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Gelungenes Fest: (v.l.) Diakon Franz Mertens, Claudia Kuchlmeier, Gemeindereferent Johannes Mehringer, Pfarrer Stefan Füger, Ferdinand Huber, Sepp Bernöcker, Pastoralreferentin Kathrin Baumann und Siegfried Rummel bei der Feier im Miesbacher Pfarrsaal.

Stefan Füger verabschiedet

Miesbach bekommt vorerst keinen neuen Pfarrer

Miesbach - Die Mitglieder des Pfarrverbands Miesbach haben ihren scheidenden Pfarrer Stefan Füger verabschiedet - und dabei so einige Geheimnisse ausgeplaudert. Die Nachfolge bleibt aber weiter ungelöst.

Am Schluss kommt’s raus. So manche versteckte Leidenschaft ihres Pfarrers Stefan Füger haben die Miesbacher und Parsberger bei dessen feierlicher Verabschiedung im Miesbacher Pfarrheim kennengelernt. „Pfarrer Füger, wie ihn keiner kennt“, hatte der Miesbacher Kirchenpfleger Siegfried Rummel seine Bilderschau überschrieben – und nicht zu viel versprochen. So erfuhren die Zuhörer im voll besetzten Pfarrsaal nicht nur, dass Füger gerne Lieder der britischen Rockband Queen hört, sondern auch, dass er eine Vorliebe für Wiener Würstchen hat. Jeden Samstag lässt er sich laut Rummel vier Paar schmecken. „Dazu trinkt er ein Bitburger“, verrät der Kirchenpfleger und verzieht schmunzelnd das Gesicht.

Vom Hopf-Weißbier werden die Miesbacher Füger aber nicht mehr überzeugen können. Wie berichtet, verlässt der Priester den Pfarrverband in Richtung Neubiberg. Dass so viele Gäste zu seiner Abschiedsfeier gekommen sind, freut ihn sehr. „Ich habe gemerkt, dass ich doch einige Leute ansprechen konnte“, sagt Füger. Bei seiner Ansprache bedankte er sich für die vier Jahre in Miesbach und „die vielen positiven Erfahrungen, die weiter reifen haben lassen“. Bereits in den kommenden Tagen wird der Pfarrer nun mit seiner Haushälterin Magdalena Maier die Umzugskisten packen. Gottesdienste wird er in Miesbach und Parsberg aber noch bis Ende Juli feiern.

Wer ihn danach beerbt, ist weiter offen. Rummel geht nicht davon aus, dass die Stelle zum 1. September nachbesetzt wird. „Das Ordinariat hat sie ja schon zwei Mal ausgeschrieben“, berichtet er. Der Kirchenpfleger vermutet, dass sich der Pfarrverband zum ersten Mal in seiner Geschichte auf eine „mehrmonatige Übergangsphase“ einstellen muss. Das heißt, dass das Ordinariat einen anderen Priester im Landkreis beauftragt, sich um den Pfarrverband zu kümmern. Ablehnen kann dieser laut Rummel die sogenannte Bestellung nicht. „Das wird ihm aufgedrückt.“ Welche Kandidaten dafür in Frage kommen, weiß der Kirchenpfleger nicht. „Das ist alles geheim“, sagt er. „Wir dürfen da nicht mitreden.“

Die Stimme erhoben haben die Mitglieder der kirchlichen Gremien dafür bei Fügers Verabschiedung. Schon beim Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche habe das ganze Personal kräftig mitgesungen, berichtet Rummel. Für die abendliche Vesper hatten die beiden Kirchenchöre eigens Werke des estnischen Komponisten Arvo Pärt einstudiert. Auch beim gemütlichen Teil – für den der Pfarrer zwei Fässer Bier und der Pfarrgemeinderat Leberkässemmeln spendiert hatten – wurde es den Gästen nicht langweilig. So führten der Miesbacher Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ferdinand Huber und seine Parsberger Kollegin Claudia Kuchlmeier ein Rollenspiel auf, bei dem sie als Miesbacher und Parsberger Kirchturm um die Gunst des Pfarrers wetteiferten.

Ganz besonders freute Rummel, dass auch die evangelischen Pfarrer Anika Sergel-Kohls und Erwin Sergel mitfeierten. „Das zeigt, dass der ökumenische Austausch in Miesbach sehr gut funktioniert hat."

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