreis eine schwierige Aufgabe. Laut Landratsamt sind aktuell insgesamt 96 sogenannte Fehlbeleger registriert – allein 24 in Miesbach. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU), gleichzeitig Vize-Landrätin, kennt das Problem. „Wir haben ja nicht mal bezahlbaren Wohnraum für unsere eigenen Bürger“, betonte sie zuletzt immer wieder. Doch das soll sich bald ändern.

Das Staatliche Bauamt Rosenheim plant, auf dem Areal Am Gschwendt gegenüber dem Friedhof sechs Wohnhäuser für anerkannte Asylbewerber zu bauen. Grundlage ist ein Sofortprogramm des Freistaats. „Bis zum Jahresende sollen für 70 Millionen Euro Wohnplätze mit reduziertem Bau- und Wohnstandard zur kurzfristigen Versorgung anerkannter Flüchtlinge“ geschaffen werden, steht auf der Homepage des Innenministeriums. Weiter heißt es dort: „Durch die Staatlichen Bauämter sollen Kleinstwohnungen (etwa 45 Quadratmeter für drei bis vier Personen) und Wohnheimplätze (etwa 15 Quadratmeter für ein bis zwei Personen) in rund 30 Einzelprojekten mit maximaler Größe für rund 200 Personen auf staatlichen Grundstücken in verschiedenen Teilen Bayerns errichtet werden.“ Angestrebt werde insbesondere eine möglichst kurze Bauzeit von rund drei Monaten zur Erstellung der bezugsfertigen Gebäude.

Eugen Bauer, Leiter des Staatlichen Bauamts in Rosenheim, bestätigt die Pläne in Miesbach. Am Gschwendt sollen sechs Wohnhäuser entstehen, jedes mit vier Wohneinheiten. Bei im Schnitt vier Bewohnern wäre das Platz für 96 Flüchtlinge – der Schwerpunkt liege auf Familien. „Es ist ungewöhnlich, dass unsere Behörde selbst Wohnungen bauen lässt“, sagt Bauer, verweist aber auf den hohen Umsiedlungsdruck. Im Landkreis ist es laut Bauer das einzige Projekt dieser Art. Ähnliche Fälle gibt es in der Region noch in Bernau (Kreis Rosenheim) und Grub (Ebersberg).

Da beim Land das Geld knapp ist, werden möglichst schnell kleine Einheiten gebaut. Die Belegung mit Flüchtlingen sei auf etwa zehn Jahre angelegt. „Es kommt aber auf die Entwicklung an“, sagt Bauer, und die sei offen. Das Miesbacher Projekt stehe erst am Anfang. „Wir haben der Stadt unsere Entwürfe geschickt und warten auf Antwort.“

Von der Stadt gibt es zu den Plänen des Bauamts keine Stellungnahme. „Aktuell gibt es nichts zu sagen“, stellt Pongratz auf Anfrage unserer Zeitung klar. „Noch ist nichts spruchreif.“ Wenn es soweit ist, werde der Bauausschuss die Sache behandeln. „Vielleicht bringe ich das Thema auch in den Stadtrat.“

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