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Nicht mehr viel Kohle im Becken: Das Freie Landestheater muss künftig mit weniger Geld von der Stadt auskommen.

Und zwar deutlich

Stadt Miesbach kürzt beim Freien Landestheater

Miesbach – Die leeren Kassen der Kreisstadt wirken sich auf die Kultur aus: Der Stadtrat hat die Zuschüsse fürs Freie Landestheater deutlich gekürzt.

Die Zuschüsse der Musikfreunde Oberland für ihr Freies Landestheater Bayern (FLTB) sorgen jedes Jahr aufs Neue für Diskussionen. Das regelmäßige Thema: Muss der Zuschuss der Stadt wirklich so hoch sein? Dieses Mal gab es jedoch eine Neuerung in diesem Stück: Aufgrund der angespannten Haushaltslage kürzte die Verwaltung den Zuschuss bereits im Vorfeld um 5000 Euro, sodass am Ende nur eine Förderung über 30.000 Euro beschlossen wurde.

Für das laufende Jahr hatte das FLTB bereits 35.000 Euro bekommen; also lag das Beibehalten dieses Betrags für 2017 auf der Hand – es wird ja nichts billiger, im Gegenteil: Die Kosten steigen, und der Freistaat fördert mittlerweile gezielter. Das Ensemble muss damit mehr Aufführungen leisten, was wiederum die Personalkosten erhöht.

Da Miesbach der Sitz des FLTB ist, kommt der Förderung durch die Kreisstadt eine Signalwirkung zu: Zahlt sie weniger, reduziert auch der Freistaat seinen Zuschuss prozentual vergleichbar – und der wurde für 2017 immerhin mit 240 000 Euro veranschlagt. Insgesamt liegt das Haushaltsvolumen 2016 bei 938 500 Euro.

Im kommenden Jahr leistet das FLTB 134 Vorstellungen – darunter 40 an Schulen und 28 auf bayerischen Kreuzfahrtschiffen. Elf Auftritte sind für Miesbach vorgesehen – zwei mehr als 2016. Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sind diese ein kräftiges Argument, denn auf dem freien Markt wäre ein vergleichbares Programm mit einem fünfstelligen Betrag deutlich teurer. Da das FLTB auch für die Proben im Kulturzentrum Waitzinger Keller Miete bezahlt, sei die Investition durchaus günstig. „So bekommen wir 50 Prozent über die Hallenmiete zurück.“

Erhard Pohl (CSU) nannte den Kompromiss gut: „Miesbachs Kultur lebt von solchen Veranstaltungen. Für so etwas haben wir den Waitzinger Keller. Es ist eine günstige Art, Programm einzukaufen.“

Dagegen wollte Markus Seemüller (FW) die finanzielle Schieflage der Stadt mehr berücksichtigt sehen und verwies auf den Fehlbetrag im städtischen Haushalt 2015 über 800.000 Euro. Er beantragte deshalb als Kompromiss einen fixen Zuschuss über 25.000 Euro – sowie weitere 2000 Euro, wenn die Stadt es schafft, ihren Haushaltsansatz auch einzuhalten.

Dritter Bürgermeister Michael Lechner verteidigte in der Folge die Kritik am Vorstoß seines Fraktionskollegen: „Das ist nicht schäbig. Das Theater ist eine klassische freiwillige Leistung. Wir sollten ein Zeichen setzen.“

Bei der Abstimmung setzte sich aber der Beschlussvorschlag der Verwaltung über 30.000 Euro gegen die Stimmen von Seemüller, Lechner, Florian Ruml (FW), Manfred Burger (Grüne) und Claus Fahrer (FDP) durch. Damit war Seemüllers Antrag hinfällig. Die Bürgermeisterin war zufrieden. „Wir bekommen dafür eine Qualität wie im Gärtnerplatztheater“, betonte Pongratz. „Darauf können wir stolz sein.“

ddy

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