Frühjahrs-Konjunkturumfrage im Landkreis

IHK-Bilanz: Mehr Wirtschaftskraft, weniger Gründer

Landkreis - Die IHK zieht eine positive Bilanz für den Landkreis. Der Rückgang der Neuanmeldungen beim Gewerbe sind eine Folge der Vollbeschäftigung.

Die Wirtschaft boomt – entsprechend gut ist die Stimmung bei den Unternehmen im Oberland. Der Konjunkturindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern bleibt mit 127 Punkten auf hohem Niveau. Zwar wird die Geschäftslage nicht mehr ganz so gut eingeschätzt wie zu Jahresbeginn, jedoch haben die Firmen ihre Erwartungen für die nächsten zwölf Monate deutlich angehoben. Dies ergab die Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK für die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

Laut IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen sind 43 Prozent der Betriebe mit ihrer Lage zufrieden. Lediglich sieben Prozent sind unzufrieden. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 29 Prozent der Betriebe in der Region mit einer Geschäftsbelebung – nur zehn Prozent gehen von einer Eintrübung aus.

„Erstmals seit Herbst 2014 wird die Wirtschaftspolitik als größtes Geschäftsrisiko angesehen“, berichtet Driessen. 47 Prozent der Unternehmen sähen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine Gefahr. Die zunehmende Bürokratie verunsichere die Unternehmen. Außerdem klagten sie über Expansionshemmnisse durch den Fachkräfte- und Flächenmangel.

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt bleiben dennoch günstig: Rund jedes vierte Unternehmen möchte Personal einstellen. Zurückhaltung herrscht bei den Investitionen: 31 Prozent der Unternehmen wollen ihr Budget erhöhen, elf Prozent planen Abstriche und 16 Prozent wollen nicht investieren.

Immer weniger wollen Chef in einem eigenen Unternehmen werden

Dagegen wollen immer weniger Bewohner Chef im eigenen Unternehmen werden. Insgesamt meldeten 2015 im Landkreis 1104 Menschen ein Gewerbe an – das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Bayern- und oberbayernweit fiel der Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen noch stärker aus. Hier beträgt das Minus 3,3 sowie 4,7 Prozent.

Dabei hat im Landkreis vor allem das Interesse an Neugründungen nachgelassen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts sanken sie um 3,6 Prozent auf 966. Zugleich stagniert mit 138 Wechseln die Anzahl der Betriebsübernahmen (-0,7%).

Grund für den allgemeinen Rückgang ist aus Sicht der IHK die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir hatten 2015 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent im Landkreis ein Spitzenniveau und damit nahezu Vollbeschäftigung erreicht“, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Gleichzeitig nehme das Interesse an unternehmerischer Selbstständigkeit ab. „Wer die Wahl hat“, sagt Krämmel, „entscheidet sich in konjunkturellen Hochzeiten eher für die sichere Variante der Festanstellung.“

Und wer im Landkreis den Sprung wagt, gründet am häufigsten ein Dienstleistungsunternehmen, gefolgt von Handelsbetrieben und Baufirmen. Bei den bestehenden Betrieben wechselten mit 44,9 Prozent die meisten Firmen im Baugewerbe den Inhaber.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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