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Auf das Jubiläum stießen an: (v.l.) Landrat Wolfgang Rzehak, die Schulleiter Alois Noichl (1978 bis 1994), Johanna Tojek-Rieth (seit 2000) und Kuno Messmann (1994 bis 2000) sowie Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder.

Jubiläum der Realschule Miesbach

Ein Schulleben im Geiste von Gunetzrhain

Miesbach - Gut, das 50-Jährige war eigentlich letztes Jahr. Aber in der Gunetzrhaine-Realschule waren seit jeher Improvisationskunst und Kreativität gefragt. Und so feierte die Schule nun halt 50+. 

Sapperlott. Da hatten sie zwar Gott und die Welt zum Jubiläum der Miesbacher Realschule eingeladen, doch ausgerechnet ihre Namenspatrone hatten sie vergessen. Das ließen die sich natürlich nicht bieten – schließlich handelt es sich bei den Gunetzrhainern um eine bedeutende Künstler- und Baumeisterfamilie –, und so tauchte bei den Feierlichkeiten am Donnerstagabend der „Geist von Gunetzrhain“ mit violetten Haaren und schwarzem Umhang auf. Als guter Geist des Hauses führte er erst durch die Party in der Schulaula und zog dann mit den Gästen zur Gala in den Waitzinger Keller.

Auf das Jubiläum stießen an: (v.l.) Landrat Wolfgang Rzehak, die Schulleiter Alois Noichl (1978 bis 1994), Johanna Tojek-Rieth (seit 2000) und Kuno Messmann (1994 bis 2000) sowie Ministerialbeauftragter Wilhelm Kürzeder.

Den Baumeister-Geist der Gunetzrhainer, die Familie stammt aus einem Weiler auf Haushamer Seite des Stadlbergs, konnten sie in der Schule stets gut gebrauchen. Denn gebaut wurde gefühlt immer. Die ständige Defizitverwaltung begann schon im Schulgeburtsjahr, wie Rektorin Johanna Tojek-Rieth in ihrem Rückblick berichtete. Gründungsrektor Otto Epp schrieb: „Die Finsternis in einigen sogenannten Klassräumen mutet an trüben Wintertagen fast ägyptisch an; bei plötzlichen Regengüssen wird der Eintritt ins Gebäude durch ordnungslos vom Dach stürzende Wassermassen schier verhindert.“ Es folgte der Neubau (Einweihung 1967), aber schon 13 Jahre später mussten die Miesbacher den „Geist von Gunetzrhain“ wieder anrufen. Trennwände mussten her, um mehr Räume zu schaffen – und ein Pavillon auch. Der machte 2001 einem Erweiterungsbau Platz, und weiteren Jahren der ständigen Raumnotstandsverwaltung folgte erst der Kreistagsbeschluss zum Neubau und dann doch die Entscheidung für eine Renovierung. Die stellte die Improvisationskunst der Realschulfamilie auf ihre bisher wohl härteste Probe. Mitten im Schuljahr 2009/10 bezog sie die Container auf der Waitzinger Wiese – von den Schülern „Surival Camp“ genannt. Bis zu den Pfingstferien 2012 schlugen sich Schüler und Lehrer in ihrer Interims-Bleibe durch, ehe es zurück ging ins eigentliche Domizil.

Realschule Miesbach ist Oma im Landkreis

Bei so viel Improvisationskunst hat die Schulfamilie gelernt, die Dinge nicht in hinderlicher Weise kleinkariert zu sehen, und so stört wohl auch niemanden, dass eigentlich schon 2015 das 50-Jährige anstand. Damals hatte es aus organisatorischen Gründen nur zu einer kleineren Feier gereicht, egal: Dann feiert die Realschule heuer halt „50 +“ – gibt ja auch Generationen wie 60 +, ja sogar einen „Lehrplan +“. Pädagogisch hatten die Miesbacher die positiven Vorzeichen ohnehin stets auf ihrer Seite. Seit 1995 ist Miesbach Seminarschule für angehende Lehrer – „eine besondere Auszeichnung“, sagte Tojek-Rieth –, seit über zehn Jahren „Partnerschule des Wintersports“, und ihren Namen bekam die Schule 1980 aufgrund der Betonung der musisch-handwerklichen Wahlpflichtfächer.

Als Realschule ist die Miesbacher die alte Dame im Landkreis, ja regelrecht die Oma. 2005 zog sie mit zwei fünften Klassen und Lehrerversorgung die Realschule Holzkirchen heran, und freut sich nun mit der Realschule Gmund eines „properen Enkelkinds“ (Tojek-Rieth“). Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in der Region, Wilhelm Kürzeder, verteilte Bestnoten: „Hier in Miesbach weiß man, wie Schule geht.“ Neben der Wissensvermittlung stünden Charakterbildung sowie Herz und Verstand stets im Mittelpunkt. Vielleicht könnte man auch sagen: Die Schulfamilie lebt den Geist von Gunetzrhain.

Von Daniel Krehl

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