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Die Entscheidung von Angela Merkel, erneut als Bundeskanzlerin zu kandidieren, sorgt nicht überall für Begeisterung.

Entscheidung der Kanzlerin kommt nicht gut an

CSU-Ortsvorsitzende einig: Merkel „keine ideale Kandidatin“

Landkreis – Die Entscheidung von Angela Merkel, erneut als Bundeskanzlerin zu kandidieren, sorgt nicht überall für Begeisterung. Die CSU-Ortsverbände im Landkreis sehen einen harten Wahlkampf auf sich zukommen.

Landkreis – Angela Merkel will es noch mal wissen. Die Entscheidung der 62-Jährigen, erneut als CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin zu kandidieren, ist aber nicht überall auf Begeisterung gestoßen. Die CSU-Ortsverbände im Landkreis sehen einen harten Wahlkampf auf sich zukommen, wie eine Umfrage unserer Zeitung bei einigen Ortsvorsitzenden ergeben hat.

Wie kommt Merkels Kandidatur an?

So hat die Entscheidung bei den meisten CSU-Vertretern keinen Jubel ausgelöst. Dafür hat sie auch niemanden wirklich überrascht. „Ich bin davon ausgegangen, dass die CDU niemand anderen präsentiert“, sagt der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Warngau, Engelfried Beilhack. Eine ideale Kandidatin ist die Kanzlerin in seinen Augen nicht. Zwar habe sie auf der Weltbühne eine gute Figur gemacht, jedoch zu wenig für die eigene Bevölkerung getan.

Josef Obermaier, Ortsvorsitzender der CSU Fischbachau

Für Florian Sareiter, CSU-Ortsvorsitzender in Bad Wiessee, ist Merkel als Person weiterhin als Bundeskanzlerin geeignet. Korrekturbedarf sieht er jedoch bei den Inhalten. „Viele sind nicht zufrieden mit ihrer Zuwanderungspolitik“, sagt Sareiter. Merkel habe nicht eingesehen, dass sie mit ihrer Position auf dem Holzweg sei. Er hoffe aber, so Sareiter, dass sich die Kanzlerin im Wahlkampf dem Kurs der CSU annähern werde. Sonst bestünde die Gefahr, dass viel Zuspruch verloren gehe.

Ein ähnliches Bild zeichnet der Fischbachauer CSU-Ortsvorsitzende Josef Obermaier. Viele CSU-Stammwähler hätten in Frage gestellt, ob sie 2017 für Merkel stimmen würden. Zwar habe sich die Situation angesichts des abgeebbten Flüchtlingszustroms zuletzt wieder etwas entspannt. Trotzdem befürchtet Obermaier, dass etliche Wähler ihr Kreuzchen aus Protest bei der AfD machen oder sogar gar nicht zur Wahl gehen könnten. Das sei aber der falsche Weg, betont er. „Wenn wir als CSU eine Chance auf die Regierung haben wollen, gibt es zu Merkel keine Alternative.“

Hätte es Alternativen gegeben?

Auch hier sind sich die befragten CSU-Vertreter einig: Die Kanzlerin ist innerhalb der Union als Kandidatin gewissermaßen alternativlos. „Es ist aktuell niemand anderer da“, sagt Sepp Ottys, Ortsvorsitzender der Schlierseer CSU. Das sei aber auch auf ihre politischen Leistungen zurückzuführen. „Es war nicht alles schlecht, was sie gemacht hat“, sagt Ottys. So habe sich Merkel als „treibender Motor“ in Europa erwiesen und dadurch einen starken Einfluss auf andere Regierungen ausgeübt.

Regina Resch, Ortsvorsitzende der CSU Gmund

Die außenpolitischen Kompetenzen der Kanzlerin zweifelt auch der Otterfinger CSU-Ortsvorsitzende Matthias Schneider nicht an. „Das ist der Grund, warum ich sie als Kandidatin unterstützen kann“, sagt Schneider. Dafür erwartet er sich von Merkel, dass sie in den kommenden Jahren einen Generationswechsel in der Partei einleitet. Schneider sieht durchaus vielversprechenden Nachwuchs in der CDU. „Ich bin ein Fan von Jens Spahn“, sagt der Otterfinger Ortsvorsitzende. Leider sei der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium bei der Bevölkerung noch nicht bekannt genug, um für das Amt des Bundeskanzlers zu kandidieren.

Für Sareiter ist das Fehlen von Alternativen zu den derzeitigen Spitzenpolitikern ein Problem aller Parteien. „Man darf die jungen Leute nicht als Konkurrenten sehen und unterdrücken, sondern muss sie in Positionen kommen lassen“, fordert der Wiesseer Ortsvorsitzende.

Was bedeutet das für den Wahlkampf?

Nicht nur für die Gmunder CSU-Ortsvorsitzende Regina Resch steht fest: „Angela Merkel ist nicht das stärkste Argument, um CSU zu wählen.“ Für die Basis gelte es nun zu vermitteln, dass es eine starke CSU brauche, um Bayerns Interessen in Berlin zu vertreten. Oberstes Ziel müsse sein, ein Rot-Rot-Grünes Regierungsbündnis zu verhindern.

Auch für Obermaier muss sich die CSU darauf konzentrieren, weiterhin Ministerposten auf Bundesebene zu stellen. „Das wäre bei einer Abspaltung von der CDU vermutlich nicht mehr möglich“, sagt der Fischbachauer Ortsvorsitzende. Dennoch rechnet Obermaier mit einem anstrengenden Wahlkampf. Beilhack sieht das ähnlich: „Wenn wir einen Kandidaten hätten, den wir euphorisch unterstützen, wäre das natürlich leichter.“

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