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Fachmännische Hilfe für „die zwei hübschen Damen vom Balkon“: Warngauer Feuerwehrler mit einer Schiebeleiter aus dem Jahr 1929.

Kreisfeuerwehrverband feiert Zehnjähriges

Mit Schiebeleiter und Handspritze zum Löscheinsatz

Miesbach - Einen Meilenstein erreichten die Feuerwehren des Landkreises vor zehn Jahren: Sie formierte sich zum Kreisverband. Anlässlich des runden Geburtstags stand der Habererplatz in Miesbach einen Nachmittag lang im Zeichen der Brandbekämpfung.

Wenn es brennt, rücken die Feuerwehrler aus. Mit modernen Wagen voller technischem Equipment. In den meisten Fällen ist der Brand in kürzester Zeit gelöscht. Doch wie liefen Löscheinsätze vor 150 Jahren ab? Das erlebten Besucher hautnah und bekamen den ein oder anderen Spritzer Wasser ab. Zunächst aber waren die Fahnenabordnungen der Feuerwehren zum Habererplatz gezogen, wo Dekan Walter Waldschütz einen ökumenischen Festgottesdienst zelebrierte.

Den Landesverband Bayern gibt es seit 23 Jahren. „Wir im Landkreis haben ein bisschen gewartet, bis wir uns angeschlossen haben“, erzählte Kreisbrandrat Anton Riblinger. „Wir haben uns das erst mal angeschaut.“ Voraussetzung für den Beitritt war die Gründung eines Kreisverbands. Am 2. September 2006 wurde im Bräuwirt der Kreisfeuerwehrverband Miesbach aus der Taufe gehoben, im Beisein aller Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises.

Pluspunkt seitdem: die bessere Koordination von Fortbildung. Vorher mussten Gemeinden Lohnkosten erstatten. Jetzt werden zentrale Schulungen an Abenden und Samstagen organisiert. Vernetzt gelinge zudem Jugendarbeit leichter, sagte Riblinger und verwies auf eine Vielzahl von Aktivitäten im vergangenen Jahrzehnt.

Auf dem Habererplatz konnten die Besucher 23 Feuerwehrfahrzeuge – das älteste Baujahr 1886 – und 21 Gerätschaften bestaunen. Eine zierliche Pumpe etwa, auf der in altertümlicher Schrift „Feuerwehr Ober- und Mitterdarching, 1889“ gepinselt steht. Höhepunkt war die Inszenierung eines turbulenten historischen Löscheinsatzes: Rauch waberte im Waitzinger Park über der Freilichtbühne des Trachtenvereins. Warngauer Floriansjünger legten ihre Schiebeleiter von 1929 an, um „die zwei hübschen Damen vom Balkon runterzubringen“, wie Otterfings Kommandant Franz Huber den Besuchern in seiner launigen Moderation erklärte.

Zwei Haflinger zogen mit wehender Mähne die Waakirchner Pferdespritze von 1877 heran. „Sie mussten schauen, dass sie die Rösser schnell wieder vom Feuer wegbringen“, erklärte Huber, „sonst hätten die gescheut.“ Kreuther Kammeraden eilten mit ihrer Handspritze von 1900 herbei. Wasser schwappte aus dem Tank. „Das war Gaudi“, lachte Kreisbrandrat Riblinger. Sie hätten extra zu viel eingefüllt.

Motorisierte Spritzenwagen, so erfuhren die Besucher, leiteten eine neue Epoche ein. Huber kündigte den Schatz der Holzkirchner Feuerwehr an: einen Magirus, Baujahr 1929, mit voll funktionsfähiger Pumpenanlage. 1988/89 war das Gefährt aufwendig restauriert worden. Während fünf Mann mit golden glänzenden Helmen aus dem offenen Wagen sprangen, sagte Huber: „Jetzt wurde nicht mehr von Hand gepumpt.“ Bei Bombenangriffen sei der Wagen in München eingesetzt worden, erzählte Riblinger. Sein Opa sei dabei gewesen.

So feierte der Feuerwehrverband das Zehn-Jährige

„Sie setzen jetzt die Pumpe in Betrieb“, erläuterte Huber. Wasser marsch. Ein dicker Strahl Wasser spritzte fehlgeleitet auf die Seite. Diesmal ist es keine Gaudi. „Jetzt brauchen wir einen Arzt, da ist was passiert“, sagte Huber. Die Kupplung des Schlauches hatte sich gelöst und war einem Feuerwehrler an das Kiefer geschnellt. Um seine Platzwunde zu nähen, wurde er ins Krankenhaus Agatharied gebracht und die Vorführung abgebrochen. Ein Wermutstropfen.

Insgesamt aber war Riblinger zufrieden. Sämtliche Feuerwehren des Landkreises hatten sich an dem Spektakel beteiligt. Um die Auslagen zu decken, steckte ihnen Bürgermeistervertreter Klaus Thurnhuber etwas zu. Jede Gemeinde spendete dem Kreisverband 100 Euro.

Johanna Wieshammer

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