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Abenteuerliches Spielparadies: Auf drei Stümpfen errichtete der Kläger die Spielhütte für die Kinder. Weil er den Abstand zur Grenze aber nicht einhielt, entschied das Gericht, dass das Baumhaus versetzt oder entfernt werden muss.

Weil es zu nah an der Grundstücksgrenze steht

Gericht: Miesbacher muss dieses Baumhaus abreißen

Miesbach - Es ist das Aus für ein Kinderparadies. Weil es zu nah an der Grundstücksgrenze steht, muss ein Miesbacher das Baumhaus in seinem Garten abreißen. Das Verwaltungsgericht kannte keine Gnade.

Es ist ein Paradies für Kinder. Ein Baumhaus in knapp drei Metern Höhe – sechs Meter lang, 2,5 Meter breit. Massiv gebaut, sogar mit kleinen Fenstern. Dazu Leiter, Strickleiter und Schaukeln. Doch was Kinder in Verzückung versetzt, erregt beim Landratsamt nur Ablehnung. Denn eines hat der Grundstückseigentümer beim Bau des Baumhauses an der Badstraße in Miesbach nicht beachtet: die gesetzlich vorgeschriebenen drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze.

Angefangen hatte alles, als der Borkenkäfer sechs Fichten an der Grundstücksgrenze befallen hatte. Die Bäume wurden gekappt, doch für die Stämme, die noch fest im Boden verwurzelt waren, hatte der Grundstückseigner eine wunderbare Verwendung: Sie sollten als Stützen dienen für ein Baumhaus. Im Juli und August 2010 errichtete er das Baumhaus zusammen mit einem Bekannten – fertig war das insgesamt 4,65 Meter hohe Spielparadies für neun Kinder, die damals in dem teils selbst genutzten, teils vermieteten Haus lebten.

Doch der Ärger ließ nicht lange auf sich warten. Der Nachbar meldete den Bau auf der Grundstücksgrenze dem Landratsamt, das die Beseitigung forderte. Der Bauherr wehrte sich dagegen, zog sogar vor die Petitionsausschüsse von Land- und Bundestagtag, weil das Gebäude ein Spielgerät sei, das nicht unter das Baurecht fällt – vergeblich. 2015 ordnete das Landratsamt die Beseitigung an, wogegen der Eigentümer am Verwaltungsgericht klagte.

Bei der gestrigen Verhandlung ließ Vorsitzende Verwaltungsrichterin Cornelia Dürig-Friedl keinen Zweifel daran, dass das Baumhaus kein unbedeutendes Spielgerät mehr und deshalb Baurecht anzuwenden sei. Generell müsse es aber nicht entfernt werden. „Sie können es problemlos versetzen, denn das Grundstück ist groß genug.“ An dieser Stelle verletze der „fehlende Sozialabstand“ aber das Recht des Nachbarn auf Privatsphäre. „Sie können dem ja vom Baumhaus aus ins Obergeschoss reinschauen.“

Das Versetzen sei aber mit enormem Aufwand verbunden, entgegnete der Kläger: Die Baumstämme gäben dem Haus Stabilität. Würde er es auf die grüne Wiese stellen, wären umfangreiche Arbeiten für ein Fundament nötig – „und es verliert seinen Charakter“.

Vor allem wunderte sich der Kläger, dass es so massive Gegenwehr gebe: „Bevor wir es gebaut haben, haben wir den Nachbarn und die Stadt gefragt, ob wir das Spielgerät reinbauen dürfen. Wir haben auch die Maße angegeben. Niemand hatte etwas dagegen. Erst danach begann der Ärger.“ Die Vorsitzende erklärte das so: „Es hat sich niemand vorgestellt, dass Sie eine Villa auf die Bäume setzen.

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