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Haben ihre Aufgabe erfüllt: Die Schulamtsdirektoren Ursula Weiss-Brummer und Peter Huber haben alle Grund- und Mittelschulen im Landkreis versorgt.

Mehr Schüler, mehr Klassen, mehr Lehrer

Amt meldet Zuwächse bei Grund- und Mittelschulen

Landkreis - Was sich bei den Grundschulen schon länger abzeichnet, gilt nun auch für die Mittelschulen im Landkreis: Die Schülerzahlen steigen. Dadurch haben Lehramtsanwärter gute Jobchancen.

Während die Aufregung bei den ABC-Schützen im Landkreis von Tag zu Tag wächst, setzt beim Schulamt langsam aber sicher Entspannung ein. „Für uns geht eine lange Vorbereitungszeit zu Ende“, sagt Direktor Peter Huber. Seit Beginn der Einschreibung im April hat er sich mit seiner Kollegin Ursula Weiss-Brummer den Kopf über langen Listen zerbrochen, mit Zahlen jongliert und viele Gespräche geführt. Mit dem Ergebnis ist Huber zufrieden: „Wir konnten alle Grund- und Mittelschulen versorgen.“ Was jedes Jahr spannend ist, war heuer besonders nervenaufreibend. Weil sich die Zahl der Grundschüler und – erstmals seit längerer Zeit – auch die Zahl der Mittelschüler erhöht hat, wären dem Schulamt fast die Lehrer ausgegangen. „Die hier ausgebildeten Kräfte haben nicht mehr gereicht“, sagt Huber.

Für insgesamt 912 Erst- und Fünfklässler in Grund- und Mittelschulen beginnt am Dienstag in 39 Klassen ein neuer Lebensabschnitt. Die Gesamtzahl hat sich in den 19 Grundschulen um 109 auf 3307 Schüler erhöht, in den acht Mittelschulen um 34 auf 1232. Ein Trend, den Huber vor allem auf steigende Geburtenzahlen zurückführt. Auch die Flüchtlingskinder spielen eine Rolle. Was den Schulamtsdirektor besonders freut: „Die Attraktivität der Mittelschule hat sich wieder deutlich verbessert.“

Beim Blick auf Lehrerstunden und Personalsituation brachte ihn dieser Trend hingegen ins Schwitzen. Dass auch im Schuljahr 2016/17 kein Pult leer bleibt. liegt an der Verstärkung aus anderen Gegenden. Auch heuer werden Pädagogen aus Oberfranken und der Oberpfalz im Landkreis unterrichten. Zudem konnte das Schulamt je drei aktuell stellenlose Gymnasial- und drei Realschullehrer von der zweijährigen Zusatzqualifikation für einen Einsatz in der Mittelschule überzeugen. „Wenn wir die nicht hätten, hätten wir ein Problem“, sagt Huber. Für einheimische Lehramtsanwärter ist diese Situation jedoch ein echter Glücksfall. Der Schulamtsdirektor rechnet bis 2022 mit günstigen Anstellbedingungen. „Wo früher in der Abschlussnote eine Eins vorm Komma sein musste, reicht heute eine Drei“, sagt Weiss-Brummer.

15 Lehramtsanwärter starten am Dienstag in ihre Praxisphase. 27 fertig ausgebildete Lehrkräfte kommen neu in den Landkreis, die Mobile Reserve umfasst 25 Pädagogen. Insgesamt 311 Lehrer, 39 Fachlehrer und neun Förderlehrkräfte werden in 154 Grundschul- und 64 Mittelschulklassen an der Tafel stehen. Mit einem Zuwachs von drei beziehungsweise vier Klassen im Vergleich zum Vorjahr bleibt die durchschnittliche Schülerzahl mit 21,2 (Grundschulen) und 19,3 (Mittelschulen) auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. 86 Prozent der Grundschul- und sogar 94 Prozent der Mittelschulklassen haben weniger als 25 Schüler.

Um die sogenannten „Idyllschulen“ wie Bayrischzell oder Wall aufrechtzuerhalten, werden acht jahrgangskombinierte Grundschulklassen gebildet. „Ein hochwertiges pädagogisches Angebot, das von den Eltern auch so gewünscht wird“, betont Weiss-Brummer. „Und keinesfalls ein Sparmodell“, ergänzt Huber. 18 M-Klassen und eine P-Klasse vervollständigen an den Mittelschulen das Bild.

Unverändert beliebt bei den Eltern sind die Ganztagsangebote. An der Mittelschule Hausham wird es im kommenden Schuljahr wegen der hohen Nachfrage sogar in zwei fünften Klassen den sogenannten rhythmisierten Unterricht der Gebundenen Ganztagsschule geben. Je eine Klasse ist an den Grundschulen Holzkirchen/Baumgartenstraße und Schliersee sowie an den Mittelschulen Holzkirchen und Miesbach geplant. Offene Ganztagsangebote mit Mittags- und Hausaufgabenbetreuung organisieren die Mittelschulen Rottach-Egern und Valley.

Als Erfolgsmodell haben sich laut Huber die Inklusionsangebote erwiesen. Neben der Grundschule Valley darf nun auch die Mittelschule Miesbach das Schulprofil „Inklusion“ führen. Heißt: Den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird hier besonders Rechnung getragen. Kooperationsklassen haben die Mittelschule Valley und die Grundschulen Bad Wiessee und Hausham eingerichtet. Um den Eltern von förderbedürftigen Kindern die schwierige Entscheidung zwischen Teilhabe und Sonderförderung zu erleichtern, bietet das Schulamt eine unabhängige Inklusionsberatung an.

Auch wenn die zuletzt hohen Flüchtlingszahlen etwas anderes vermuten ließen: Die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund ist im Vergleich zum Vorjahr nur um 101 auf 745 gestiegen. „Da zählen auch die Kinder von Zuwanderern aus der Hotel- und Gastronomiebranche dazu“, erklärt Weiss-Brummer. Damit diese schnell in die Regelklassen wechseln können, erhalten sie in den sogenannten Übergangsklassen verstärkten Deutschunterricht. An der Mittelschule Hausham startet heuer bereits die zweite Übergangsklasse, eine weitere gibt es an der Mittelschule in Holzkirchen. „Wir haben für alle drei Klassen Spezialisten als Lehrer gefunden“, sagt Huber. Immer mehr junge Lehrer würden bereits im Studium die Zusatzqualifikation erwerben.

Trotzdem rechnen die beiden Schulamtsdirektoren auch im kommenden Jahr wieder mit einer aufwendigen Planungszeit. Weiss-Brummer: „Das ist jedes Jahr wieder spannend.“

Neue Rektoren

gibt es im Schuljahr 2016/17 nur in Parsberg und Otterfing. An der Grundschule Parsberg ist Judith Streicher die neue Rektorin, an der Grundschule Otterfing Roswitha Kühn neue Konrektorin. Auf neue Gesichter können sich auch die Junglehrer freuen. Ab sofort begleiten sie Ute Spälter (Grundschule Valley) und Heidi Pause (Grundschule Egling) als Seminarrektoren bei ihrer Ausbildung.

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