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Vorsitzender Carl Langheiter und Stellvertreterin Steffanie Nett zeigen die Brautausstattung von 1830/40. Die im Mangfallgau gefertigten Möbel sollen das geplante Museum bereichern.

Museumsverein

Historisches Schlafzimmer zum Schnäppchenpreis

Miesbach - An Ausstellungsstücken für das geplante Museum mangelt es nicht. Obwohl dessen Realisierung derzeit aufgrund leerer Kassen in den Sternen steht, hat der Museumsverein nun ein komplettes Schlafzimmer aus der Zeit von 1830/40 erstanden – und das zum Schnäppchenpreis.

Eine gute Überraschung lebt davon, dass sie möglichst lang geheim bleibt. Carl Langheiter ist da konsequent. Auch wenn das Geheimnis ob seines sensationellen Charakters aus ihm heraus wollte – der Vorsitzende des Miesbacher Museumsvereins sagte im Vorfeld nichts, nicht mal bei der Einladung zur feierlichen Enthüllung am Montagabend in der ehemaligen Klosterschule. Dann durfte das Geheimnis raus: Dem Museumsverein ist es gelungen, eine „bedeutende großbäuerliche Brautausstattung“ aus dem Mangfallgau um 1830/40 zu kaufen.

Dabei mag es wie Ironie anmuten, dass dieses laut Langheiter „bedeutende kulturhistorische Werk“ im weiteren Sinn der BR-Sendung „Kunst & Krempel“ entstammt. Zu deren Experten zählte unter anderem der Kunsthistoriker und Auktionator Gert Nagel, der selbst erlesene Stücke im Besitz hat – unter anderem besagte Brautausstattung, die Nagel laut Langheiter einst für 52 000 Mark gekauft hatte. „Zu seinem 80. Geburtstag hat er gesagt, dass er alles, was nicht versteigert wurde, günstig an Museen und Museumsvereine abgeben wolle“, berichtete Langheiter den rund 30 Gästen bei der Präsentation. Der Museumsverein wusste davon, bekam jedoch einen Hinweis aus dem Bayerischen Nationalmuseum, verbunden mit dem Tipp, „unser Interesse kundzutun“. Mit Erfolg.

Im Rahmen einer Versteigerung hätte sich der Verein das Zimmer – bestehend aus zwei Betten, zwei Schränken und einer Aufsatzvitrine – nicht leisten können, gestand Langheiter. Bei der Versteigerung sei es mit 20 000 Euro angesetzt gewesen. Dazu noch Gebühren und Provisionen „und wir wären bei gut 28 000 Euro gewesen". Am Ende zahlte der Museumsverein lediglich eine Provision: Für 4750 Euro ging die Brautausstattung nach Miesbach – unterstützt durch eine Spende der Armen Schulschwestern, denen das Klosterareal einst gehört hatte.

Die Möbel stammen aus der Übergangszeit vom Rokoko zum Biedermeier. „Die überladenen Strukturen wichen damals klaren Linien“, erklärt Vize-Vereinsvorsitzende Steffanie Nett. Doch konsequent sei man nicht gewesen, da Elemente von Rokoko und Empire zu finden sind.

Laut Langheiter zeigt das Zimmer den Lebensstil einer großbürgerlichen Familie aus München. Die mit Kirsche furnierten Kiefernmöbel sind mit Kupferstichen verziert, die Bibelmotive zeigen – jedoch zeigen zwei von ihnen Ansichten aus München. Der Kistler sei nicht bekannt, sagte Langheiter, sicher sei aber, dass das Brautgeschenk im Mangfallgau gefertigt wurde.

Als Geschenk könnte dieses Zimmer auch heute dienen, wenn die Stadt das Klostergebäude saniert und das vom Verein ersehnte Museum einziehen kann. Langheiter: „Die Stadt ist aktuell recht klamm, aber wir hoffen, dass sie ihr finanzielles Tief bald überwunden hat.“

Dass auch andere ein Geheimnis bewahren können, bewies im Anschluss die Bürgerstiftung, der die Klosterwiese gehört. Vorsitzende Eva Maier überreichte Langheiter einen symbolischen Scheck über 1000 Euro. „Wir wollen den Museumsverein bei seinen Vorhaben unterstützen. Das ist unser Beitrag.“

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