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Die Band Mountain Lake Vista musste zur CD-Präsentation als Trio statt als Quartett antreten. Veronika Muth, Vinzenz Semmler und Tobias Gmach (v.l.) konnten die Besucher im Waitzinger Keller trotzdem überzeugen.

Mountain Lake Vista präsentieren erste CD in Miesbach

Feiner Folk und die Not als Tugend

Miesbach – Da kam kuschlige Wohnzimmer-Atmosphäre in den Waitzinger Keller in Miesbach: Die CD-Präsentation der Holzkirchner und Tölzer Band Mountain Lake Vista geriet quasi zum Fest unter Freunden – mit rund 120 Besuchern, die kamen, um ehrliche, handgemachte Musik zu hören.

Den „bunten Abend“ hatten Urmel Saurle mit einer süffisanten Lesung über die Tücken von Eselsbrücken und Norbert Schmidt alias Kuschelpirat eröffnet, der mal mehr, mal weniger schlüpfrigen Humor in Songs in Singer-Songwriter-Manier verpackt. 

Die Band des Tages hatte derweil mit widrigen Umständen zu kämpfen: Eine Erkrankung zwang Gitarrist und Sänger Martin Schindler kurzfristig ins Bett, er fiel aus. Zwei Stücke mussten Mountain Lake Vista weglassen, der Song „21“ musste ohne tragendes Klavier auskommen. 

Als Trio machten Vinzenz Semmler, Tobias Gmach und Vroni Muth das Allerbeste aus der Situation. Gmach nahm’s pragmatisch: „Da kann man Neues entdecken auf der CD“, erklärte er augenzwinkernd. Wer die Songs noch nicht kannte, brauchte dennoch nichts vermissen – vor allem dank Muth an der Geige und dem Banjo-Virtuosen Peter Savee, der Mountain Lake Vista bei einigen Stücken, neben Sängerin Teresa Wagner, als Gast unterstützte. 

Geige und Banjo gaben den Songs nicht nur die nötige Fülle, die die beiden Gitarristen trotz mehrstimmigem Gesang alleine nicht hätten schultern können; sie machten die Not sogar zur Tugend. Etwa bei „Don’t Let Your Deal Go Down“, einem Klassiker des nordamerikanischen Folks: Da tanzten Geige und Banjo virtuos im Duett, bis die Gitarren einstiegen und dem Tanz noch mehr Drive verpassten. Die Folksongs des Quartetts von Freiheit und Fernweh gehen mit melancholischen Harmonien und treibendem Rhythmus ins Ohr – und bleiben dort haften. Den passenden Bühnenhintergrund bildeten atmosphärische Fotos von Markus Seidling: schroffe Felswände, zarte Wolkenschleier, Licht und Schatten. 

Nachdem die Band trotz widriger Umstände diese Visitenkarte abgegeben hatte, wunderte es auch nicht, dass die CDs am Verkaufsstand in Windeseile vergriffen waren. Bis zum nächsten derzeit geplanten Live-Auftritt braucht es noch Geduld: Mitte März spielen Mountain Lake Vista beim Kulturverein Lust in der Alten Madlschule in Tölz.

Katrin Hager

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