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Ein eher seltener Anblick: Landwirte bei der spätabendlichen Heuernte. Was für die Bauern manchmal unvermeidlich ist, kann Anwohner stören. Manchmal, sagt Josef Riedl vom Maschinenring, ist es mit der Akzeptanz in der Bevölkerung nicht sehr weit her.

Nächtliches Mähen

Landwirte: „Wir wollen niemanden ärgern“

Miesbach - Landwirte rücken dieser Tage zur Heuernte aus – bisweilen auch in der Nacht. Vereinzelt kann das zu Streit mit Nachbarn führen, die sich durch die späte Arbeit auf dem Feld gestört fühlen.

Die Wiesen im Landkreis stehen dieser Tage teils noch in voller Pracht. Und auf die Landwirte wartet jede Menge Arbeit. Denn Spätsommer bedeutet für sie vor allem eines: Es ist wieder Erntezeit. Da das Zeitfenster für die Mäharbeiten in der Regel aber überschaubar ist, müssen Bauern diese Arbeiten bisweilen auch in den Abend- oder gar Nachtstunden erledigen – vereinzelt auch sonntags. Hin und wieder kann die unvermeidliche Lärmkulisse dann zu Streiterein zwischen Landwirten und Nachbarn führen, die sich dadurch gestört fühlen.

Tatsächlich, berichtet der Kreisobmann des Miesbacher Bauernverbands, Johann Hacklinger, würden an ihn auch immer wieder Beschwerden herangetragen. „Dabei machen wir das nur, wenn es unbedingt sein muss“, sagt Hacklinger stellvertretend für seinen Berufsstand. Nach außen könne das vielleicht anders wirken. „Gerne macht das aber wirklich keiner.“ Es handelt sich seiner Auffassung nach lediglich um Einzelfälle. Dennoch habe er durchaus Verständnis. „Das ist bestimmt manchmal nicht angenehm. Aber es ist auch nicht die Regel“, betont der Warngauer. „Wir machen das ja auch nicht, um jemanden zu ärgern.“

Tendenziell werde in unseren Breiten im Schnitt vier Mal pro Jahr Gras eingebracht. „Davon fahren die meisten dann vielleicht einmal in der Nacht. Alles andere würde mich schwer wundern.“

Neben dem Wetter gibt es noch einen weiteren Grund, warum auch in mancher Nacht Hochbetrieb auf den Wiesen herrscht. Nicht jeder Landwirt verfügt nämlich über die nötigen Maschinen – und hier kommt der Maschinenring ins Spiel, der das Gerät vermittelt. Aber dessen Kapazitäten seien begrenzt, räumt Josef Riedl, stellvertretender Geschäftsführer des Maschinenrings Aibling-Miesbach-München, ein. Auch deshalb könne es zu Verzögerungen kommen. Etwa, wenn ein Landwirt die Erntemenge unterschätzt und eine Maschine in der Folge länger benötigt. „Das zieht sich dann natürlich durch.“ Außerdem könne es hin und wieder auch zu unvorhersehbaren Reparaturen kommen.

Zwar höre er relativ wenig Beschwerden, sagt Riedl. Ein Thema sei die nächtliche Feldarbeit aber durchaus. Man habe erst in einem Rundschreiben darauf hingewiesen, dass die Maschinenring-Mitglieder die Nachtruhe in Häusernähe möglichst einhalten sollen. Und er sei sich absolut sicher, dass die Bauern auch ein Bewusstsein und das entsprechende „Fingerspitzengefühl“ dafür haben. Allerdings, so Riedl weiter, sei es mit der Akzeptanz in der Bevölkerung nicht immer sehr weit her. „Dabei haben die Landwirte großen Anteil daran, dass unsere Kulturlandschaft so schön ist.“ Und heuer sei nun mal ein schwieriges Jahr mit sehr unstetem Wetter, erklärt Riedl. „Wenn es dann zwei Tage schön ist, muss das Zeug eben rein. Sonst leidet die Qualität.“

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