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Eine Leitfigur durch und durch: Kurt Mohr, Gründer mehrerer Kapellen und leidenschaftlicher Musiker.

Gründer des Miesbacher Musikvereins ist gestorben

Nachruf zu Kurt Mohr: Der unbeugsame Vollblutmusiker

Miesbach - Kurt Mohr ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der  Gründer des Miesbacher Musikvereins prägte die Szene im Raum Miesbach. Er kämpfte für seine Ideen - und eckte hin und wieder an.

Kurt Mohr war Vollblutmusikant. Und ein Kämpfer. Was er sich in den Kopf gesetzt hatte, das wollte er auch durchziehen. Klar, dass Mohr da auch bei dem einen oder anderen angeeckt ist. So beschreibt Josef Stöger, Dirigent bei der Musikkapelle Niklasreuth, den Miesbacher, der nun im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben ist.

Sie kannten sich – woher auch sonst – vom Musikmachen. Das war Mohrs Leben. 1949 begann der damals elfjährige Bub bei der Bayrischzeller Blaskapelle mit dem Tenorhorn. 36 Jahre später gründete er den Miesbacher Spielmannszug, 1989 folgte die Blaskapelle. „Er ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir Paten sein wollen“, erinnert sich Stöger (67). Seither sind die Miesbacher und die Niklasreuther Musiker eng verbunden und haben sich oft schon gegenseitig ausgeholfen.

Aus dem Nichts hat Mohr den Miesbacher Musikverein aufgebaut. Er ging von Haus zu Haus, um nach Geld für Instrumente zu fragen. Stöger: „Da ist ihm nichts zu blöd gewesen.“ Um die Ausbildung der Jugend kümmerte sich Mohr zunächst auch. Er selbst spielte Zither, Klarinette, Saxofon, Akkordeon und Tenorhorn. Und das alles in seiner Freizeit. Hauptberuflich war der Miesbacher Heizungsinstallateur. „Er hat immer jedem geholfen“, sagt Stöger. „Das war für ihn selbstverständlich.“

Bezirks-Musikfest 1989 fast selbst organisiert

Ein großes Musikfest hat Mohr 1989 nach Miesbach geholt. Als stellvertretender Bezirksleiter des Musikbundes Ober- und Niederbayern war Mohr von 1986 bis 1995 für den Isar-Mangfall-Bezirk zuständig. Und damit auch für Ausbildung und Musikfeste. 34 Kapellen waren beim Bezirksfest 1989 in der Kreisstadt dabei, erinnert sich Stöger. Auch er als Dirigent und seine Niklasreuther Musiker. „Kurt hat das zu 90 Prozent alles selbst organisiert.“

Als unbeugsam und zielstrebig hat Stöger den Musikanten in Erinnerung. „Es war eigentlich nicht möglich, ihn umzustimmen.“ Das passte nicht jedem, und Mohr eckte hin und wieder an. Wegen eines Zerwürfnisses in Miesbach hat er zuletzt in der Blaskapelle Waakirchen-Marienstein musiziert. „Ein hervorragender Musiker“, sagt Georg Schmidt, Vorsitzender des Musikvereins Waakirchen. Seit 1997 war Mohr Teil der Kapelle, nur die vergangenen zwei Jahre machte ihm die Krankheit einen Strich durch die Rechnung.

Durch die Musik hatte Mohr zig Kontakte. Bis nach Japan. „Wir sind da mal hingeflogen“, erzählt Schmidt. „Der Kurt war da öfter drüben.“ Der Waakirchner Musiker behält den Miesbacher als „äußerst gesellig“ in Erinnerung. Bei Ausfahrten war er, wenn möglich, immer dabei. „Mit ihm haben wir eine Gaudi gehabt.“ Im April vergangenen Jahres erhielt Mohr von den Waakirchnern seine letzte Ehrung, eine von vielen. Für 65 Jahre als aktiver Musiker gibt es allerdings keine eigene Auszeichnung, ein Geschenkkorb musste herhalten. Die Goldene Ehrennadel für 60 Jahre und zig weitere Urkunden hatte Mohr da längst.

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